Titelaufnahme

Titel
Stille Kinder im Fokus ihrer Affektregulierungsprozesse
Weitere Titel
Silent Kids in the focus of their affect regulation processess
AutorInnenLichtenberger, Alexandra
GutachterEckstein-Madry, Tina
Erschienen2018
Datum der AbgabeFebruar 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Affektregulierung / Kinder / Stille Kinder / Young Child Observation Methode
Schlagwörter (EN)affect regulation / children / Silent Kids / Young Child Observation Methode
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Stille Kinder, die wenig Aufmerksamkeit auf sich lenken, erfahren meist wenig Beziehungsangebot von Seiten der Fachkräfte und anderen Kindern. Womöglich deswegen, weil es durch ihr Auftreten und ihr selbständiges Zurechtkommen im Gruppenalltag den Anschein macht, dass sie keine Zuwendung brauchen. Für diese Kinder erfordert es ein hohes Maß an Affektregulierungskompetenz, und so widmet sich diese Bachelorarbeit, deren empirische Daten im Rahmen einer geplanten Interaktionsstudie im elementarpädagogischen Feld erhoben wurden, der Frage: „Welche Bedeutung haben die Affektregulierungsstrategien stiller Kinder im elementarpädagogischen Kontext?“

Die Forschungsfrage wird qualitativ anhand einer Einzelfallstudie über ein stilles, dreieinhalbjähriges Mädchen mittels der Young Child Observation Methode erhoben. In der psychoanalytischen Auswertung wird rekonstruiert, wie das Kind die Situationen erlebt haben könnte und welche Regulierungsmaßnahmen es aus welchen Gründen eingesetzt haben könnte.

Der noch nicht in der wissenschaftlichen Literatur verankerte Begriff „stilles Kind“ wird definiert und die Bedeutung des Begriffes „Affekt“ erläutert. Von der Entwicklung der Affektregulierung hin zu grundlegenden Strategien soll es gelingen, ein Bewusstsein über Regulierungsmaßnahmen stiller Kinder zu schaffen, um zu erkennen, welche Wirkung diese auf das Kind haben könnten. Dieses Wissen kann Fachkräften dazu dienen, den innerpsychischen Zustand stiller Kinder noch besser zu erkennen und somit einen weiteren Schritt in ihrer Professionalität gewährleisten.

Die Ergebnisse zeigen auf, dass stille Kinder durch ihre Fähigkeit, Dinge selbst zu bewältigen, ihre Ausdauer und ihre Kompetenz, sich mit Fluchttendenzen vor zu vielen Umweltreizen selbst schützen. So kompensieren sie das Gefühl, alleine gelassen zu werden, versorgen sich selbst mit beruhigenden Maßnahmen und befriedigen ihre Bedürfnisse auf imaginäre Weise. Unterstützung von anderen einzufordern oder anzunehmen scheint besonders stillen Kindern schwer zu fallen. Ihre Herausforderungen liegen demzufolge in den zwischenmenschlichen Interaktionen, welche jedoch einen wesentlichen Part für das psychische Wohlbefinden darstellen.

Auf der Basis dieser Erkenntnisse wird sichtbar, dass es wichtig ist, dass Fachkräfte durch bewusste Beziehungsangebote und sprachliche Begleitung stillen Kindern einen Weg offenbaren, um ihre Gefühle und Empfindungen im zwischenmenschlichen Kontakt zu verbalisieren. Sie haben dabei eine wichtige Funktion und können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, stille Kinder mehr in Gruppenprozesse einzubinden. Die Regulierungskompetenzen im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen können so mit Hilfe der Fachkraft erworben werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Still Children who, in general, do not attract much attention are usually offered few opportunities for relationships from professionals and other children. Probably, because through their appearance and their self-contained in the group´s everyday life, it seems that they do not need any attention. For these children, it requires a high degree of affect regulation competence, and being part of a planned pilot study on interaction in the elementary pedagogical field, this work addresses the question: “What significance do the affect regulation strategies of silent children have in the elementary pedagogical context?”

The term “still child”, which is not yet anchored in scientific literature, is defined and the meaning of the term “affect”, which is presented very differently in the scientific field, is explained. From developing of affect regulation to basic strategies, it should be possible to raise awareness about regulatory measures to recognize, especially in still children, what effect these could have on the child. This knowledge can be particularly useful to professionals to recognize the intrapsychic state of still children and to face them more professionally.

Results show that such children have a high degree of self-regulatory strategies. Having the ability to handle things themselves, the perseverance and the ability to protect themselves from too many environmental stimuli with escape tendencies, they compensate for the feeling of being left alone, provide themselves with calming measures and satisfy their needs in an imaginary way. Encouraging or accepting support from others seems to be praticulary difficult for “still children”. Their challenges therefore lie in the interpersonal interactions, which, however, have an essential part for the mental well-being.

Based on these findings, it becomes visible that through offering conscious relationship and linguistic accompaniment professionals can offer such children a way to verbalize their feelings and feelings in interpersonal contact, and play an essential role in involving them more in group processes. The regulatory competences in the field of interpersonal relationships can thus be acquired with the help of a specialist.