Titelaufnahme

Titel
Die Versorgungsdienstleistungen einer Intensivstation während eines Blackouts in einem niederösterreichischen Krankenhaus.
Weitere Titel
The care services of an intensive care unit during a blackout in a Lower Austrian hospital.
VerfasserLorenz, Philipp
GutachterKostic, Zoran ; Kaiser, Justina
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Blackout / Krankenhaus / Intensivstation / Risikoindikatoren / Versorgungsdienstleistungen / Ablaufmodell
Schlagwörter (EN)blackout / hospital / intensive care unit / risk indicators / care services / sequence model
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Steigende internationale terroristische Aktivitäten, die Häufung von Naturkatastrophen und die Möglichkeit des menschlichen Versagens in der Energieversorgungsbranche machen die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts, also eines großflächigen und länger andauernden Stromausfalls, größer. Für kritische Infrastrukturen wie Wasserversorger, Gesundheitseinrichtungen und dergleichen gibt es selbstverständlich umfangreiche Vorgaben, welche vorbeugenden Maßnahmen für einen Stromausfall zu setzen sind. Diese beinhalten jedoch nur sehr grobe und allgemein gehaltene Maßnahmen und sind nicht auf die speziellen Gegebenheiten, zum Beispiel von einem Krankenhaus, zugeschnitten. Hier könnte sich im Falle eines Blackouts ein Problem auftun, da die primären Aufgaben und Tätigkeiten im Notfallplan implementiert sind, die sekundären Tätigkeiten wie die Körperwäsche von Patientinnen und Patienten, die Labortests, die Reinigung und vieles mehr jedoch nicht. Hier soll diese Arbeit anknüpfen und aufzeigen, wie lange eine Intensivstation, das Hauptaugenmerk speziell auf die Versorgungsdienstleistungen gerichtet, im Falle eines Blackouts den Betrieb weiterhin aufrechterhalten kann.

Ziele der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Versorgungsdienstleistungen einer Intensivstation zu verschaffen, einen Einblick in das Thema des Blackouts zu bekommen und zu klären, inwiefern die definierten Versorgungsdienstleistungen bei einem Blackout betroffen sind.

Dazu wird zuerst das Thema des Blackouts behandelt, um ein allgemeines Verständnis dafür zu bekommen. Danach werden die Intensivstation und ihre Versorgungsdienstleistungen in Augenschein genommen.

Um ein Ablauf- sowie Kaskadenmodell erstellen zu können, werden die Auswirkungen eines Blackouts auf die Versorgungsdienstleistungen der Intensivstation beschrieben und analysiert.

Anhand der gesammelten Informationen können die Modelle erstellt und Risikoindikatoren abgelesen werden.

In den Expertinnen- und Experteninterviews werden diese aufgestellten theoretischen Modelle anschließend vorgestellt, auf ihre Praxistauglichkeit überprüft und die gewonnenen Erkenntnisse bestätigt oder widerlegt.

Theorie

Als Theorie wurde unter anderem das Kaskadenmodell zur Darstellung des wasserfallartigen Verlaufs eines Blackouts auf der Intensivstation gewählt. Um das Kaskadenmodell darstellen zu können, wurde ein Szenario entwickelt, welches durch die Theorie der Szenariotechnik maßgeblich beeinflusst wurde. Zuletzt wird das Schweizer Käse Modell beschrieben, durch welches die Entstehung von Katastrophen, wie zum Beispiel eines Blackouts, erklärt wird.

Wissenschaftliche Methoden

Zur Bestätigung, beziehungsweise Widerlegung, der Hypothesen wurden Expertinnen- und Experteninterviews mithilfe eines Interviewleitfadens durchgeführt. In weiterer Folge wurden diese Interviews transkribiert und nach der Technik von Gläser & Laudel (Lehrbuch: Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse) analysiert. Hierzu kam eine Operationalisierung mittels Begriffen, Dimensionen und Indikatoren zur Anwendung.

Ergebnisse

In den Expertinnen- und Experteninterviews wurden beinahe alle Versorgungsdienstleistungen als relevant für ein Blackout-Szenario bezeichnet. Lediglich Mobilisation und Lagerung können vernachlässigt werden. Das Ablaufmodell mit seinen Risikoindikatoren wurde in vielen Punkten bestätigt. Eine Überarbeitung des Ablaufmodells ist in den Punkten des Labors, der Dokumentation sowie der Ausbreitung von Infektionskrankheiten notwendig. Außerdem muss die Rolle des Personals wesentlich mehr berücksichtigt werden. Die Forschungsfrage konnte vollständig beantwortet werden. Hypothese Eins wurde insoweit widerlegt, als dass ein sicherer Betrieb der Intensivstation laut den Expertinnen und Experten sogar schon früher als angenommen nicht mehr möglich sei. Hypothese Zwei konnte zum Großteil bestätigt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

Increasing international terroristic activities, the accumulation of natural catastrophes and the possibility of human failure in the energy supply sector contribute to a higher probability of a blackout. For critical infrastructures, such as water utilities or health care facilities there are specifications which are to be used for preventive measures in case of a power failure. These, however, contain only very general guidelines and are not customized to specific circumstances, for example a hospital. This could be a problem in the case of a blackout, while the primary tasks and activities are implemented in the emergency plan, the secondary activities such as the patients’ body wash, the lab tests, the cleaning and much more are not considered. This scientific work will show how long an intensive care unit can maintain its operation in case of a blackout, the focus will be especially on the care services.

Goal of the Thesis

The target of this scientific work is to provide an overview of care services performed at an intensive care unit, to get an insight into the topic of the blackout and to clarify to which extent the defined care services are affected by a blackout.

The topic of the blackout is first dealt with, to get a general understanding of it. The intensive care unit and its care services are then examined. To create a sequence as well as a cascade model, the effects of a blackout on the care services of the intensive care unit are described and analyzed. Based on the collected information, a sequence model can be created and risk indicators can be defined. In the expert interviews the theoretical sequence model will be presented and the results will confirm or reject the theory.

Theory

As theory, the cascade model was chosen for the representation of the waterfall effect.

To illustrate the cascade model, a sequence model was developed, which was decisively influenced by the theory of scenario engineering. Finally, the Swiss cheese model is described, which explains the emergence of disasters, such as a blackout.

Methodology

To confirm or refute the hypotheses, expert interviews were conducted with the help of an interview guide. Subsequently these interviews were transcribed and analyzed according to the technique of Gläser & Laudel. An operationalization of terms, dimensions and indicators was used.

Results

In the expert interviews, almost all care services were identified as relevant in case of a blackout scenario. Only mobilization can be neglected. The sequence model with its risk indicators was confirmed in many points. A revision of the sequence model is necessary in the points of the laboratory and the documentation as well as the spreading of infectious diseases. In addition, the staff must be much more considered. The research question could be answered completely. Hypothesis one was refused but, according to the experts, a safe operation of the intensive care unit is no longer possible even earlier than assumed. Hypothesis two was confirmed.