Bibliographic Metadata

Title
Was ist High Intensity Interval Training und wie wirkt es sich auf den menschlichen Organismus aus?
Additional Titles
What is High Intensity Interval Training and how does it affect the human body?
AuthorMarkovics, Martin
Thesis advisorKainzbauer, Georg
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Kontext: Im Feld der Physiotherapie ist regelmäßige Bewegungstherapie einer der Hauptaspekt für PhysiotherapeutInnen. Hierbei kommen sehr oft verschiedene Ausdauertrainingsformen zum Einsatz. Die reichlichen Vorteile von Ausdauertrainings auf das Herz-Kreislaufsystem sind unumstritten. Nicht nur bei Verletzungen am Bewegungsapparat, sondern auch bei internistischen Krankheitsbildern hat die Physiotherapie einen hohen Stellenwert. Besonders im Bereich des Inneren Organsystems treffen PhysiotherapeutInnen häufig auf PatientInnen mit cardiovaskulären Erkrankungen, wie koronare Herzkrankheiten, arterielle Hypertonien oder paVK. Des Weiteren spielt die Physiotherapie auch im Bereich der Prävention und Rehabilitation von cardiovaskulären Erkrankungen eine wichtige Rolle. Klassische Ausdauerformen, wie die extensive Dauermethode, werden noch häufig bei internistischen Krankheitsbildern eingesetzt, um die PatientInnen langsam an die Belastung zu gewöhnen und nicht zu schnell zu überfordern. Nach aktuellem Wissensstand gewinnen immer mehr spezifische Arten von Intervallmethoden an Wichtigkeit im Präventions- und Rehabilitationsbereich des Inneren Organsystems. Eine spezielle Form ist das High intensity interval training oder kurz HIT. Diese besondere Form des Ausdauertrainings ist durch hochintensive, kurzandauernde Belastungen charakterisiert, welche hinsichtlich positiver Auswirkungen sehr vielversprechend ist. Diese Arbeit soll den PhysiotherapeutInnen näherbringen, wie High intensity interval training definiert und richtig durchgeführt wird. Des Weiteren wird erklärt welche genauen Auswirkungen es auf den menschlichen Organismus hat und soll somit das Behandlungsrepertoire erweitern.

Methodik: In dieser nicht-empirischen, hermeneutischen Forschungsarbeit wurden viele Studien gefunden, um den Begriff HIT anhand verschiedener Trainingsparameter, wie die VO2max, die VO2peak und der Durchführung des Wingate-tests, zu definieren. Weiters konnten die positiven Auswirkungen von High intensity interval training analysiert und interpretiert werden. Die verwendeten Volltext-Studien wurden hauptsächlich in den Datenbanken Pubmed, Science Direct und Journal of physiology recherchiert und es wurden 13 Studien für die Beantwortung der zentralen Fragestellung herangezogen. Einige Suchbegriffe, die verwendet wurden: High intensity interval training, HIIT, short-term sprint intervall training, HIT effects on cardiovascular system, high intensity intermittent exercise.

Hauptergebnisse: Der positive Effekt von High intensity interval training ist nach Analyse des aktuellen Wissensstandes klar ersichtlich. Verschiedenste Studien zeigen, dass nach absolvieren von mehreren Einheiten intensiven HIT-Trainings die oxidative Kapazität der Skelettmuskeln steigt und trainingsinduzierte Verbesserungen hinsichtlich cardiovaskulärer Adaptionen stattfinden. Weiters konnte festgestellt werden, dass High intensity interval training einen Beitrag zu einer verbesserten Auswurfleistung des linken Ventrikels und zu einer signifikanten Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit führt. Diese Ergebnisse lassen schlussfolgern, dass HIT zu einer verbesserten Allgemeinen Ausdauer führt und somit positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat. In Bezug auf die Definition von HIT ist jedoch einiges sehr kritisch zu betrachten. Der aktuelle Wissensstand zeigt, dass es sehr schwierig ist, eine eindeutige globale Nomenklatur für den Begriff High intensity interval training zu eruieren. In den ausgewählten Studien findet man unter anderem die Bezeichnungen „short sprint interval training“ und „low-volume HIT“. Nach genauerem Vergleich der Studien kann man sehr ähnliche, wenn nicht sogar idente Methodik des Trainings feststellen, obwohl verschiedene Bezeichnungen des Trainings verwendet wurden. Weiters ist es kritisch zu betrachten, dass in der Wahl der Trainingsparameter von HIT-Studien, wie VO2max oder VO2peak und verschiedene Durchführungsarten des Wingate-Tests, variieren und so keine pauschale Bezeichnung über ein standardisiertes High intensity interval training getroffen werden kann.