Titelaufnahme

Titel
Messung der dynamischen funktionellen Beinachse während dem Stiegen hinunter Gehen.
Weitere Titel
Measurement of the mechanical axis during step down.
AutorInnenKaufmann, Christina
GutachterWidhalm, Klaus
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Stiegen hinunter Gehen (SHG) repräsentiert eine grundlegende funktionelle Aktivität. Nach der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wird SHG auf Partizipationsebene unter dem Kapitel Mobilität mit dem ICF-Code d460, sich in verschiedenen Ebenen fortbewegen, klassifiziert. Es unterscheidet sich in seiner Anforderung deutlich vom ebenerdigen Gang. Die freiwerdende potentielle Energie des Abstiegs muss vom muskuloskelettalen System absorbiert werden. Das exzentrische Arbeiten des M. quadriceps femoris erfolgt zudem einbeinig, mit einem höheren Flexionswinkel als beim Laufen oder Gehen. Dadurch entsteht eine höheres Flexionsmoment im Knie, aber auch im Sprunggelenk und in der Hüfte.

Zudem erfordert SHG mehr Muskelaktivität für die Stabilisierung der Beinachse als beim ebenerdigen Gang, Stiegen hinauf Gehen oder Joggen. Wird die Beinachse unzureichend muskulär stabilisiert, werden passive Strukturen mehr belastet, wobei die biomechanische Beanspruchung die Belastbarkeit der passiven Strukturen langfristig übersteigen kann und eine Überlastung darstellt. Dies ist neben Alter, Geschlecht, genetischer Disposition und Übergewicht ein determinierender Faktor für die Entwicklung von OA. 15 Prozent der Weltbevölkerung4 bzw. 1,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher6 sind von OA betroffen. Das Risiko einer Mobilitätseinschränkung für Menschen über 65 Jahre durch OA ist am groessten. Laut der World Health Organisation (WHO) ist es eine der 10 größten Gesundheitsbürden der europäischen Bevölkerung.

Die lebenslange Prävalenz von OA in Österreich liegt unter Männern bei 11,9% und 18,6% bei Frauen. Dabei berichteten 73,4% der betroffenen Männer sowie 74,9% der betroffenen Frauen von erheblichen Schmerzen in den letzten 12 Monaten.6 Konkrete Zahlen bezüglich der Prävalenz der Gonarthrose liegen mit 7,1% von Norwegen vor, bei einer Gesamtprävalenz von Arthrosen großer Gelenke von 12,8%.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft steigt auch die Prävalenz von Arthrosen und damit die im Gesundheitssystem verursachten Ausgaben4. In Frankreich beispielsweise verdoppelten sich die durch Arthrose verursachten Kosten innerhalb von 10 Jahren auf 1,8 Milliarden Euro (1993-2003).

Die degenerative Erkrankung der Gelenke führt zu finanziellen Konsequenzen für Patienten und Patientinnen sowie das Gesundheitssystem, vor allem aber zu sozialen, psychologischen und ökonomischen Belastungen für die Betroffenen.

Die Absicht dieser Arbeit ist es, normale funktionelle Parameter der funktionellen dynamischen Beinachse (FDB) des gesunden Erwachsenen beim SHG zu ermitteln. Es werden Normdaten, sowie die Streuung dieser Norm, von relevanten Hüft- und Knieparametern erhoben. Ermittelte Normwerte mit Varianzen des jungen gesunden Erwachsenen können in Zukunft mit Pathologien, wie der OA, verglichen werden. Für den Zweck dieser Arbeit werden vor allem gemessene Hüft- und Kniewinkel und -momente in der Frontalebene analysiert.

Hier könnte versucht werden, erhobene Werte mit Pathologien zu vergleichen und Frühanzeichen der OA zu erkennen, bevor diese radiologisch sichtbar ist. 3D-Analyse könnte eine Methode sein, funktionelle biomechanische Risikofaktoren zu erkennen. Die Literatur deutet darauf hin, dass Anzeichen nicht zuerst im Gang sichtbar sind, sondern in motorisch anspruchsvolleren Aufgaben, wie dem Zehen- oder Fersen Gang, Stiegen Steigen und eben dem SHG.

Die FDB verläuft von vom Zentrum des Hüftgelenks, etwas medial des Kniegelenkzentrums zum Zentrum des Sprunggelenks. Hierdurch ergibt sich ein physiologischer tibiofemoraler Winkel von 5 – 7°, was einem Knievalgus entspricht. Generell ist auch bei physiologischer Beinachse beim Gehen und SHG ein Adduktionsmoment zu messen, dieses wird jedoch höher mit einer Abweichung in Richtung Knievarus. Dies bedeutet einen höheren Druck auf das mediale Kniekompartiment und langfristig ein erhöhtes Risiko für OA.

Im Kapitel Methodik ist der Versuchsaufbau, Näheres zu Probandinnen sowie der Auswertung der Daten zu finden.

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