Titelaufnahme

Titel
Betriebsfähigkeit und Auswirkungen eines Blackouts auf den Lebensmitteleinzelhandel in Österreich
Weitere Titel
Operability and impact of a blackout on the Austrian food retailing sector
VerfasserJäger, Elmar
GutachterKaiser, Justina ; Kostic, Zoran
Erschienen2017
Datum der AbgabeOktober 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Stromausfall / Blackout / Lebensmitteleinzelhandel / Kritische Infrastruktur / Strom / Bevölkerung / Unternehmen
Schlagwörter (EN)Blackout / Food retailing sector / Critical infrastructure / Electricity / Population / Company
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Aufgrund der immer zahlreicher werdenden Bedrohungen wie Terrorismus, Cyberattacken, etc. sowie der wachsenden Komplexität des Stromnetzes und dessen Komponenten wie dem europaweiten Stromhandel und -austausch, der Energiewende hin zum Ökostrom und dem steigenden Stromverbrauch ist ein Szenario eines längerfristigen Stromausfalls, der ganz Österreich oder Teile Europas betrifft, als absolut realistisch einzuschätzen.

Daher beschäftigt sich diese Forschungsarbeit mit den Auswirkungen eines 72-stündigen Stromausfalls auf den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel und beleuchtet, wie gut diese Branche auf ein solches Ereignis vorbereitet ist. Dazu werden der österreichische Lebensmitteleinzelhandel und dessen Prozesse, Abläufe und Organisation analysiert, um die vielseitigen Auswirkungen im Falle eines Blackouts abzuleiten.

Ziele der Arbeit

Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die daraus gewonnenen Erkenntnisse und möglichen Entwicklungen den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Somit kommt es zu einer Sensibilisierung der Unternehmen, die im besten Fall Präventivmaßnahmen ergreifen, um auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein. Des Weiteren kann die Bevölkerung zur Bevorratung von Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern sensibilisiert werden. Bereiten sich beide Gruppen, Bevölkerung und Wirtschaft, auf ein solches Szenario vor, dient dies nicht nur der persönlichen Sicherheit der Menschen, sondern auch der Gesamtwirtschaft.

Theorie

Die theoretische Grundlage dieser Forschungsarbeit bildet einerseits das Wasserfallmodell, anhand dessen die Entwicklungen eines Stromausfalls im Lebensmitteleinzelhandel und deren Zusammenhänge verdeutlicht werden.

Weiters wird das Schweizer-Käse-Modell mit seinen Sicherheitsmaßnahmen und Restrisiken erläutert; dieses kann bei fehlenden Vorkehrungen zu Eskalationen wie beispielsweise Plünderungen führen.

Wissenschaftliche Methoden

Als wissenschaftliche Methode werden Hypothesen und mögliche Entwicklungen anhand von Grafiken dargestellt, die im Zuge leitfadengeführter Interviews mit Expertinnen und Experten aus dem Lebensmitteleinzelhandel bestätigt oder wiederlegt werden. Die Sicherung dieser Gespräche erfolgte mittels Transkript bzw. Gedächtnisprotokoll; die Auswertung erfolgte anhand einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Hug & Poscheschnik (2015). Dabei wurde eine Operationalisierung nach Begriffen, Dimensionen und Indikatoren durchgeführt.

Ergebnisse

Durch die Expertinnen- und Experteninterviews können die Grafiken zur Entwicklung in den Filialen und in der Verwaltung/Lager zum größten Teil bestätigt und aufgrund neuer Erkenntnisse adaptiert werden. So kommt es grundsätzlich mit Eintritt des Blackouts in den Filialen als auch in der Verwaltung/den Lagern ohne jegliche Notstromversorgung zum absoluten Verlust der Geschäfts- und Betriebsfähigkeit. In den meisten Fällen der befragten Expertinnen und Experten verfügen Unternehmen über unterbrechungsfreie Stromversorgung, um ein gesichertes Herunterfahren der Systeme zu ermöglichen. Sind weitere Präventivmaßnahmen wie Notstromaggregate vorhanden, liegt die Geschäftsfähigkeit der Filialen bei rund 90 Prozent und die Betriebsfähigkeit in der Verwaltung und den Lagern bei zirka 40 Prozent aufgrund der eingeschränkten Umwelten wie Lieferanten, Kommunikationssysteme, Verkehrsinfrastruktur etc.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

The threats to the power supply system are increasing. Terror attacks; cyber attacks; the growing complexity of the power supply system itself and its new developments such as the Europe-wide power market and power exchange; the green energy revolution; and rising power consumption: these trends enhance the risk of a blackout in Austria and in other parts of Europe.

Hence, this research paper analyses the impact of a 72-hour blackout of the Austrian food retailing sector, assessing how well prepared it is for such events. To this end, the processes and organisation of the food retailing sector are examined in order to highlight the manifold impacts of a blackout.

Goal of the Thesis

The goal of this research paper is to make conclusions and suggest developments that are applicable to companies. In doing so, the paper can contribute to improving companies awareness of power supply issues and, perhaps, can help set preventive measures for incidents like this. The wider population, too, can be made aware of the importance of storing food and other essential goods. If both the companies and the population prepare for blackout scenarios, it will benefit not only the people, but the economic system too.

Theory

The theoretical basis for this research is, on one hand, the cascade model which shows the developments in the food retailing sector in case of a blackout. On the other hand, the Swiss cheese model is deployed to explain the security measures and their remaining risks which, in the worst case, can escalate the problems.

Methodology

Hypotheses and possible developments were constructed using charts, and these were confirmed or refuted through expert interviews. These interviews were guided by an interview guideline and were recorded using transcripts or memory minutes. The interviews were analysed using the content analysis methods of Hug and Poscheschnik (2015). Additionally, key terms, dimensions, and indicators were operationalized.

Results

The generated charts relating to the developments in the branches and the administration and warehouse were, in most cases, confirmed in the expert interviews. Some new insights were adapted to the charts. In the case of a blackout, the branches and the administration and stocks of the food retailing sector lose their total operability if they do not have backup power supply. Most companies of the interviewed experts had an uninterrupted power supply with which they could shut their systems down in a controlled manner. If there are more preventive measures taken, such as introducing an emergency generator, then the branches can maintain their capacity at approximately 90%. The operability of the administration and stocks is at around 40% due to the conditioned environments concerning, for example, suppliers, communications systems, traffic infrastructure, and so on.