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Title
Das Geschlecht als Einflussfaktor auf den Therapieerfolg im Rahmen des physiotherapeutischen Prozesses - Eine Erhebung des aktuellen Wissenstandes
Additional Titles
Gender as an influence on the outcome of therapy within the operating process in physical therapy – an elicitation of current scientific knowledge
AuthorEdelmann, Albin
Thesis advisorBenczur-Juris, Sabine
Published2018
Date of SubmissionFebruary 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Einführung in das Problemfeld: Laut §11 (1) des geltenden MTD Gesetzes gehört es zu den Berufspflichten eines Physiotherapeuten/einer Physiotherapeutin, den Beruf ohne Unterschied der Person gewissenhaft auszuüben. Ob die Erfüllung dieser Pflicht in der Praxis ausnahmslos gewährleistet werden kann ist diskussionswürdig, da sowohl der Physiotherapeut/die Physiotherapeutin als auch der Patient/die Patientin subjektiven Einflüssen unterliegen. Einen dieser Einflüsse kann einerseits das Geschlecht des Physiotherapeuten/der Physiotherapeutin, andererseits das Geschlecht des Patienten/der Patientin darstellen.

Die Beziehung des Patienten/der Patientin zum Physiotherapeuten/zur Physiotherapeutin leistet einen entscheidenden Beitrag zum Therapieerfolg. Mit einem Anteil von 30% ist dieser sogar doppelt so hoch wie der Anteil der Anwendung der Techniken selbst. Das aktuelle biopsychosoziale Modell unterstreicht die Bedeutung des Zusammenspiels von Körper, Geist und sozialem Umfeld. Da viele Krankheiten nicht nur rein mechanische Ursachen haben ist es von großer Bedeutung, auch psychische und soziale Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

Physiotherapeutische Relevanz: Eine erfolgreiche, vertrauensvolle Kommunikation zwischen Patient/Patientin und Physiotherapeut/Physiotherapeutin ist die Basis für den Therapieerfolg. Dieser kann einerseits durch nicht erteilte Informationen hinsichtlich des Gesundheitszustandes aufgrund fehlenden Vertrauens oder Scham, andererseits aufgrund suboptimaler Compliance während der Therapie (z.B. Verkrampfen, Atemfluss etc.) gefährdet werden. Es kann sein, dass sowohl das Geschlecht des Physiotherapeuten/der Physiotherapeutin als auch das Geschlecht des Patienten/der Patientin Einfluss auf dessen/deren Compliance hat und der Therapieerfolg durch gezielte anamnestische Fragen, angepasstes Verhalten in der Umsetzungsphase oder im äußersten Fall erst durch einen Wechsel des Therapeuten/der Therapeutin optimiert werden kann. Daher kann es von großer Bedeutung sein, in der Anamnese derartige Bedürfnisse des Patienten/der Patientin zu eruieren und darauf in der Umsetzungsphase adäquat zu reagieren.

Fragestellungen: Die zentrale Fragestellung der Arbeit ist, welchen Einfluss das Geschlecht des Physiotherapeuten/der Physiotherapeutin oder des Patienten/der Patientin auf den physiotherapeutischen Prozess hat. Als Unterfragen werden die Faktoren, welche der Physiotherapeut/die Physiotherapeutin diesbezüglich hinsichtlich der Gesprächsführung und Kommunikation in der Anamnese zu bedenken hat bzw. was er/sie in der Umsetzungsphase berücksichtigen muss, behandelt.

Ziel der Arbeit: Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob der Faktor Geschlecht einen Einfluss auf den physiotherapeutischen Prozess hat. Darüber hinaus sollen mögliche Problemfelder erarbeitet werden, die sich aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit des Physiotherapeuten/ der Physiotherapeutin bzw. des Patienten/der Patientin ergeben.

Methodik: Um die oben erwähnten Fragen zu beantworten wird eine Literaturrecherche durchgeführt, um den aktuellen Wissensstand festzustellen. Das Ergebnis dient als Grundlage für die Bachelorarbeit 2. Darauf aufbauend wird ein Interviewleitfaden (nach Helfferich) erstellt, mit dessen Hilfe im zweiten Teil der Bachelorarbeit Interviews mit drei Physiotherapeuten bzw. Physiotherapeutinnen geführt werden. Die in den Interviews erhobenen Daten werden mittels der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die Bachelorarbeit 1 ist somit eine nichtempirische Forschungsarbeit. Die Bachelorarbeit 2 ist als qualitativ-empirische Arbeit mit Querschnittsdesign vorgesehen.

Nach der Formulierung der zentralen Forschungsfrage wurden zwei Suchstrategien für diese Bachelorarbeit angewendet, um wissenschaftliche Literatur zu gewinnen: Stichwortsuche und Schneeballsystem.

Zusammenfassung des aktuellen Wissensstands: Die Geschlechtszugehörigkeit spielt im medizinischen Alltag eine bedeutende Rolle. Diese beschränkt sich nicht nur auf Krankheitsschwere und -häufigkeit. Neben dem unterschiedlichen hormonellen Status finden sich bei Mann und Frau Unterschiede im Gehirn, den kognitiven Fähigkeiten und dem Verhalten. Auch das Geschlecht des Therapeuten/der Therapeutin wirkt sich auf die Art und den Ablauf der Behandlung aus. Hierbei werden Unterschiede in der Kommunikation, dem Untersuchungsverhalten und der professionellen Haltung festgestellt.