Titelaufnahme

Titel
Fehlhaltungen der Wirbelsäule in der Sagittalebene bei ViolinistInnen und deren Prävention
Weitere Titel
Malpositions of the spine in the sagittal plane in violin players and its prevention
VerfasserWeinhandl, Maria
GutachterSchume, Claudia
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Fehlhaltung / Musikmedizin / Musikphysiologie / Violine / Prävention
Schlagwörter (EN)malposition / music medicine / music physiology / violin / prevention
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

KONTEXT/ZIEL/FRAGESTELLUNG: Das Violinspiel erfordert eine asymmetrische Spielhaltung, die mit hoher Prävalenz muskuloskelettaler Beschwerden einhergeht. Um zu verhindern, dass sich Fehlhaltungen beim Violinspiel in der Gewohnheitshaltung manifestieren, ist eine physiologische Haltung ein sinnvoller Ansatz für die Prävention von muskuloskelettalen Beschwerden bei ViolinistInnen. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Fehlhaltungen typischerweise bei ViolinistInnen auftreten und wie diesen präventiv entgegengewirkt werden kann. Die Literatursuche wird auf pubmed durchgeführt, wobei hauptsächlich Querschnittstudien gefunden wurden. Es werden nur Studien ausgewählt, die die Daten nicht für alle Instrumentengruppen gemeinsam, sondern für ViolinistInnen oder hohe Streicher gesondert angeben.

HAUPTERGEBNISSE: Die Studienlage zum Thema ist sehr dünn und die Studien zeigen z.T. qualitative Mängel. Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden daher zusätzlich ausführliche bewegungsanalytische Überlegungen zur Spielhaltung der Violine angestellt. Es zeigt sich, dass drei Fehlhaltungstypen bei ViolinistInnen einerseits klinisch argumentierbar sind und andererseits mit den Studienergebnissen übereinstimmen: der lordotische, der kyphotische und der lordotisch-kyphotische Haltungstyp.

SCHLUSSFOLGERUNG: Das Violinspiel erfordert unnatürliche Gelenkpositionen der oberen Extremität, die weiterlaufende Bewegungen des Schultergürtels und der Wirbelsäule bewirken können. Die Violine wird zwischen Brustkorb und Kinn gehalten und stellt einen ventral-lateralen Hebel dar. Um diesen zu verkürzen und das Halten der Violine zu erleichtern, werden die genannten Fehlhaltungen eingenommen. Präventive Arbeit mit ViolinistInnen kann Fehlhaltungen und somit muskuloskelettalen Beschwerden entgegenwirken. Zur Überprüfung der angestellten bewegungsanalytischen Überlegungen sind jedoch weitere, qualitativ hochwertige Studien nötig.

Zusammenfassung (Englisch)

CONTEXT/OBJECTIVE/QUESTION: The violin play requires an asymmetrical playing position, which is associated with a high prevalence of musculoskeletal symptoms. In order to prevent malpositions in habitual posture, a physiological posture is useful for the prevention of musculoskeletal complaints in violinists. The thesis deals with the question, which malpositions typically occur in violinists and how these can be counteracted. The literature search is carried out on pubmed, mainly cross sectional studies are found. Exclusevely, studies are selected which specify the data not collectively to all instrument groups but separately for violinists or high strings.

MAIN RESULTS: The current evidence on the subject is very thin and the studies show mostly qualitative deficiencies. In order to answer the research question, therefore, further detailed analyzes of the movements of the violin play are made. It can be shown that three types of malpositions are clinically argumentable in the case of violinists and, on the other hand, match with the results of the studies: the lordotic, the kyphotic and the lordotic-kyphotic posture.

CONCLUSIONS: The violin play requires unnatural joint positions of the upper limb, which can cause continuing movements of the shoulder belt and the spine. The violin is held between the chest and the chin and represents an anterior-lateral lever. To shorten the lever and to facilitate the holding of the violin, the mentioned malpositions can be taken up. Preventive work with violinists can counteract malpositions and thus musculoskeletal symptoms. However, further high-quality studies are necessary to validate the movement analysis.