Bibliographic Metadata

Title
Beckenbodentraining zur Verbesserung der Lebensqualität bei PatientInnen mit COPD
Additional Titles
Pelvic floor training to improve the quality of life in patients with COPD
AuthorSchippel, Jan
Thesis advisorStelzhammer, Christine
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Abrams et al. (2003, p. 38) definieren die Harninkontinenz (HI) als jeglicher unfreiwillige Verlust von Urin. Am „6th International Consultation on Incontinence“ wurde gezeigt, dass weltweit 25 – 45% der erwachsenen Frauen, 11 – 34% der älteren Männer und 3 – 5% der jungen Männer und der Männer mittleren Alters an HI leiden. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern steigt die Prävalenz mit zunehmendem Alter (Abrams et al., 2017, p.18, p. 36). PatientInnen, die mit HI leben, leiden häufig an Sturzangst, Rückzug aus dem sozialen Leben, Depression und einer verringerten Konzentrationsfähigkeit. Daraus resultieren hohe wirtschaftliche Kosten und eine Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (QoL) (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin [DEGAM], 2004; Landefeld et al., 2007, p.451; Tozun et al., 2009, p. 247). Die QoL gibt den Grad des subjektiven Wohlbefindens an. Sie gibt Rückschlüsse auf ein lebenswertes Leben. Ursprünglich wurden lediglich soziale und ökonomische Indikatoren, wie Einkommen, politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit, berücksichtigt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich ein Trend in Richtung subjektiver Indikatoren wie Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit entwickelt. Heutzutage geht es vor allem um die gesundheitsbezogene QoL. Zusätzlich zur Erhebung der klinischen Symptomatik und der verlängerten Lebensspanne der PatientInnen, werden Parameter wie subjektives Wohlbefinden und Alltagszufriedenheit berücksichtigt (Schumacher et al., 2003, p.1).

Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) ist seit 2010 die dritthäufigste Todesursache. 1990 war sie noch auf dem vierten Platz (Lozano et al., 2012, p.2113). „Inzidenz und Prävalenz der COPD steigen mit zunehmendem Lebensalter, bei Männern stärker als bei Frauen. Man geht davon aus, dass mindestens 3,3% der Bevölkerung an COPD leidet“ (Gestel & Teschler, 2014, p.8). Zahlreiche Komorbiditäten gehen damit einher, wobei Herzinsuffizienz, Arthritis, Diabetes und HI den größten Einfluss auf die subjektive Qo) haben (Putcha et al., 2013, p.6-7; Schnell et al., 2012, p.3). Nikotinabusus gilt als Hauptursache für die Entwicklung einer COPD. Die Krankheit zeichnet sich durch eine fortschreitende irreversible Verengung der Atemwege und eine langsame, stetige Erhöhung des intraabdominellen Drucks aus. Ein bisher wenig beachtetes Symptom bei fortgeschrittener COPD ist die HI (Burge et al., 2017, p.3; Hirayama et al., 2008, p.752; Hrisanfow & Hägglund, 2011, p.1898).

Diese Arbeit hat die Prävalenz der HI bei PatientInnen mit COPD untersucht. Burge et al. (2017, p. 55) haben in ihrer prospektiven Fragebogenerhebung eine Prävalenz von 39% erhoben. In einer anderen Studie von Köhler et al. (2013, p. 30, p. 43) wurden höhere Werte von bis zu 85,3% festgestellt. Hrisanfow and Hägglund (2011, p. 1897, p. 1898, p. 1902) haben 30,3% 49,6% erhoben. In den drei Studien sieht man, dass ein großer Teil der PatientInnen mit COPD an HI leidet. Anschließend wurde recherchiert ob die HI deren QoL beeinflusst. Die COPD weist mit einem steigenden Ausprägungsgrad auch eine steigende Anzahl an Komorbiditäten auf. Je mehr Begleiterkrankungen desto schlechter ist die QoL. Die Schwere der COPD verhält sich somit umgekehrt proportional zur QoL (Hrisanfow & Hägglund, 2012, p. 3, p.5 - 7; Putcha et al., 2013, p. 2 - 9; Xiang et al., 2015, p. 122 - 124).