Titelaufnahme

Titel
Flucht aus der Zwangsprostitution
Weitere Titel
Escape from forced prostitution
AutorInnenSchönegger, Alexandra
GutachterMusil, Verena
Erschienen2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Zwangsprositution / Zwang / Prostitution / Frauenhandel / Menschenhandel / Menschenrechte
Schlagwörter (EN)Forced Prostitution / Force / Prostitution / Women Trafficking / Human Trafficking / Human Rights
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage:

Flucht aus der Zwangsprostitution – Welche rechtlichen und sozialen Barrieren ergeben sich bei dem Ausstieg aus der Zwangsprostitution für Frauen in Österreich und welche Angebote werden benötigt?

Für die Beantwortung dieser Frage ist es essenziell sich mit dem Unterschied zwischen Zwang und Freiwilligkeit sowie der Definition von Zwang auseinander zu setzen, um durch eine differenzierte Betrachtungsweise die Komplexität der Thematiken Frauenhandel und Zwangsprostitution ersichtlich zu machen. In der Arbeit geht hervor, dass Zwang sowohl durch Dritte in Form von psychischer und physischer Gewalt als auch durch staatliche Strukturen und Gegebenheiten entstehen kann. Ein weiterer wesentlicher Punkt dieser Arbeit ist, dass Zwang für die Betroffenen selbst, als auch für Außenstehende nicht immer als solcher ersichtlich ist, da oftmals keine Gewalt im herkömmlichen Sinn angewendet wird, wie beispielsweise durch die Loverboy-Methode.

Im Literaturteil werden EU-Richtlinien und nationale Gesetze Österreichs dargestellt, um förderliche als auch hinderliche Rechtsvorschriften bezüglich des Verweilens im Zwangs-kontext aufzuzeigen. Dabei geht hervor, dass die Gesetzeslage in Österreich grundsätz-lich förderlich ist, um der Ausbeutung von Frauen im sozialen, kulturellen und wirtschaftli-chen Leben entgegenzuwirken. Dennoch erweist sich die Umsetzung der Gesetze, ins-besondere der Vollzug der Gesetzeslage, oftmals als schwierig. So stehen unter anderem das Verwaltungsrecht und Fremdenrecht häufig den Interessen der betroffenen Frauen hinderlich im Weg.

Die Darstellung von rechtlichen Gegebenheiten sowie die Auseinandersetzung mit The-men wie Zwang und Freiwilligkeit sollen einen differenzierten Blick auf die Zielgruppe und deren Bedürfnisse ermöglichen, um benötigte Angebote ersichtlich zu machen. Die Arbeit inkludiert auch eine Darstellung der Institutionen und deren Aufgaben, welche in diesem Bereich tätig sind. Diese gliedern sich in Polizei, NGO’s und staatlich geförderte Einrich-tungen. Durch den Vergleich von vorhandenem und benötigtem Angebot lassen sich vor allem Verbesserungsmöglichkeiten in der nationalen Zusammenarbeit als auch in der internationalen Vernetzung, welche entscheidend für gelingende präventive Arbeit ist, erkennen.

Zusammenfassung (Englisch)

This work deals with the following research question:

Escape from forced prostitution – Which juridical and social barriers arise for women in Austria after the withdrawal of sexual slavery and which social services are required?

To answer this question, it is essential to differentiate between force and voluntariness and define the term force rigorously in order to make the complexity of women trafficking and forced prostitution more evident. This work explains how force can originate from psychological or physical violence conducted by others or by governmental structures and circumstances. Another essential aspect of this work is that force is not necessarily obvious to the affected persons and its surrounding people because violence must not be used in the customary sense (loverboy-method).

In the theoretical part, EU directives and Austrian national laws are shown to indicate conducive as well as obstructive regulations. It exposed that the legal framework in Aus-tria is actively counteracting the exploitation of women in a social, cultural and economic context. Nevertheless the implementation, particularly the execution, of laws is still chal-lenging. Especially the administrative law and aliens law aggravate the situation for the affected women.

The outline of juridical circumstances as well as the discussion about force and voluntari-ness should allow a differentiated view at the target group and their needs to make re-quired social services evident. The work includes also an exposition of institutions which currently work in this sector and their duties – including the police, NGO’s and govern-ment-funded institutes. The comparison of available and required social services reveal diverse possibilities for improvement on a national and international level in order to ac-complish succeeding preventive work.