Titelaufnahme

Titel
„Wenn die Not am größten..“ – Keynesianische Maßnahmen im Wirtschaftsraum der EU mit besonderer Berücksichtigung Österreichs während der Krise 2008/09
Weitere Titel
„When the need is greatest..“ – Keynesian measures in the European Economic Area with special focus on Austria during the 2008/09 crises
AutorInnenKogler, Irene
GutachterSchneider, Herwig W. ; Hartmann, Natalia
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Keynes / Wirtschaftskrise / Österreich / Ökonomische Theorien / deficit spending / Roosevelt / politische Interaktion
Schlagwörter (EN)Keynes / economic crisis / Austria / economic theories / deficit spending / Roosevelt / political interaction
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 in der EU mit besonderem Fokus auf Österreich. Solche Krisen werfen immer wieder die Frage nach der wirtschaftspolitischen Rolle des Staates auf, nach der „Rückkehr des Staates“ als wirtschaftspolitisches Heilmittel und als Korrektiv für das Marktversagen. Im Mittelpunkt steht der britische Ökonom John Maynard Keynes, der in vergleichbarem wirtschaftlichen Geschehen, nämlich der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, der Politik Maßnahmen vorschlug, um Auswirkungen einer Krise einzudämmen und ökonomische Erholung zu fördern. Eine kurze Einführung in verschiedenste ökonomische Theorien positioniert die Keynes’schen Thesen im Gefüge der Wirtschaftstheorien. Die historischen und politischen Gegebenheiten zur Zeit der großen Depression des letzten Jahrhunderts werden kurz skizziert und Keynes‘ Einfluss auf die politischen Machthaber dieser Zeit wird aufgezeigt. Die Mechanik und Verlauf von Wirtschaftskrisen werden erklärt, mit besonderem Augenmerk auf die Krise 2008/2009, deren Auswirkungen in Österreich, sowie die Maßnahmen, die die österreichische Bundesregierung gesetzt hat, um besagte Krise zu bewältigen.

Ziel der Untersuchung ist es, in Gesprächen mit namhaften Ökonom_innen festzustellen, ob Keynes’sche Maßnahmen für das Wirtschaften im 21. Jahrhundert noch relevant sind und wenn ja, ob sie noch angewandt wurden oder werden. Es wurden Expert_inneninterviews geführt, transkribiert und den Ökonom_innen zur Begutachtung vorgelegt. Die Auswertung erfolgte aufgrund des Umfangs der Themata mit Hilfe der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayering. Die Nützlichkeit der Keynes’schen Maßnahmen werden von den Expert_innen bestätigt, jedoch in unterschiedlicher Gewichtung als relevant betrachtet. Betont werden muss, dass die angewendeten Mittel (zB Zinssenkung, Animation der Bürger_innen) zur Krisenbewältigung nur für die Dauer dieser Krise einsetzbar, jedoch nicht für kontinuierliches Wirtschaften über längeren Zeitraum tauglich sind. Ebenso wurden die Expert_innen gebeten, zukünftige Entwicklungen der Ökonomie nach ihren eigenen Vorstellungen darzustellen.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper deals with the effects of the global economic crisis 2008/2009 in the EU with a special focus on Austria. Such crises repeatedly raise the question of the economic role of the state, of the "return of the state" as an economic policy remedy and as a corrective for market failure. The focus is on British economist John Maynard Keynes, who in comparable economic events, namely the global economic crisis of the 1930s, proposed measures to politicians to contain the effects of a crisis and promote economic recovery. A short introduction to various economic theories positions Keynes' theses in the structure of economic theories. The historical and political realities at the time of the Great Depression of the last century are briefly outlined and Keynes' influence on the political rulers of that time is shown. The mechanics and course of economic crises are explained, with particular attention to the 2008/2009 crisis, its effects in Austria, and the measures taken by the Austrian government to overcome this crisis.

The aim of the study is to determine in discussions with well-known economists whether Keynesian measures are still relevant for economic activity in the 21st century and if so, whether they were or are still being applied. Expert interviews were conducted, transcribed and presented to the economists for review. The evaluation was based on the scope of the topics with the help of the summary content analysis according to Mayering. The usefulness of Keynesian measures is confirmed by the experts, but considered relevant in different weightings. It must be emphasized that the means used (e.g. reduction of interest rates, animation of citizens) for crisis management can only be used for the duration of this crisis, but are not suitable for continuous economic activity over a longer period of time. The experts were also asked to present future economic developments according to their own ideas.