Bibliographic Metadata

Title
CWAD – Defizite der funktionellen Einheit Wirbelsäule. : Eine Betrachtung aus PT-Sicht
Additional Titles
CWAD - deficits of the functional unit "spine". A physiotherapist's reflection
AuthorSchönthaller, Gloria
Thesis advisorReicher, Eva
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Beim Schleudertrauma handelt es sich um einen Verletzungsmechanismus, der sich in 2 Phasen unterteilen lässt und bei dem es zu einem Energietransfer auf die zervikalen Strukturen kommt (Claussen et al., 1999; Gifford, 1998). Weiterlaufend kommt es in anatomisch benachbarten Strukturen ebenfalls zu Auswirkungen, die jedoch bisher in Studien nur wenig Beachtung fanden (Heneghan et al., 2016). Verletzungen sind in allen zervikalen Strukturen sowie im zerviko-thorakalen Übergang nachweislich dokumentiert (Siegmund et al., 2009).

„WAD“ dient als Sammelbegriff für alle klinischen Manifestationen, die nach einem Schleudertrauma auftreten können (Peterson et al., 2015b). Diese sind durch eine große Heterogenität sowie eine kompensierbare Natur charakterisiert, was neben einer oft bildgebend nicht nachweisbaren Verletzung, Schwierigkeiten bei der Diagnose bereitet (TRACsa, 2008; Sterling, 2011; Jull et al., 2008). Weiters kommt es oft zu einer Chronifizierung, sog. „CWAD“, für die es bisher jedoch keine Erklärung und demnach auch keine eindeutigen Risikofaktoren gibt (Walton & Elliott, 2017). Am häufigsten leiden PatientInnen an WAD II (Jull et al., 2008), weshalb dieses auch im weiteren Verlauf der BAC 2 im Fokus stehen wird.

Für keine der CWAD Dysfunktionen konnte bisher eine einzelne Ursache ermittelt werden, weshalb ein gegenseitiges Beeinflussen der Symptome sowie eine psychologische Komponente angenommen wird (Gifford, 1998). Es existieren jedoch Indizien für eine Mitbeteiligung thorakaler Strukturen sowohl beim Auftreten von Schmerzen (Claussen et al., 1999) als auch bei der reduzierten ROM des Nackens. Muskuläre Defizite sowie ein darauf zurückgehendes Steifheitsgefühl des Nackens betreffen außerdem Strukturen, die sowohl die HWS als auch BWS umspannen, weshalb ein Zusammenhang mit der BWS nicht ausgeschlossen werden darf (Heneghan et al., 2016).

Da es keine einzelne Ursache für die große Variationsbreite an Symptomen gibt, ist eine fundierte Untersuchung umso wichtiger, um ein klares Bild der Beschwerden zu erhalten und einen begründeten Ansatz für die Therapie zu finden.