Titelaufnahme

Titel
Die Basis einer guten Haltung - der Beckenboden
Weitere Titel
the foundation of a good posture - the pelvic floor
AutorInnenHanzal, Theresa
GutachterStelzhammer, Christine
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss

Die Stellung des Beckenbodens im Raum ist das Fundament einer guten Haltung. Abweichungen und fehlerhafte Positionierung der Körperabschnitte Becken, Brustkorb und Kopf übereinander können Ausgangspunkt für eine unangemessene Belastung und Beanspruchung muskuloskeletaler und neuronaler Strukturen sein und dementsprechend Probleme verursachen (Carrière, 2012, p. 88).

Die Intaktheit des Beckenbodens muss während alltäglicher Tätigkeiten, die den intraabdominellen Druck erhöhen, gegeben sein, um einerseits bei der Druckerhöhung mitwirken zu können, andererseits um die Kontinenz zu erhalten (Key, 2013, p.547).

Sobald es zu einer Verstärkung des intraabdominellen Drucks kommt, wie es beispielsweise beim Tragen von schweren Lasten der Fall ist, muss die Kontraktion des Beckenbodens reaktiv passieren, um eine rostrale Verdrängung des Diaphragma urogenitale zu verhindern, die Position des Blasenhalses aufrechtzuerhalten und die Funktion des Sphinkterverschlussmechanismus zu gewährleisten (Hodges et al., 2009, p.362).

Demzufolge wirkt die Beckenbodenmuskulatur indirekt auf die lumbopelvische Kontrolle, indem die Spannung der thorakolumbalen Faszie erhöht wird. Die Spannung die über die Bauchmuskelkontraktion generiert wird, ist abhängig vom intraabdominellen Druck und sorgt für eine elastische Festigkeit der Iliosakralgelenke (Hodges et al., 2009, p.362; Smith et al., 2007, p.377).

Physiotherapeutische Relevanz

Im physiotherapeutischen Alltag ist das Erkennen von funktionellen Zusammenhängen von großer Bedeutung. Der intakte Beckenboden unterstützt als muskuläres Fundament des Rumpfes maßgeblich die physiologische Haltung. Bei Vorhandensein einer guten Haltungskontrolle findet unter Aktivität reaktiv eine Koaktivierung von Zwerchfell, Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur statt. Kommt es zu einer Veränderung im physiologischen Haltungsmuster werden die muskulären Systeme daran gehindert, synergistisch zu arbeiten.

Ist ein Element der Rumpfkapsel über- oder unteraktiv, kommt es zu einer Störung des Koordinationsmusters, die zu einem Verlust der optimalen Steuerung der Haltungsform, der Atmung sowie der Kontinenz führen kann (Key, 2013, p. 544).

Smith et al. (2007, p.377) haben beschrieben, dass es bei Frauen mit muskulärer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur zu einer Beeinträchtigung der lumbopelvischen Kontrolle kommen kann, wodurch die Haltungsfunktion negativ beeinflusst wird. Dies erklärt einerseits, warum Frauen eine höhere Prävalenz haben an Becken- und Wirbelsäulenschmerzen zu leiden und zeigt andererseits den engen Zusammenhang zwischen dem Beckenboden und der Haltung auf.

Dieses Wissen soll im Sinne der Prophylaxe von Beckenbodenschwäche sowie haltungsassoziierten Pathologien im Becken- sowie Wirbelsäulenbereich in die physiotherapeutische Behandlung eingebunden werden, um obig angeführte Dysfunktionen im Rahmen präventiver therapeutischer Tätigkeiten vermeiden bzw. abschwächen zu können.

Aus dem obig dargestellten Problemaufriss ergibt sich die folgende Fragestellung:

Welche Rolle spielt die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur bei verschiedenen, alltagsrelevanten Körperpositionen?

In der Bachelorarbeit 1 soll der enge Zusammenhang der Haltung und dem Beckenboden mittels Literaturrecherche aufgezeigt werden. Darauf aufbauend wird sich die Bachelorarbeit 2 mit der Körperhaltung in verschiedenen Positionen (Stand, Sitzvariationen) und deren Auswirkung auf die muskuläre Aktivität im Beckenbodenbereich beschäftigen.