Titelaufnahme

Titel
Schwangerenberatung bei Beckenendlage
Weitere Titel
Counselling of pregnant women with breech presentation
AutorInnenKammerhuber, Lena
GutachterKayer, Beate
Erschienen2017
Datum der AbgabeJuni 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Beckenendlage / Schwangerenberatung / Geburtsmodus
Schlagwörter (EN)Breech presentation / Pregnant counselling / Birth mode
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung:

Das Thema Beckenendlage erfuhr in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die im Jahr 2000 publizierte Studie Term Breech Trial von Hannah, Hannah, Hewson, Hodnett, Saigal & Willan einen großen Wandel. Die Rate der primären Sectiones bei Beckenendlage stieg weltweit an und lag auch in Österreich im Jahr 2011 bei 93,9 %. Als Konsequenz veränderte sich auch die Schwangerenberatung bei Beckenendlage. Vielen Ärzten und Hebammen fehlen mittlerweile die praktischen Fertigkeiten im Bereich vaginaler Beckenendlagengeburt und somit fällt die Beratung oftmals sehr einseitig aus. Diese Arbeit hat das Ziel, die Gestaltung einer evidenzbasierten und ergebnisoffenen Schwangerenberatung bei Beckenendlage zu präsentieren.

Methode:

Die vorliegende Arbeit gestaltet sich als Literatur-Review. Die Autorin konsultierte von Juni bis November 2016 Onlinedatenbanken wie, PubMed und CINHAL sowie sämtliche Fachzeitschriften und Fachbücher im Hinblick auf themenbezogene Literatur. Die gefundene Literatur wurde mittels Leseinstrumenten kritisch beurteilt, auf ihre Qualität überprüft und gegebenfalls ausgeschlossen.

Ergebnisse:

Die Arbeit kommt zu den Ergebnissen, dass die Schwangerenberatung bei Beckenendlage von einem erfahrenen Facharzt durchgeführt werden soll und die Kontinuität der Beratung eine wichtige Rolle spielt. Weiters sollte die Frau genug Bedenkzeit erhalten, um in Ruhe eine Entscheidung bezüglich des Geburtsmodus treffen zu können. Die Schwangerenberatung sollte eine maternale Beckenbeurteilung, eine fetale Sonografie, die Empfehlung einer äußeren Wendung und die Überprüfung von Kontraindikationen für einen vaginalen Entbindungsversuch beinhalten. Weiters soll die Frau über mögliche Risiken und die Vor- und Nachteile einer primären Sectio caesarea bzw. einer vaginalen Geburt aus Beckenendlage aufgeklärt werden. Das Gesamtergebnis der Beratung ist abhängig von der Beckenuntersuchung, der fetalen Sonografie, der persönlichen Einstellung der Frau sowie der klinischen Gesamtsituation. Wichtig ist vor allem die Dokumentation der erfolgten Beratung und der Ergebnisse.

Um eine professionelle und sichere vaginale Beckenendlagegeburt anbieten zu können, benötigt es im Krankenhaus die Anwesenheit eines erfahrenen Facharztes während der Geburt, ein neonatologisches und anästhesiologisches Team in Bereitschaft und die Möglichkeit, jederzeit eine Sectio durchführen zu können. Falls ein Krankenhaus keine vaginale Beckenendlagengeburt anbietet, sollte die zu beratende Frau in eine andere Einrichtung überwiesen werden. Außerdem sollten theoretische und praktische BEL-Trainings für Geburtshelfer fester Bestandteil des Klinikangebots sein.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction:

The attitude of the topic breech presentation has changed in the last years all over the world. The Term Breech Trial (Hannah, Hannah, Hewson, Hodnett, Saigal & Willan, 2000), which was published in The Lancet, contributed very much to a controversial point of view. The rate of the primary caesarean section because of breech presentation at term increased in several countries rapidly after the publication of the Term Breech Trial. As a consequence the pregnancy counselling also has altered. Due to the lack of expertise of midwifes and obstetricians many pregnant women don’t receive a neutral and open-minded counselling. The aim of this thesis is to present an evidence-based and open-minded pregnant counselling for women with a fetus in breech presentation.

Method:

This thesis is designed as literature-review. The author searched from June to November 2016 in several online databases, journals and books for relevant literature. The literature, which was found, was evaluated and inspected with special reading instruments. Information of poor quality has been excluded.

Results:

The pregnant counselling of women with a breech presentation should be performed by an experienced obstetrician. The pregnant women should obtain enough time to think about the birth mode she prefers. The pregnant counselling should include an examination of the mother’s pelvic, a fetal ultrasound check, the recommendation of an external cephalic version and the exclusion of contraindications for vaginal breech birth. The women should be informed about the risks and benefits of a vaginal breech birth as well as of primary caesarean section. Important is also the documentation of the counselling and especially of the results.

To provide a safe trial of vaginal breech birth the hospital should meet some requirements. An experienced obstetrician should be attendant during the birth and a neonatological and anaesthesiological team should be on-call. Very important is also the possibility to perform an emergency caesarean section whenever necessary. If a hospital is unable to offer vaginal breech birth, women should be referred to another unit, which is able to provide this. Finally, the hospital should offer a simulation-training for vaginal breech birth to gynaecologists and midwifes.