Titelaufnahme

Titel
Ermittlung von „Kronjuwelen“ im Wirtschaftszweig Erbringung von Versicherungsleistungen
Weitere Titel
Determination of "crown jewels" in the insurance industry
VerfasserKokasch, Sami
Betreuer / BetreuerinKaiser, Justina ; Kob, Timo
Erschienen2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Wirtschaftsschutz / Versicherungsunternehmen / Ressourcen / Kernkompetenzen / Kronjuwelen / Know-how / VRINO
Schlagwörter (EN)Economic protection / insurance companies / resources / core competences / crown jewels / know-how / VRINO
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Bei Wirtschafts- und Industriespionage sah man lange Zeit die Gefährdung bei Hochtechnologien wie Medizin, Luft- und Raumfahrt und bei der einfachen Reproduktion von Produkten. Allerdings muss die Gefahr viel weitreichender als bisher angenommen gesehen werden. Folgen von Wirtschafts- und Industriespionage können bei Unternehmen sowohl einen hohen finanziellen als auch qualitativen Schaden (z.B. Image, Reputation) verursachen. In einigen Fällen überschreitet der monetäre Schaden sogar die 1,5 Mio. EUR Grenze. Expertinnen und Experten schätzen den gesamten jährlichen Schaden für die österreichische Wirtschaft auf 2 bis 3 Milliarden Euro ein. Grundsätzlich kann fast jedes Unternehmen Opfer von Wirtschafts- und Industriespionage werden (Langer, Jabinger, & Grasser, 2011, S. 8).

Aufgrund seiner wertvollen Ressourcen stellt das Versicherungswesen ebenfalls ein attraktives Ziel für Wirtschafts- und Industriespionage dar. Daher sind gewisse Schutzmechanismen im Sinne des Wirtschaftsschutzes für diese Branche durchaus angebracht. In dieser Forschungsarbeit wird daher auf das grundlegende System im Sinne des Wirtschaftsschutzes eingegangen.

Für die Analyse des für den Bestand und die Fortentwicklung der Versicherungsunternehmen essenziellen Know-hows, also der „Kronjuwelen“ des Versicherungswesens im Sinne des Wirtschaftsschutzes, ist eine Herleitung der Aufbau- und Ablauforganisation eines idealtypischen Versicherungsunternehmens erforderlich, welches für jedes Unternehmen der Branche Gültigkeit besitzt. Es gilt also den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und das Herzstück eines jeden Versicherungsunternehmens darzustellen.

Anhand der gewonnenen Ergebnisse bezüglich der Aufbau- und Ablauforganisation und mit dem ressourcenbasierten Ansatz als theoretischem Bezugsrahmen werden die Kronjuwelen des Versicherungswesens identifiziert. Die in der Theorie hergeleiteten Forschungsergebnisse werden im empirischen Teil durch die Befragung von Expertinnen und Experten auf ihre Validität bzw. Praxisrelevanz überprüft.

Ziele der Arbeit

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das für den Bestand und die Fortentwicklung der Versicherungsunternehmen essenzielle Know-how, also die Kronjuwelen im Sinne der Wirtschafts- und Industriespionage zu ermitteln.

Sollte dieses Know-how in die falschen Hände gelangen, z.B. in jene eines Mitbewerbers, könnte dies existenzbedrohliche Auswirkungen für das betroffene Versicherungsunternehmen haben.

Die aus der Literatur ermittelten Kronjuwelen der Versicherungsunternehmen sollen in einem weiteren Schritt durch Interviews mit Expertinnen und Experten überprüft und gegebenenfalls nach der Auswertung dieser Gespräche überarbeitet werden.

Theorie

Zur Identifikation von Kernkompetenzen, welche in weiterem Sinn essenzielles Know-how darstellen, stehen verschiedenste Methoden zur Verfügung. Eine klassische Analysemethode stammt von Barney, der eine Reihe von Schlüsselfragen entwickelte, mit denen Kernkompetenzen ermittelt werden können. In der Originalversion von 1991 formuliert Barney das so genannte VRIN-Konzept. VRIN steht für die vier Anfangsbuchstaben der Schlüsseldimensionen: V = Valuable Resources (wertvolle Ressourcen), R = Rare Resources (seltene Ressourcen), I = Imperfectly Imitable Resources (nicht perfekt imitierbare Ressourcen) und N = Non-Substitutable Resources (nicht substituierbare Ressourcen) (Reisinger, Gattringer, & Strehl, 2013, S. 84).

Wissenschaftliche Methoden

Der empirische Teil dieser Arbeit soll anhand von Expertinnen- und Experteninterviews bearbeitet werden, um die theoretisch eruierten Kronjuwelen praktisch zu bestätigen oder zu widerlegen. Dadurch kann eine Reihe von Kronjuwelen festgelegt werden, welche für die Versicherungsunternehmen tatsächlich von Bedeutung sind.

Ergebnisse

Das für den Bestand und die Fortentwicklung der Versicherungsunternehmen essenzielle Know-how konnte anhand der Literatur und durch Expertinnen- und Experteninterviews ermittelt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

In the case of economic and industrial espionage, the long-term threat has been seen to high-tech technologies such as medicine, aerospace and the simple reproduction of products. However, the danger must be seen far more widely than previously assumed. The consequences of economic and industrial espionage can cause a high financial as well as qualitative (e.g. image, reputation) damage to companies. In some cases, the monetary loss exceeds the EUR 1.5 million limit. Experts estimate the annual loss for the Austrian economy at between 2 and 3 billion euros. In principle, almost every company can be a victim of economic and industrial espionage (Langer, Jabinger, & Grasser, 2011, p. 8).

Because of its valuable resources, also an insurance company can be an attractive target for economic and industrial espionage. Therefore, certain mechanisms for economic protection are quite appropriate for this sector. This research is therefore concerned with the basic system of economic protection.

For the analysis of the know-how which is essential for the existence and continuation of insurance companies, for the so called crown jewels of the insurance companies in the sense of economic protection, a derivation of the organizational and operational structure of an ideal insurance company is necessary, which is valid for every company in the industry. The lowest common denominator must therefore be found and the centerpiece of each insurance company.

The crown jewels of the insurance industry are identified on the basis of the results obtained with regard to the organizational and operational structure and the resource-based view as a theoretical reference framework. With the help of experts, the theoretical research results are discussed and reviewed in the empirical section.

Goal of the Thesis

The aim of this scientific work is to determine the essential know-how for the existence and continuation of insurance companies, their crown jewels in the sense of economic and industrial espionage.

In case this know-how gets into the wrong hands, for example in the hands of a competitor, this could threaten the very existence of the affected company.

The crown jewels of the insurance companies determined from the literature have to be examined in a further step in interviews with experts and, if necessary, revised after the evaluation of these conversations.

Theory

A variety of methods are available to identify the core competences viewed as essential know-how in a broader sense. A classic method of analysis was developed by Barney, who developed a series of key questions that can be used to identify core competences. In the original version of 1991, Barney formulates the so-called VRIN concept. VRIN stands for the four initial letters of the key dimensions: V = Valuable Resources, R = Rare Resources, I = Imperfectly Imitable Resources and N = Non-Substitutable Resources (Reisinger, Gattringer, & Strehl, 2013, p. 84).

Methodology

The empirical part of this thesis is derived from expert interviews, which confirm or revise the crown jewels as categories. Hence a number of crown jewels can be established that are really important to all insurance companies.

Results

The know-how essential for the existence and continuation of insurance companies could be derived from the literature and confirmed through expert interviews.