Titelaufnahme

Titel
Faszien im Fokus : Die Hintergründe sowie der Einfluss von "Myofascial Release" für Therapie und Selfmanagement
Weitere Titel
Fascia in focus Backround and influence of "Myofascial Release" in therapy and selfmanagement
VerfasserTholler, Melina
Betreuer / BetreuerinKundegraber, Manuela
Erschienen2017
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Faszientherapie erhält derzeit weltweit eine hohe Aufmerksamkeit. Überall können wir die kleinen Hilfsmittel dafür sehen. Hart, bunt, eine fortgeschrittene Entwicklung eines Nudelwalkers: die berühmte Faszienrolle. Ist dieser Trend zu belächeln oder steckt doch etwas hinter dem Mythos Faszien und der (Selfmanagement-) Technik „Self Myofascial Release“ (SMFR)?1,2

In der vorliegenden Arbeit wird der aktuelle Forschungsstand über Faszien und die Effekte des SMFR dargelegt. Des Weiteren wird die Evidenzlage der Auswirkungen dessen, in Bezug auf Schmerz, Range of Motion sowie die athletische Leistungsfähigkeit herausgefiltert. Die Orientierung erfolgt anhand der forschungsleitenden Fragestellung: Welche Auswirkungen hat SMFR in Bezug auf Schmerz, ROM sowie die athletische Leistungsfähigkeit?

Für den Begriff Faszie gibt es in der Literatur zahlreiche Definitionen, welche deren Vielfalt wiederspiegeln. Eine einheitliche, literaturübergreifende Begriffserläuterung besteht nach derzeitigem Wissensstand nicht.4

Auf Basis des Fascia Research Congress ist das Wort Faszie aktuell als Weichteilkomponente des Bindegewebesystems definiert, welches den menschlichen Körper umgibt. Das Fasziengewebe wird außerdem als verbundenes Spannungsnetzwerk angesehen.3,4 Der Zusammenhang dessen wird dadurch ersichtlich, dass sich die lokale Beeinflussung auch auf weit entfernte Körperbereiche auswirkt.6

Da Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in ihrem Berufsalltag häufig in direktem Hand-Körperkontakt zu ihren Patientinnen und Patienten sind, basiert ein wesentlicher Teil der Arbeit auf manuellen Techniken, welche jedes einzelne Mal das Fasziensystem beeinflussen.2

Wie auch andere Strukturen des Organismus reagieren fasziale Gewebe auf muskuläre Überforderung oder statische Haltungsformen, was zu individuellen körperlichen Defiziten führen kann.6 Diese zeigen sich schlussendlich durch Schmerz, Einschränkungen der Range of Motion sowie der athletischen Leistungsfähigkeit. All jene Aspekte haben einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Daher ist es wesentlich, die angeführten Komponenten zu optimieren sowie in Ergänzung zur Therapie ein spezifisches Selfmanagement-Programm zu erstellen. Anhand der aktuellen Evidenzlage lässt sich abschließend festhalten, dass der Einfluss der Behandlungsform SMFR auf Schmerz, ROM, sowie auf die AP wissenschaftlich erwiesen ist.1,2,7 Folglich schlüsselt sich die Methode als möglicher Bestandteil der Behandlung auf.1,11

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über die mögliche Behandlungsform in der Physiotherapie zu vermitteln, um evidenzbasiertes Arbeiten zu fördern, sowie bei gegebener Effizienz die Technik in den physiotherapeutischen Prozess zu integrieren.1,8

In der Bachelorarbeit 2 werden die jeweiligen Therapieergebnisse erläutert. Auch die Frage nach Kurz- und Langzeiteffekten, welche aus der Anwendung von SMFR resultieren, wird in der nachfolgenden Arbeit ergründet.