Titelaufnahme

Titel
"Meins!" : Über die Bedeutung innerpsychischer und interpersonaler Konflikte für institutionell betreute Kinder
Weitere Titel
"It`s mine!" The significance of intrapsychic and interpersonal conflicts of toddlers in institutional childcare
AutorInnenGroßschedl, Barbara
GutachterEckstein-Madry, Tina
Erschienen2018
Datum der AbgabeFebruar 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Bindung / Emotionsregulation / Empirische Hermeneutik / Frühe Kindheit / Innerpsychische Konflikte / Institutionelle Kinderbetreuung / Interpersonale Konflikte / Subjektives Selbst / Young Child Observation
Schlagwörter (EN)bonding / emotion regulation / empirical hermeneutics / early childhood / innerpsychic conflicts / institutional childcare / interpersonal conflicts
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit kleinkindlichen Konflikten, welche im Rahmen von institutioneller Kinderbetreuung beobachtbar sind. Diese Konflikte können besonders dann zu gemischten Gefühlen bei Eltern und PädagogInnen führen, wenn sie mit Handlungen verbunden sind, welche Verletzungen verursachen.

Einige zum Thema durchgeführte Studien (vgl. Licht 2007: 126, Uhlinger Shantz 1987: 284) untersuchten solche handlungsgeleiteten Konflikte zwischen institutionell betreuten Kleinkindern. Die Frage nach dem Blickwinkel dieser Kinder blieb auf emotionaler Ebene - bezogen auf Konflikte mit Gleichaltrigen - offen. Innerpsychische Konflikte, welche sich aus zwiespältigen Emotionen ergeben, wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Diese Sichtweise ist jedoch wichtig, um sich den emotionalen Hintergründen und Ursachen für solches Verhalten nähern zu können. Den beteiligten Erwachsenen soll durch einen Einblick in die kindliche Perspektive Verständnis ermöglicht und Handlungsansätze eröffnet werden. Das Wohlbefinden der Kleinkinder in institutioneller Kinderbetreuung könnte dadurch gesteigert werden.

Das Forschungsinteresse der vorliegenden Untersuchung liegt daher in der Ausarbeitung dieser emotionalen Hintergründe für innerpsychische und interpersonale Konflikte von Kleinkindern in institutionellen Betreuungseinrichtungen. Um die vorliegende Arbeit an den aktuellen Forschungsstand anzuschließen, wird über drei Zugänge vorgegangen. Dazu dienen Untersuchungen zur institutionellen Kinderbetreuung (vgl. Buchebner-Ferstl et al. 2009: 5ff.), zu emotionalen (vgl. Diem-Wille 2007: 82) und sozialen Entwicklungsaspekten (vgl. Ahnert 2003: 7). Zur Erhebung der Daten wurden drei Kleinkinder mittels der Young Child Observation-Methode beobachtet. Die Auswertung der Beobachtungsprotokolle erfolgte angelehnt an eine empirisch hermeneutische Methode vertikal und horizontal und ergab drei sehr unterschiedliche Einzelfallanalysen. Die Ergebnisse zeigen die Spiegelung eines innerpsychischen durch einen sichtbaren Konflikt und die Verhinderung eines handlungsgeleiteten Konflikts durch Emotionsregulation. Ein weiteres Ergebnis illustriert eine Beziehung zwischen kleinkindlichen Konflikten und der Entwicklung des subjektiven Selbst, welches durch den Ausspruch „Meins“ symbolisiert wird.

Für die pädagogische Praxis zeigen die Ergebnisse Einblick in die Verhalten auslösenden Gefühle von institutionell betreuten Kleinkindern im Zusammenhang mit interpersonalen Konflikten. Die Ergebnisse können als Basis für professionelles pädagogisches Eingehen auf kleinkindliche emotionale Bedürfnisse dienen. Ebenso kann ein Verständnis der Bedeutung interpersonaler Konflikte für die Persönlichkeitsentwicklung der Kleinkinder erzielt und die Zusammenarbeit mit den Eltern erweitert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with infantile conflicts, which can be observed in the context of institutional childcare. These conflicts may lead to mixed feelings among parents and caregivers, especially when linked to injury-causing actions.

Some studies on this topic (cf. Licht 2007: 126, Uhlinger Shantz 1987: 284) examined such action-led conflicts between toddlers in childcare. The perspective of the children on an emotional level was not taken. Intrapsychic conflicts, which are the result of ambivalent emotions, were also not included into these studies. However, this perspective is important in order to approach the emotional backgrounds and reasons of such behavior. These backgrounds for intrapsychic and interpersonal conflicts of toddlers in childcare should be developed with the help of this study. This insight should provide involved adults involve with a better understanding and approach by deeper consideration of the child's inner world, increase the child's well-being and support the cooperation with parents.

The research interest of the present study is therefore the elaboration of these emotional backgrounds for intrapsychic and interpersonal conflicts of toddlers in institutional childcare. In order to connect the present work to the current state of research, three approaches are used. This is done through studies on institutional childcare (cf. Buchebner-Ferstl et al. 2009: 5ff.), emotional (cf. Diem-Wille 2007: 82) and social development aspects (cf. Ahnert 2003: 7).

To collect data for this study, three infants were observed by using the Young Child Observation method. The evaluation of the observation protocols was based on an empirical hermeneutic method and revealed three very different case studies. The results show in one particular case the reflection of an intrapsychic conflict through a visible action-led conflict. In another case, a relationship between infantile conflicts and the development of the “subjective self” symbolized by saying "It´s mine" can be established.

For practice in childcare, the results provide an insight into the behavioral feelings of institutionally cared toddlers in relation to interpersonal conflicts. They can serve as a basis for the caregivers dealing with infantile emotional needs, understanding the importance of interpersonal conflicts for personal development and supporting cooperation with parents.