Bibliographic Metadata

Title
Der Umbau der Wiener Ringstraße im 19. Jahrhundert und seine städtebaulichen Auswirkungen
Additional Titles
The Reconstruction of the Wiener Ringstrasse in the 19th century and its urban development effects
AuthorHohl, Dominic
Thesis advisorVukovic, Vladimir
Published2017
Date of SubmissionNovember 2017
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Glacis / Linienwall / Masterplan Glacis / Wiener Ringstraße / Stadtbefestigung / Stadtmauer / Wettbewerbsausschreibung
Keywords (EN)Glacis / Linienwall / Masterplan Glacis / Wiener Ringstrasse / City fortification / City wall / Competitive tendering
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Die Arbeit trägt den Titel „Der Umbau der Wiener Ringstraße im 19. Jahrhundert und seine städtebaulichen Auswirkungen“.

Die Weiterentwicklung der Stadt Wien im 19. Jahrhundert wurde durch die Stadtmaueranlage und durch das damals verhängte Bauverbot des sogenannten Glacis verhindert. Die Stadtmauer mit dem davorliegenden Glacis war eine öde große Fläche, die vormals zum Schutz vor feindlicher Übernahme diente – an der Stelle, wo sich heute die Ringstraße befindet. Durch die Aufhebung des Bauverbotes durch Kaiser Franz Josef I. wurde schließlich die städtebauliche Entwicklung sowie der Aufbau des Wiener Prachtboulevards in die Wege geleitet. Für die groß angelegten Umbauarbeiten wurde 1858 die Wettbewerbsausschreibung über die öffentliche Zeitung getätigt. Daraus resultierten drei erste Plätze, die Friedrich Stache, Ludwig Förster und dem Duo van der Nüll und Sicardsburg zugesprochen wurden. Diese Architekten haben den Städtebau und den Ausbau der Wiener Ringstraße in ihrem heutigen Erscheinungsbild vorwiegend geprägt. Zu den ersten Gebäuden der Wiener Ringstraße zählen die Staatsoper nach dem Entwurf von Eduard van der Nüll und die Votivkirche. Weiters präsentiert die Ringstraße prachtvolle Bauten wie die Wiener Universität und das Rathaus, welches das größte der Gebäude des Rings darstellt. Die Zwillingsbauten - das Naturhistorische und Kunsthistorische Museum – waren ursprünglich als Teil des Kaiserforums geplant, welches im Zeitalter der Republik nicht fertig gestellt wurde.

Durch den verstärkten Ausbau von Verkehr und Transport konnte die Entwicklung der Stadt Wien vor allem in den 1860er und 1870er Jahren durch große Infrastrukturprojekte vorangetrieben werden. Die Verdichtung des Verkehrsnetzes, die Donauregulierung und die erste Hochquellwasserleitung trugen zu einer Verbesserung der Lebenssituation in der Stadt bei. Wien präsentierte seinen Ehrgeiz zur Größe auf internationaler Ebene durch die Weltausstellung im Jahr 1873. Dies war der Beginn der Entwicklung Wiens zu einer angesehenen Metropole.

Zur Zeit des ersten Weltkrieges kam es kaum zu einer baulichen Weiterentwicklung der Stadt Wien und der Ringstraße. Nach dem Wiederaufbau im Anschluss an die Zerstörung der Gebäude im zweiten Weltkrieg 1945 war eine Veränderung durch die Neuerrichtung von Bauten zu erkennen. Hinzu kamen nach diesem Zeitabschnitt beispielsweise diverse Hotels, die auch in der Gegenwart für ihr historisches Erscheinungsbild bekannt sind.

Seit den 1980er Jahren wird die Stadtentwicklung zum Großteil in den gründerzeitlichen Stadtquartieren außerhalb des Gürtels und nicht mehr in der Ringstraßenzone betrieben.

Aus aktueller Sicht vermittelt der stark befahrene Wiener Ring in gewisser Weise eine bauliche Trennung zwischen Innerer Stadt und dem Rest Wiens, so wie damals vor der Auflassung der Befestigungsanlage und dem Glacis ebenso eine Abgrenzung gegeben war. Die heutige Ringstraße bietet mehrere Grünflächen, die Wien in eine lebenswerte Stadt verwandeln. Grundsätzlich kann an der Wiener Ringstraße erkannt werden, welch großer Wert auf den Erhalt des Bestandes aus dem 18. und 19. Jahrhundert durch Restaurierungen gelegt wird. Die Zukunft wird zeigen, welche Möglichkeiten die Weiterentwicklung der Ringstraße mit sich bringt. Das Ziel soll darin liegen, auf die kommenden Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen und gleichzeitig den Erhalt des historischen Flairs, wofür die Ringstraße bekannt ist, zu fördern. Künftige Entwicklungsmaßnahmen könnten sich in einer Reduktion des starken Verkehrsaufkommens zugunsten von ausgebauten Rad- und Gehwegen sowie weiteren Grünflächen zeigen. Der daraus resultierende höhere Wohlfühlfaktor und die niedrigere Feinstaubbelastung kommen der Bevölkerung und den Gebäuden zugute.

Abstract (English)

This thesis is titled with “The Reconstruction of the Wiener Ringstrasse in the 19th century and its development effects”.

The expansion and building development was prevented in the 18th and 19th centuries by the construction ban of the so-called Glacis. The city wall in combination with the Glacis was a desolate area which once served as a shelter from hostile takeover. At the place where the Glacis was located, nowadays the Ringstrasse can be found. The abolition of the construction ban by Emperor Franz Josef I. finally led to the development of the city as well as the construction of the Viennese boulevard. For the planned extensive reconstruction, the announcement concerning the competition was released in 1858 via the public newspaper. The results out of the publication were three first places awarded to Friedrich Stache, Ludwig Förster and the duo van der Nüll and Sicardsburg. These architects mainly affected on the urban development and expansion of the Wiener Ringstrasse in its present appearance. The first buildings of the Viennese Ringstrasse include the state opera designed by Eduard van der Nüll, the Votivkirche, the University of Vienna and the Viennese Town Hall, which is the largest of the buildings of the Ringstrasse. The twin buildings - the Natural History and Art History Museum - were originally planned as part of the Kaiserforum, which was not finished in the era of the Republic.

As a result of the increased expansion of transport, the development of the city of Vienna was promoted in the 1860s and 1870s through large infrastructure projects. The densification of the transport network, the regulation of the river Danube and the first water supply system contributed to an improvement in the life situation in the city. Vienna presented its ambition to greatness on an international level through the world exhibition in 1873. This was the beginning of the development of Vienna into a prestigious metropolis.

At the time of the First World War, the city of Vienna and the Ringstrasse hardly developed. After reconstruction following the destruction of the buildings in the Second World War in 1945, a change was seen by the construction of new buildings. After this period, various hotels were additionally built. Nowadays these are famous for their historical appearance. Since the 1980s, urban development has been predominantly carried out in the quarters of the town outside the Wiener Gürtel, and no longer in the zone of the Wiener Ringstrasse. From a recent point of view, the Wiener Ring with its high traffic density certainly conveys a structural separation between Innere Stadt and the rest of Vienna. Just the way it was in former times before the conveyance of the fortification system and the Glacis happened. The present Ringstrasse offers several green areas, which turn Vienna into a life-like city. Obviously, it has priority to preserve the structure of the 18th and 19th century at the Wiener Ringstrasse through numerous restorations every year.

The future will show the possibilities for further development of the Ringstrasse. The target represents the consideration of the needs of the population as well as the preservation of the historical flair, which is known for the Ringstrasse. Future development measurements could result in a reduction in the high traffic density in favor of extended bicycle ways and walking ways as well as in the creativity of further green areas. The consequence will be a higher feel-good factor and a lower fine dust load. These will lead to benefits for the population and the buildings itself.