Bibliographic Metadata

Title
Herausforderungen älterer Studierender im Studiengang Physiotherapie. Eine thematische Einführung
Additional Titles
Challenges older physiotherapy students have to face. A thematical introduction
AuthorSchlögl, Nicole
Thesis advisorBenczur-Juris, Sabine
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

In Zeiten des lebenslangen Lernens ist es keine Seltenheit, ein Studium nicht direkt nach der Matura, sondern erst in späteren Jahren zu beginnen. Dies führt dazu, dass unter den HochschulbesucherInnen neben MaturantInnen auch viele ältere Studierende zu finden sind. Diese Gruppe der „älteren Studierenden“ kann zusätzlich zu den herkömmlichen Studienanforderungen vor einer Reihe an Herausforderungen stehen. In Form einer jahrgangsübergreifenden, empirischen Untersuchung sollen ältere Studierende des Studiengangs Physiotherapie mit Hilfe von qualitativen Interviews zu den Herausforderungen in verschiedenen Studien- und Lebensbereichen befragt werden. Ziel dieser Befragung soll es sein, etwaige Problembereiche dieser Studierendengruppe aufzuzeigen und die zentrale Fragestellung: Worin bestehen die größten Herausforderungen für ältere Studierende im Studiengang Physiotherapie? zu beantworten.

Das Studium der Physiotherapie wird in Österreich seit Herbst 2006 in Form eines Ba-chelorstudiums an Fachhochschulen angeboten. Die Ausbildung erstreckt sich über sechs Semester und ist als Vollzeitstudium organisiert.

Nach Aufzeichnungen des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft waren im Wintersemester 2016 an den österreichischen Fachhochschulen 1340 Studierende im Studiengang Physiotherapie inskribiert. Auf die, in dieser Arbeit zu untersuchende Gruppe der Studierenden ab 26 Jahren entfielen davon 293 Studierende, also knapp 22 Prozent.

Diese Alterslimitation der Interviewteilnehmer wurde festgelegt, um jene Personen von der Datenerhebung auszuschließen, welche das Studium auf Grund von Auslandsaufenthalten oder mehreren Antritten zur Aufnahmeprüfung verspätet beginnen.

Pechar & Wroblewski (1998) unterscheiden in ihrer Studie zwischen „traditionell- und nicht traditionell Studierenden“. Als traditionell Studierende werden jene HochschülerInnen bezeichnet, welche ihr Studium unmittelbar nach der Matura beginnen, wobei auch ein verzögerter Studienbeginn etwa durch Zivil-/Präsenzdienst oder ein soziales Jahr miteinberechnet wird. Die Gruppe der nicht traditionell Studierenden gliedert sich in drei Untergruppen, deren Kriterien einzeln oder in kombinierter Form auf die Studierenden zutreffen können.

Das erste Unterscheidungsmerkmal bildet das höhere Lebensalter in dem ein Studium aufgenommen wird. Die zweite Dimension beschreibt die Art des Hochschulzugangs. Dabei wird zwischen dem herkömmlichen Weg über die Matura und alternativen Zugangsberechtigungen wie die Berufsreife- oder die Studienberechtigungsprüfung unterschieden. Die Berufsreifeprüfung ist der herkömmlichen Reifeprüfung nach Abschluss einer allgemein bildenden höheren- oder einer berufsbildenden höheren Schule gleichgesetzt. Das erfolgreiche Ablegen der Prüfung ermöglicht somit einen uneingeschränkten Zugang zum Studium an österreichischen Hochschulen. Im Gegensatz dazu erlangt man bei der Studienberechtigungsprüfung nur die Zugangsmöglichkeit zu einer bestimmten, im Vorfeld festgelegten Studienrichtung. Das dritte Merkmal befasst sich mit der Studienintensität. Dies umfasst sowohl die Studienorganisation (Vollzeit- oder Teilzeitstudium) als auch das Zeitbudget, welches neben eventuellen beruflichen oder familiären Verpflichtungen für das Studium zur Verfügung steht.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage konnte aus vorhandener Literatur nur wenig Vorwissen gesammelt werden. Aus diesem Grund wird als Forschungsparadigma der qualitative Zugang gewählt. Die Erhebung der Daten soll mittels problemzentrierter Interviews erfolgen. Die Strukturierung erfolgt in Form eines Leitfadens, welcher die vorab ausgearbeiteten Fragen und deren festgelegte Reihenfolge beinhaltet. Die Interviewdurchführung ist im Zeitraum zwischen Ende Dezember 2017 und Anfang Februar 2018 geplant. Mittels Tonaufzeichnung sollen die Interviews für die spätere Bearbeitung festgehalten werden. Wie zuvor beschrieben, werden zur besseren Abgrenzung des Forschungsgebiets, Studierende mit einem Studienbeginn ab der Vollendung des 26. Lebensjahres zu den Interviews eingeladen.

Die Stichprobengröße ist durch die zeitlichen Rahmenbedingungen dieses Forschungsprojekts limitiert. Aufgrund des hohen Zeitaufwandes der Datenauswertung beschränkt sich die Anzahl der TeilnehmerInnen auf fünf bis sechs Personen.

Die Transkription der Befragungsergebnisse bildet die Voraussetzung für die spätere Datenanalyse. Da für die geplante Datenerhebung Sprachfeinheiten und Dialekte von geringer Bedeutung für die Beantwortung der Forschungsfrage sind, wird die Übertragung des Tonmaterials in normales schriftdeutsch für diese Arbeit ausgewählt.

Zur Datenanalyse soll die inhaltsanalytische Zusammenfassung angewandt werden, da diese Methode eine übersichtliche Auswertung der Interviewergebnisse ermöglicht.