Titelaufnahme

Titel
Zusammenhang zwischen Kraft der Knieextensoren bzw. Hüftabduktoren und funktionellen Einschränkungen nach einer Knie - TEP
Weitere Titel
Relationship between the strength of knee extensors or hip abductors and functional limitations after TKA
AutorInnenSchwarz, Mathias
GutachterGruber, Silke
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Osteoarthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung, welche durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastungsfähigkeit eines Gelenks entsteht. (Niethard, Pfeil, & Biberthaler, 2009). Dabei handelt es sich um „eine Degeneration des Knorpelgewebes mit sekundärer Knochenläsion und entzündlich bedingter Schrumpfung der Gelenkskapsel.“(Niethard et al., 2009, p. 168). Osteoarthrose ist die häufigste Ursache für chronischen muskuloskelettalen Schmerz und Behinderung der Mobilität bei älteren Bevölkerungsgruppen weltweit (Peat, 2001). Neben den Finger- und Hüftgelenken ist von den peripheren Gelenken das Kniegelenk am häufigsten betroffen (Engelhardt, 2003). Laut dem National Institute of Health and Care Excellence (NICE, 2014) sollte eine Entscheidung für eine chirurgische Intervention erfolgen, wenn die Gelenksymptomatik eine erhebliche Auswirkung auf die Lebensqualität hatund konservative Behandlungen nicht zielführend waren. Ein häufiger chirurgischer Eingriff im Spätstadium der Kniegelenksarthrose ist der künstlicher Gelenksersatz. Diese sogenannte Knie – Totalendoprothese ist in Österreich eine gängige Behandlung von Kniegelenksarthrosen, so wurden laut OECD – Statistik (2018) im Jahr 2015 18.595 Implantationen durchgeführt, was einen Spitzenplatz im OECD – Vergleich bringt. Der Großteil der betroffenen Personen in Österreich sind weiblich und haben ein Durchschnittsalter von in etwa 71 Jahren (Großschädl et al., 2013). Während sich das Operationsverfahren in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt und verbessert hat, gibt es auch neue Ansätze in der Rehabilitation von Knie – TEP PatientInnen. Eine dieser Rehabilitationsmethoden ist die sogenannte fast-track Methode, welche zurzeit im Herz Jesu Krankenhaus angewandt wird, mit dem Ziel, PatientInnen schnellstmöglich nach der Operation physiotherapeutisch zu betreuen und zu mobilisieren. Nach Kehlet und Thienpoint (2013) führt die fast-track Methode zu einer höheren Zufriedenheit der PatientInnen, einer geringeren Morbidität und einem verkürzten Krankenhausaufenthalt im Vergleich mit dem Standard Rehabilitationsprozedere. Zudem wurden keine Unterschiede zwischen fast-track - und Standard - Methode bezüglich der Komplikationen im Krankenhaus festgestellt (Wilches et al., 2017).

Durch die hohe Anzahl der Implantationen in Österreich nimmt die Rehabilitation der PatientInnen einen großen Teil der physiotherapeutischen Arbeit in Anspruch. Doch durch die verschiedenen Standards und Methoden im Rehabilitationsverfahren in den Krankenhäusern stellt sich die Frage, auf welchen physiotherapeutischen Bereich der Fokus gelegt werden soll, um das funktionelle Outcome nach der Operation zu verbessern und somit eine höhere Zufriedenheit der PatientInnen zu erzielen. Jones et al. (2003) haben gezeigt, dass Patienten mit einer schlechteren, präoperativen Funktion des Kniegelenks auch nach der Operation größere funktionelle Probleme erwarten zu haben. Auch wurde festgestellt, dass eine hohe, präoperative Quadricepskraft einen signifikanten Unterschied in Bezug auf postoperative, funktionelle Assessments wie den „Timed up & go“ oder den „stair climbing test“ ergeben (Mizner & Snyder-Mackler, 2005). Diese Erkenntnis geht einher mit der Pilot Studie von McKay et al. (2012), welche einen Kraftverlust der Quadricepsmuskulatur auf bis zu 60% des präoperativen Wertes bezifferte. Laut Calatayud et al. (2016) führt ein high – intensity Training der Beinmuskulatur, welches präoperativ über 8 Wochen durchgeführt wurde, zu einer größeren Schmerzreduktion, besseren Ergebnissen in funktionellen Assessments und zu einer größeren Range of Motion in Flexion und Extension nach der Knie – TEP Implantation im Vergleich zur Kontrollgruppe welche kein präoperatives Training vollzogen hat. Im Gegensatz dazu haben Piva et al. (2011) in ihrer Studie beschrieben, dass kraftvolle Hüftabduktoren die körperliche Funktion in einem höheren Ausmaß beeinflussen als ein starker Quadricepsmuskel. Deshalb soll erforscht werden, welchen Einfluss der Faktor Kraft auf den Outcome nach einer Knie – TEP Versorgung haben. Dazu wurden auf der 1. Orthopädischen Abteilung im Herz Jesu Krankenhaus Assessments prä- und postoperativ durchgeführt, um den Verlauf des Rehabilitationsprozesses zu dokumentieren. Unter anderen wurden, vor und drei Monate nach der Operation, mittels mobilen Kraftmessgerätes die Muskulatur der Hüftgelenksabduktoren und der Kniegelenksextensoren überprüft und der WOMAC Fragebogen beantwortet. Mit den erhaltenen Daten soll diese wissenschaftliche Arbeit mittels statistischer Korrelation ob ein höherer Kraftwert der genannten Muskulatur einen positiven Effekt auf die Lebensqualität und somit auf den WOMAC Gesamtscore ergibt. Außerdem soll untersucht werden, welche dieser Muskelgruppen einen höheren Einfluss auf den WOMAC Fragebogen hat, um das Rehabilitationsverfahren spezifischer zu gestalten und den funktionellen Outcome nach einer Knie – TEP Operation zu verbessern.