Bibliographic Metadata

Title
Der Hallux Valgus bei geriatrischen Patientinnen - eine Erhebung des aktuellen Wissensstandes
Additional Titles
Hallux Valgus in geriatric patients - an investigation of the current state of knonwledge
AuthorNeumann, Nathalie
Thesis advisorHöhne, Franziska
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Problemaufriss & zentrale Forschungsfrage

Der menschliche Fuß ist ein komplexes Körperteil, der, abgesehen von seinen sensorischen Aufgaben, für die

mechanische Funktion des aufrechten Standes und der Fortbewegung von großer Wichtigkeit ist (Sterzing et al., 2006).

Die degenerative Fußdeformität Hallux Valgus (HV), bei der es zur lateralen Abweichung der Großzehe und medialen Abweichung des ersten Metatarsalknochens kommt, kann zu erheblichen Konsequenzen führen (Gur et al., 2017).

Bei einem HV treten Schmerzen am vorderen prominenten Ballen auf, die Einschränkungen auf der Partizipations- und Aktivitätsebene hervorrufen können. Der Schuh drückt an dieser Stelle und so kann es dadurch beispielsweise zu einer geringeren Gehstrecke kommen. Des Weiteren führt ein HV zu einer verminderten Balancefähigkeit und zu einem veränderten Abrollverhalten des Fußes beim Gehen. Das dadurch veränderte Gangmuster wird instabiler. Das größte Risiko, bedingt durch all diese Faktoren, ist die Erhöhung der Sturzgefahr bei älteren Menschen (Menz & Lord, 2005; Menz et al., 2005).

Konservative Möglichkeiten einen HV zu therapieren, sind zum Beispiel Tapeanlagen, Orthesen oder trainingstherapeutische Fußmuskelübungen. All diese Behandlungsansätze werden häufig zur Korrektur und Stabilisation unterschiedlicher Gelenke der unteren Extremität verwendet. Bei HV-PatientInnen haben diese Maßnahmen einen positiven Einfluss auf die Mobilität und Gehfähigkeit (Bayar et al., 2011; Menz et al., 2005).

Anhand einer Literaturrecherche soll der Zusammenhang zwischen einem HV und der erhöhten Sturzgefahr von geriatrischen PatientInnen untersucht werden. Weiterführend wird in der Arbeit eine mögliche Beeinflussung von Tapes, Orthesen und auch trainingstherapeutischen Übungen auf die Mobilisation bzw. Gehfähigkeit bei geriatrischen PatientInnen mit HV diskutiert. Aus diesem Problemaufriss ergibt sich folgende zentrale Forschungsfrage:

„Welcher Zusammenhang besteht zwischen einem Hallux Valgus und der Sturzgefahr bei geriatrischen PatientInnen und welchen Einfluss haben verschiedene physiotherapeutische Behandlungsansätze in Bezug auf dieses Risiko?“

Folgende Unterfragen lassen sich durch die Hauptforschungsfrage ableiten:

• Kann durch Tape-Korrekturen, Orthesen und trainingstherapeutisches Fußmuskeltraining das Sturzrisiko bei älteren Menschen reduziert werden?

• Sind in Bezug auf die Mobilität und Gehfähigkeit elastische oder unelastische Tapes von Vorteil? Und was ist die Begründung dafür?

Physiotherapeutische Relevanz

Laut Nix et al. (2010) liegt die globale Prävalenz eines HV zwischen 18- und 65-Jährigen bei ca. 23%. Bei der älteren Generation, es wird hierbei das Alter über 65 Jahren angegeben, liegt die Betroffenheit bei 35%. Die Entstehungsgeschichte eines HV lässt sich nur schwer diagnostizieren. Sowohl intrinsische als auch extrinsische Faktoren können dafür verantwortlich sein (Bayar et al., 2011; Menz, 2016).

Aufgrund der Häufigkeit dieser Fußdeformität werden PhysiotherapeutInnen immer wieder mit geriatrischen PatientInnen, die einen HV vorweisen, konfrontiert. Das Wissen über den Zusammenhang zwischen einem HV und der Sturzgefährdung bei geriatrischen PatientInnen ist daher für die therapeutische Arbeit von großem Nutzen. Ist der/die PhysiotherapeutIn mit den Konsequenzen eines HV vertraut, lassen sich die Behandlungsmaßnahmen optimieren.

Es scheint, dass Tapeanlagen, aber auch andere konservative Maßnahmen wie die physikalische Therapie, die Verwendung von Orthesen und die Durchführung von Fußmuskelkräftigungsübungen, einen positiven Einfluss auf den HV haben. Dadurch kann der Schmerz deutlich reduziert, das Gangbild verbessert sowie das Sturzrisiko gesenkt werden (Toepfer & Harrasser, 2015).

Ziele der Bachelorarbeit

In folgender Bachelorarbeit soll der aktuelle Wissensstand über die Themengebiete HV, die/der geriatrische PatientIn und Sturz zusammengefasst werden. In der zweiten Bachelorarbeit wird mithilfe dieser grundlegenden Informationen und der Verwendung zusätzlicher Literatur, der Zusammenhang zwischen einem HV und der Sturzgefahr bei geriatrischen PatientInnen beschrieben. Weiters wird der Einfluss konservativer Behandlungsmöglichkeiten in Bezug auf dieses Risiko beleuchtet.

Ziel dieser beiden Arbeiten ist es, PhysiotherapeutInnen Informationen zu dem Thema HV und Sturzgefährdung zur Verfügung zu stellen. Damit soll dem/der TherapeutIn eine Hilfestellung gegeben werden, um eine geeignete konservative Behandlungsmethode für die Minimierung des Sturzrisikos bei HV PatientInnen zu wählen.