Titelaufnahme

Titel
Die Auswirkungen eines Blackouts auf die Arzneimittelproduktion
Weitere Titel
The impacts of a blackout on pharmaceutical production
VerfasserKunze, Roland
GutachterKostic, Zoran ; Kaiser, Justina
Erschienen2017
Datum der AbgabeOktober 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Blackout / Stromausfall / Arzneimittelproduktion / Arzneimittelherstellung / Kritische Infrastruktur / Kaskadeneffekt / Szenario / Risikoindikator / Auswirkung / Schadensauswirkung / Leistungsfähigkeit
Schlagwörter (EN)blackout / power outage / power failure / pharmaceutical production / drug production / drug manufacturing / critical infrastructure / cascade effect / scenario / risk indicator / impact / damage impact / performance capability
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Das Leben der modernen Gesellschaft baut auf die unentwegte Verfügbarkeit des Gutes Strom. Besonders das europäische Stromnetz wirkt für den Großteil der Bevölkerung stabil, da kaum jemand einen länger andauernden und auch weitreichenden Ausfall erlebt hat. Aus diesem Grund fehlt auch die Sensibilität für das Thema Blackout. Jedoch existieren ausreichend Möglichkeiten, die unsere Stromversorgung zum Erliegen bringen können. Das Repertoire reicht von technischen Störungen oder Fehlhandlungen der Netzbetreiber, über Umwelteinflüsse wie Eis, Schnee, Stürme, bis hin zu intentionalen Handlungen (z.B. Terrorakt).

Behörden setzen sich bereits seit den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts mit dem Schutz Kritischer Infrastruktur auseinander. Darunter fallen all jene für das Leben relevante Infrastrukturen derzeitigen westlichen Gesellschaftsstruktur. In diese Kategorie fällt unter anderem das Gesundheitswesen und somit der Teilbereich der Arzneimittelherstellung, mit dem sich diese Forschungsarbeit beschäftigt. Für die deklarierten Infrastrukturen bestehen mittlerweile einige Anforderungen für Notfallpläne und Vorbeugemaßnahmen, die jedoch oft sehr oberflächlich oder punktuell ausfallen. So findet man in Teilbereichen des Gesundheitswesens Vorkehrungen im Falle eines Stromausfalls vor, beispielsweise für Krankenhäuser oder Apotheken, in anderen wiederum nicht.

Hier soll diese Forschungsarbeit ansetzen und aufgrund folgender Forschungsfrage die Thematik ergründen:

„Welche Auswirkungen hat ein Blackout auf Unternehmen der produzierenden Industrie im Bereich Arzneimittelproduktion, welche Risikoindikatoren lassen sich anhand eines Kaskadenmodells ableiten, wie wird das Risiko des Blackouts in diesem Industriezweig wahrgenommen und entsprechend in der Prävention berücksichtigt?"

Ziele der Arbeit

Ziel dieser Forschungsarbeit ist es herauszufinden, inwieweit sich ein Blackout auf Arzneimittelhersteller auswirkt. Dies erfordert eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Blackout und den denkbaren Auswirkungen für das tägliche Leben, um mögliche Effekte und Querverbindungen zum betrachteten Forschungsthema berücksichtigen und ziehen zu können. Aus den Erkenntnissen der Blackout-Grundlagenforschung und dem Betrachten der Funktionsweise einer Arzneimittelherstellung sollen entsprechende Risikoindikatoren herausgearbeitet werden. Szenarien sollen weiters die daraus prognostizierte Leistungsfähigkeit und das Schadensausmaß abbilden. Um die Thematik wissenschaftlich auszuarbeiten, werden die theoretischen Modelle mit den Erfahrungen und Meinungen von Experten und Expertinnen aus der Arzneimittelproduktion verglichen und verifiziert oder falsifiziert.

Theorie

Als theoretische Grundlage dient unter anderem die Erhebung und Darstellung der Lage zu den Themen Stromnetz, Folgen eines Blackouts und Arzneimittelproduktion. Basierend auf den daraus erhaltenen Erkenntnissen erfolgte die Ausarbeitung der Modelle anhand der Szenariotechnik, in denen sich unter anderem der bei Schadensereignissen mögliche Kaskadeneffekt widerspiegelt.

Wissenschaftliche Methoden

Zur Verifizierung oder Falsifizierung der theoretischen Modelle wurden Befragungen in Form von ExpertInneninterviews, unter Einsatz eines Interviewleitfadens, durchgeführt. Die Auswertung der erhobenen Informationen erfolgte durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring mittels Auswertematrix.

Ergebnisse

Die ausgearbeiteten Risikoindikatoren weisen eine bedingte Übereinstimmung mit den qualitativ erhobenen Daten auf. Dabei ist zu differenzieren, welche Ziele das jeweilige Unternehmen hinsichtlich der Aufrechterhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit anstrebt. Je länger die Produktion funktionstüchtig bleiben soll, desto relevanter werden diese erwähnten Indikatoren. Eine bedingte Übereinstimmung ist auch bei der prognostizierten Leistungsfähigkeit und Schadensauswirkung zu erkennen. Die erhobenen Prognosen finden ihre Ursachen vor allem in den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen – in diesem Fall Produktion und Lagermanagement –, den Produktportfolios – Eigenschaften der Produkte und deren Wert beeinflussen das Ergebnis – und technischen Gegebenheiten und Voraussetzungen.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

In modern society, our lives depend upon an uninterrupted supply of electricity. Especially the European electricity network appears stable to the majority of the population given that hardly anyone has ever experienced a prolonged and extensive power outage. There is also a lack of sensitivity towards the subject of blackouts for this very reason. However, there are plenty of ways in which our electricity supply could be brought to a standstill. The causes range from technical malfunctions or human error on the part of the network operator to environmental factors such as ice, snow and storms, right up to intentional acts (e.g. terrorism).

Public authorities have been grappling with how best to protect critical infrastructure since the beginning of the 21st century now. Critical infrastructure refers to all infrastructure that is of relevance for a society structured as ours currently is. This category includes, inter alia, the health sector and thus the production of pharmaceuticals, which is the main focus of this research. A number of requirements for emergency planning and preventative measures meanwhile exist for critical infrastructure, but often they are extremely superficial or of a piecemeal nature. In some parts of the healthcare sector, e.g. hospitals or chemists, precautionary measures have been taken in case of a power outage, whereas in others no such measures have been implemented.

This research project intends to assess this situation and will concentrate on answering the following research questions:

"What impact does a blackout have on industrial companies producing pharmaceuticals? Which risk indicators can be derived on the basis of a cascade model? How is the risk posed by a blackout perceived in this industry sector and how is it factored into preventative measures?"

Goal of the Thesis

This research aims to establish to what extent a blackout affects the operations of pharmaceutical companies. This calls for a fundamental discussion of the subject of blackouts and the conceivable impact on daily life in order to be able to take into account the possible effects of and the interconnections with the research subject. The corresponding risk indicators will be identified from the findings of the fundamental research conducted into blackouts and from observing the manner in which pharmaceuticals are manufactured. Furthermore, scenarios should indicate the predicted operational performance and the extent of the damage caused. In order to develop the topic scientifically, the theoretical models are compared with the experiences and opinions of experts in the field of pharmaceutical production and verified or falsified.

Theory

The survey and description of the situation regarding the electricity network, the consequences of a blackout and the production of pharmaceuticals serves as the theoretical basis. On the basis of the research results, the models were evaluated by using the scenario technique in which the possible cascade effect is inter alia reflected in the event that damaging events occur.

Methodology

To verify or falsify the theoretical models, surveys were carried out in the form of interviews with experts, using interview guidelines. The information collected was evaluated by conducting a qualitative content analysis by means of an evaluation matrix according to the technique of Mayring.

Results

The developed risk indicators show a conditional consistency with the qualitatively collected data. It is important to differentiate which goals the respective company strives to maintain its own performance capabilities. The longer the production should remain functional, the more relevant these mentioned indicators become. A conditional consistency can also be seen in the forecasted performance capabilities and damage impacts. The forecasts collected find their causes especially in the different fields of activity – in this case production and storage management –, the product portfolios – characteristics of the products and their value influence the result – and technical conditions and requirements.