Bibliographic Metadata

Title
Der Nemo-tenetur-Grundsatz im Abgabenverfahren
Additional Titles
The privilege against self-incrimination in fiscal procedure
AuthorKöck, Sebastian
Thesis advisorScheiblauer, Markus
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Abgabenverfahren / Finanzstrafrecht / Konflikt / Mitwirkungspflichten / Offenlegungspflichten / Selbstbezichtigung
Keywords (EN)Fiscal Procedure / Financial criminal law / Conflict / Participation engagement / Disclosure engagement / Self-incrimination
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

„Schweigen ist Gold“ – oftmals bringt die Offenlegung von abgabenrelevanten Tatsachen unangenehme Folgen für den Abgabepflichtigen mit sich. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage zur Anwendbarkeit des Nemo-tenetur-Grundsatzes im Abgabenverfahren. Mit meiner Ausarbeitung möchte ich einen Überblick sowohl über die herrschende Rechtsprechung als auch über die unterschiedlichen Meinungen aus Literatur und Lehre geben und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Ansätze aufzeigen.

Erste Einblicke in den Nemo-tenetur-Grundsatz bieten einen geschichtlichen Rückblick zu den Ursprüngen und wie dieser seinen Weg in wichtige Rechtsordnungen gefunden hat.

Darauf aufbauend zeige ich die Fundstellen des Nemo-tenetur-Grundsatzes und deren legistische Ableitungen auf. Auf europäischer Ebene findet sich der Nemo-tenetur-Grundsatz in Art 6 EMRK und leitet sich aus den Grundsätzen auf ein faires Verfahren ab. In der österreichischen Rechtsordnung kann das Nemo-tenetur-Prinzip über einen Größenschluss aus Art 90 B-VG abgeleitet werden.

Ein Überblick über die Rechtsnormen, primär jene der Bundesabgabenordnung, die von der Ausstrahlungswirkung des Nemo-tenetur-Grundsatzes betroffen sind, rundet die Einleitung dieser Arbeit ab.

Den Hauptteil meiner Arbeit bilden die Ausführungen zur Reichweite und Anwendbarkeit des Nemo-tenetur-Grundsatzes. Dabei stehen sich unterschiedliche Lehrmeinungen sowie oftmals eine divergierende Rechtsprechung gegenüber. Einige Literaten fordern ein Umdenken des Gesetzgebers, um klare Strukturen im Umgang mit dem Nemo-tenetur-Grundsatz zu schaffen.

Den Abschluss bildet die Behandlung zweier Judikate, an Hand derer die praktische Relevanz des Grundsatzes nochmal verdeutlicht wird, ergänzt um eine ertragsteuerliche Würdigung des Sachverhaltes.

Abstract (English)

"Silence is golden" - the disclosure of tax-relevant facts often has unpleasant consequences for the taxpayer. This bachelor thesis deals with the question of the applicability of the Nemo-tenetur-principle in the fiscal procedure. My elaboration gives an overview of the prevailing jurisprudence and the different opinions found in literature and teaching and it points out the advantages and disadvantages of the respective approaches. The opening presents a historical review of the origins of the Nemo-tenetur-principle and how it has been implemented in the legal systems. Further the focus is on references of the Nemo-tenetur-principle and its legal derivations. The Nemo-tenetur-principle is regularized in Article 6 ECHR European law and its fundamentals lead to a fair trial. In the Austrian legal system, the Nemo-tenetur-principle is derived in Art. 90 B-VG by the legal logic of the size. An overview of the legal norms, primarily those of the Federal Tax Code, which are affected by the radiation effect of the Nemo-tenetur-principle, completes the introduction of this work. The main part of my bachelor thesis is the range and applicability of the Nemo-tenetur-principle. This is contrasted with different doctrines and divergent case laws. Some writers call for a rethinking of the legislator to create clear structures in dealing with the Nemo-tenetur-principle. The conclusion looks at two judicates, as a basis with which the practical relevance of the principle is again clarified, supplemented by a tax valuation of the facts.