Bibliographic Metadata

Title
Ernährungsrelevante Erkrankungen im österreichischen Strafvollzug – : eine diätologische Annäherung
Additional Titles
Nutrition-related diseases in the Austrian penal system – a dietary approach
AuthorElser, Bianca
Thesis advisorRichter, Silvia
Published2018
Date of SubmissionFebruary 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Gefängnismedizin / Gesundheitsförderung in totalen Institutionen / Ernährung in Haft / Gefängnisernährung / Ernährungsrelevante Erkrankungen
Keywords (EN)Intramural medical care/ Correctional health care/ Prison medicine / Health promotion in prison / Prison food / Prison meals / Nutrition-related diseases
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Die vorliegende Arbeit thematisiert die totale Institution „Gefängnis“ aus diätologischer Perspektive, ohne wertende Auslegungen oder Schlussfolgerungen in sozialer oder politischer Hinsicht zu treffen.

In einem abgeschlossenen Setting sind alle Tätigkeiten und Lebensäußerungen genau geplant und geregelt, die Ressourcen der Inhaftierten sind reduziert. Der Zugang zu Nahrung wird fast ausschließlich von der zuständigen Institution gewährt. Ihrerseits besteht die Verantwortung, durch das Angebot einer gesundheitsförderlichen Kost, die Aussicht auf ein krankheitsfreies Leben nach der Haft zu begünstigen.

Die steigende Prävalenz von Zivilisationskrankheiten macht eine Gesundheitsförderung im Gefängnis mithilfe einer ausgewogenen Ernährung zielführend. Die Insassinnen und Insassen der Justizvollzugsanstalten in Österreich stellen einen gewissen Querschnitt des Landes dar. Somit kann angenommen werden, dass auch ein beträchtlicher Anteil der inhaftierten Personen betroffen ist.

Inhaftierte, mit bestehenden oder neudiagnostizierten ernährungsrelevanten Erkrankungen, sollten mit adäquater Ernährungstherapie unterstützt werden. Wird eine Erkrankung diagnostiziert, die ernährungsassoziiert ist, besteht Recht auf Ernährungstherapie, unabhängig von Freiheit oder Haft.

Obwohl der Dialog über ausgewogene, gesunde Ernährung in Haft erst beginnt, außer Zweifel steht, dass Essen nicht Teil der Strafe ist!

Essen ist zentraler Bestandteil innerhalb der Gefängniskultur und trägt großes Potenzial, individuell sowie institutionell.

Arbeitsleitend ist dabei die Frage: „Welche Anknüpfungspunkte für diätologische Interventionen im Hinblick auf ernährungsrelevante Erkrankungen können im österreichischen Strafvollzug erhoben werden und welche Maßnahmen ergeben sich daraus?“

Dabei bewegt sich die vorliegende Arbeit an der Schnittstelle von Fragen nach Rahmenbedingungen wie der gesetzlichen Verankerung von Gesundheitsversorgung und dem Verpflegswesen. Die Beiziehung einer Diätologin oder eines Diätologen wird grundsätzlich empfohlen.

Nach der theoretischen Hinführung werden im empirischen Teil der Arbeit Einzelinterviews, mittels eines offenen Leitfadens, mit Anstaltsärztinnen und Anstaltsärzten geführt.

Die Auswertung der Interviews zeigt, dass sich mögliche Anknüpfungspunkte für diätologische Interventionen in einer Justizanstalt ableiten lassen können. Anknüpfungspunkte in der Anstaltsküche sowie ernährungstherapeutische bzw. diätologische Maßnahmen für Inhaftierte und Bedienstete können neue Handlungsfelder für Diätologinnen und Diätologen erschließen.

Ein interdisziplinärer Dialog, einschließlich einer Integration verschiedener internationaler Blickwinkel und Modelle, können als Grundlage für weitere Bearbeitung dienen, um das Thema Essen im Setting einer totalen Institution, trotz Beschränkungen gesundheitsbewusster auszuformen.

Es wäre in diesem Zusammenhang ebenso lohnenswert, die Mannigfaltigkeit an Spannungs- und Problemfeldern hinsichtlich der Gemeinschaftsverpflegung in österreichischen Justizanstalten zu erfassen und verwendbare Lösungswege zu formen.

Abstract (English)

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