Bibliographic Metadata

Title
Eine qualitative Bestandaufnahme von Übungen zur Kräftigung der Rotatorenmanschette nach operativer Fixation
Additional Titles
A qualitative appraisal of exercises for strengthening the rotator cuff after an operative fixation
AuthorKrenn, Florian
Thesis advisorKlinger, Meike
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Einleitung:

Im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit wird eine Einführung in das Themenfeld gegeben und daraus die zentrale Forschungsfrage abgeleitet. Das Ziel der Forschungsarbeit und die Hypothesen zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage werden dargestellt. Am Ende des ersten Kapitels wird ein Überblick über die Physiotherapeutische Relevanz dieser Arbeit gegeben.

Studien zeigen, dass heutzutage rund 50% aller über 65-Jährigen unter einer Rotatorenmanschettenläsion leiden (Cofield et al., 2001). Da diese jedoch nicht immer sofort Beschwerden beziehungsweise Schmerzen verursachen müssen, ist die Zeitspanne zwischen Rotatorenmanschettenruptur und Operation oft zu lange (Mukovozov et al., 2013), sodass der Heilungsprozess negativ beeinflusst und hinausgezögert wird. Durch verbesserte bildgebende Verfahren, wie z.B. MRT oder Röntgen, soll diese überaus wichtige Zeitperiode kürzer werden und dadurch ein besseres Endergebnis erreicht werden.

Es handelt sich um ein gesundheitliches Problem, welches nicht nur Profisportler und Profisportlerinnen aus Überkopf-Sportarten wie Volleyball oder Handball betrifft, sondern auch Amateursportler und Amateursportlerinnen beziehungsweise Nicht-Sportler und Nicht-Sportlerinnen.

Wie es zu einer Rotatorenmanschettenruptur kommt ist nicht genau geklärt. Noh et al. (2008) und Yadav et al. (2009) haben jedoch einige Faktoren erforscht und sich insbesondere mit der Bedeutung des Alters, des dominanten/nicht-dominanten Armes, des Aktivitätsniveaus, den Akromionformen, etc. auseinandergesetzt. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch die Degeneration-Mikrotrauma-Theorie (Yadav et al., 2009), die besagt, dass es neben altersbedingten Degenerationen der Ligamente auch zu Degenerationen durch wiederholt auftretende Mikrotraumata kommt.

Nicht jede Rotatorenmanschettenruptur muss operiert werden, jedoch wurde bei konservativen Therapiemaßnahmen beobachtet, dass es durch vermehrten Gebrauch anderer Strukturen von einem reparablen zu einem irreparablen Schaden kommen kann (Zingg et al., 2007). Aus diesem Grund wird der Großteil aller Rotatorenmanschettenrupturen in operativen Verfahren wiederhergestellt, wobei unterschiedliche Operationsmethoden zum Einsatz kommen.

In gesamten derartigen Krankheitsverlauf von beginnender Degeneration, über Rotatorenmanschettenruptur, bis hin zur Operation und dem danach beginnenden Heilungsprozess findet durch einen geringeren Gebrauch der Muskulatur ein kontinuierlicher Abbau dieser statt. In einem späteren Stadium kommt es zu dem Umbau der kontraktilen Elemente und zu einer Einlagerung von Fettgewebe in den verletzten Muskel (Goutallier et al., 1994).

Aufgrund dieser Tatsachen ist es unabdingbar, früh genug mit einem regenerativen Muskeltraining anzufangen, um zu versuchen, diesen Prozess des Umbaus und der Fetteinlagerung hinauszuzögern beziehungsweise zu verhindern.

Zentrale Forschungsfrage:

Welche Effekte haben verschiedene Krafttrainingsprogramme auf Patienten und Patientinnen nach einer operativen Wiederherstellung der Rotatorenmanschette in Bezug auf die Range of Motion, Schmerzen, Kraft und Funktion?

Sekundäre Forschungsfrage:

Welchen Fokus legten die Autoren auf Krafttrainingsformen und auf kinetische Ketten?

Zielsetzung der Arbeit

In dieser wissenschaftlichen Arbeit sollen Datenbanken nach Übungsprogrammen durchsucht und es soll auf deren Basis eine qualitative Übungsanalyse erstellt werden.

Einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit soll eine genauere Betrachtung dieser Übungen hinsichtlich offener und geschlossener Ketten und der Krafttrainingsform (konzentrisch/exzentrisch) darstellen.

Kein Ziel der Arbeit ist es, ein Trainingsprogramm für die Muskulatur der Rotatorenmanschette zu entwickeln.

Physiotherapeutische Relevanz:

Da Rotatorenmanschettenläsionen und –rupturen - wie oben bereits erwähnt - sehr häufig vorkommen, vielfach operiert werden und erhebliche Beeinträchtigungen der betroffenen Personen mit sich bringen, ist die Arbeit der Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen besonders wichtig, um die Funktion nach einer operativen Rekonstruktion bestmöglich wiederherzustellen. Um den Alltag wieder sicher bewältigen zu können, muss das Schultergelenk nicht nur durch die globale Muskulatur (M. Deltoideus, M. Trapezius, etc.) stabilisiert sein, sondern auch durch eine kräftige Rotatorenmanschette eine stabile artikuläre Führung erhalten. Durch die Aktivität der Rotatorenmanschette kommt es zu einem negativen intraartikulären Anpressdruck des Humeruskopfes in der Cavitasglenoidalis, ein Effekt, der bei einer beschädigten Rotatorenmanschette verloren geht und zu anderen Pathologien führen kann.

Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen können anhand dieser Arbeit einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand bezüglich kräftigender Übungen für die Rotatorenmanschette nach operativer Fixation erhalten.