Titelaufnahme

Titel
Soziale Arbeit mit Geflüchteten als Menschenrechtsprofession? Bedingungen einer professionsethisch orientierten Sozialen Arbeit mit Geflüchteten
Weitere Titel
Social Work with Refugees as a Human Rights Profession? Conditions of Social Work with Refugees oriented on Professional Ethics
AutorInnenBarta, Sarah
GutachterMessinger, Irene
Erschienen2018
Datum der AbgabeMärz 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Menschenrechtsprofession / Soziale Arbeit mit Geflüchteten / Gemeinschaftsunterkünfte / Kritische Soziale Arbeit
Schlagwörter (EN)Human Rights Profession / Social Work with Refugees / Collecitve Living Quarters / Critical Social Work
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit behandelt die Frage, wie Soziale Arbeit mit Geflüchteten ihren Anspruch als Menschenrechtsprofession gerecht werden kann. Ein Selbstverständnis als Menschenrechtsprofession spiegelt sich in globalen Abkommen sowie nationalen Berufskodizes Sozialer Arbeit wieder und zeigt sich in professionsethischen Idealen, die nach einem dritten Mandat Sozialer Arbeit, nämlich der Verantwortung der Profession als solche gegenüber, verlangen. Soziale Arbeit mit Geflüchteten ist allerdings oft von menschenrechtswidrigen Rahmenbedingungen gekennzeichnet, was ein Erfüllen des Mandats erschwert. Geflüchtete unterliegen dabei nicht nur einer rechtlichen Schlechterstellung, sondern Soziale Arbeit ist selbst Teil einer restriktiven „Flüchtlingspolitik“. Sich zwischen diesen Umständen und den selbst auferlegten Ansprüchen Sozialer Arbeit ergebende Diskrepanzen werden anhand des Beispiels Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete veranschaulicht. Die Situation für dort untergebrachte geflüchtete Menschen widerspricht oft der Menschenwürde und die dort vorzufindenden Arbeitsbedingungen erschweren eine professionelle Soziale Arbeit. Eingebunden in einen nationalen Wohlfahrtsstaat und damit in neoliberale sowie neokoloniale Praktiken, scheint eine Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession unmöglich. Kritische Soziale Arbeit verlangt diesbezüglich nach einer kritischen, wissenschaftsbasierten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, in der die eigene Situiertheit Sozialer Arbeit miteingeschlossen wird. Aus dieser Gesellschafts- sowie Selbstkritik kann Soziale Arbeit im Sinne einer Repolitisierung ein politisches Programm entwickeln, um Ungerechtigkeitsmechanismen nicht nur erkennen, sondern auch verändern zu können. Das Positionspapier der Alice Salomon Hochschule dient dabei als gelungenes Beispiel dafür, welche Anforderungen gestellt werden müssen, damit eine Soziale Arbeit nach menschenrechtlichen Idealen möglich wird.

Zusammenfassung (Englisch)

This work deals with the question of how social work with refugees can meet its own requirements of being a human rights profession. The self-conception as human rights profession is reflected in global agreements and national professional codes. It results in professional ethical ideals that require a third mandate of social work, which is the responsibility of itself as a profession. However, social work with refugees is often characterized by conditions violating human rights which makes it difficult to carry out its mandate. Refugees have a worse legal position and social work is often part of a restrictive refugee policy. Hence disparities arise between those circumstances and social work’s own demands. Those disparities are shown by the example of collective living quarters for refugees. Accommodated refugees often live under conditions standing in conflict with human dignity. Moreover, working conditions there make it difficult to do professional social work. Social work is integrated within a national welfare state and hence in neoliberal and neo-colonial practices which is why social work as a human rights profession seems to be impossible. Critical social work demands for a critical and science-based analysis of societal relations, including its own situated position. Following this societal and self-criticism, social work is able to re-politicize in order to recognize as well as change mechanisms of injustice. The position paper of the Alice Salomon University is a good example of clarifying which requirements are necessary in order to make social work with ideals oriented on human rights possible.