Bibliographic Metadata

Title
Belastungsinkontinenz im weiblichen Leistungssport
Additional Titles
Stress urinary incontinence in female elite athletes
AuthorPettermann, Stefan
Thesis advisorStelzhammer, Christine
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Belastungsinkontinenz oder Stress Urinary Incontinence (SUI) ist definiert als unwillkürlicher Urinabgang unter Belastung, hervorgerufen durch einen plötzlichen intraabdominellen Druckanstieg durch Niesen, Husten, Pressen, schweres Heben oder sportliche Aktivitäten (Abrams et al., 2017, p.17). Belastungsinkontinenz ist eine Problematik die vermehrt mit älteren Frauen in Verbindung gebracht wird, jedoch beschreibt Nygaard et al. (1994, p.183), dass auch junge Frauen darunter leiden. Einer der Gründe dafür ist das Partizipieren in High-Impact Sportarten wie Basketball, Volleyball, Tennis oder rhythmische Gymnastik, welche eine sehr hohe Belastung für den Beckenboden darstellen.

Almeida et al. (2015, pp.271-273) untersuchte Beckenbodendysfunktionen von Athletinnen. Sie fanden heraus, dass insgesamt 52,5% der Sportlerinnen an Harninkontinenz leiden. Bei den betroffenen Frauen konnte anhand ihrer Pathophysiologie festgestellt werden, dass die Belastungsinkontinenz die häufigste Erscheinungsform war. 87,5% von allen betroffenen Sportlerinnen im Bereich der Gymnastik und Trampolin litten an Belastungsinkontinenz.

Da Roza et al. (2015, pp.271-273) beschrieb in ihrer Studie einen Zusammenhang zwischen dem Trainingsvolumen und der Belastungsinkontinenz. 72,7% der Sportlerinnen, welche an Belastungsinkontinenz leiden, berichteten von einem höheren Trainingsvolumen und von einer höheren Trainingsdauer. Jene, die eine Kontinenz aufwiesen, trainierten demnach mit geringerem Volumen und von kürzerer Dauer, während hingegen ein höheres Volumen mit einer schwereren Form von Inkontinenz in Verbindung steht.

Um Belastungsinkontinenz zu behandeln empfiehlt Dumoulin et al. (2014, p.2) Beckenbodentraining als erste Therapiemaßnahme bei jeder betroffenen Frau einzusetzen, um die Symptomatik zu verbessern.

Die Fragestellung, die sich aus dem Problemaufriss ergibt, lautet wie folgt: Wie wirkt sich Beckenbodentraining auf die Symptomatik der Belastungsinkontinenz von Leistungssportlerinnen aus?

Da die Ursache der Harninkontinenz bei jungen Sportlerinnen nicht bei einer Verletzung bzw. Irritation des Beckenbodens selbst liegt, sondern auf den Sport zurückzuführen ist, sollten konservative Maßnahmen, im Sinne von Beckenbodentraining von Seiten der Physiotherapie, als Behandlung an erster Stelle stehen. Hier stellt sich die Frage, ob im Trainingsplan von jungen Leistungssportlerinnen auch dem Beckenbodentraining Platz bereitet wird und ob dafür Zeitressourcen vorhanden sind. Dieses Training sollte zudem nicht von den betreuenden Trainerinnen und Trainern durchgeführt werden, sondern von ausgebildeten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, welche im Themengebiet der Gynäkologie gute Kenntnisse hat. Dies würde den positiven Aspekt mit sich bringen, dass ein auf die Sportlerin individuell zugeschnittenes Beckenbodentraining ebenso sportspezifisch gestaltet werden kann.