Bibliographic Metadata

Title
Muskelphysiologische Auswirkungen von Ischämie auf die Gehstrecke bei Patient_innen mit PAVK der Stadien IIa und IIb
Additional Titles
Musculo-physiological effects of ischemia on the walking distance of patients with PAD classification IIa and IIb
AuthorKunit, Verena
Thesis advisorAugesky-Stocker, Doris
Published2018
Date of SubmissionFebruary 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Diese Bachelorarbeit 1 ist eine nicht-empirische Forschungsarbeit. Die Literaturrecherche wurde mittels der bibliographischen Datenbanken PubMed und PEDro umgesetzt.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der unteren Extremität ist eine häufige Erkrankung der Arterien. Das Krankheitsbild beeinflusst die Lebensqualität und die funktionelle Kapazität der Patient_innen (Paradis et al., 2016, p.968; Steinacker et al., 2000, p.12). In der Peripherie kommt es zu wesentlichen Veränderung der Durchblutungssituation. Reicht die Perfusion nicht aus, fällt der Perfusionsdruck hinter der Stenose zu schnell ab und es kommt zur Ischämie (Steinacker et al., 2000, p.13).

Die histologischen Auswirkungen von Ischämie wurden in den letzten sechzig Jahren wenig erforscht (Gohil et al., 2013, p.347). Nach Steinacker et al. (2000, p.13) führt Ischämie zu Stress in den Muskelzellen und bringt neben einem Mangel an Sauerstoff (O2) auch Azidose, Radikalbildung und Stoffwechselaustauschstörungen mit sich.

Ein Symptom des PAVK Stadiums II nach Fontaine ist die Claudicatio intermittens (Göhring, 2009, p.37). Dieses kennzeichnet sich durch einen Muskelschmerz beim Gehen aus, welcher in Ruhe milder wird. Durch den ischämischen Schmerz kommt es individuell zu einer Verminderung der Gehstrecke (Gohil et al., 2013, p.347).

„Wichtigstes Ziel jeder therapeutischer Intervention bei Claudicatio intermittens ist die Verbesserung der eingeschränkten Gehfähigkeit der Patient(_innen)“ (Schmitt et al., 1999, p.1561). Es stellt sich die Frage: Welche muskelphysiologischen Auswirkungen hat Ischämie auf die Gehstrecke bei Patient_innen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit der Stadien IIa und IIb?

In der physiotherapeutischen Behandlung von Patient_innen mit PAVK gibt es diverse Ansätze um die aktuelle Gehstrecke zu verbessern. Training, in Form von Gehen, kann ohne Schmerzen (Göhring, 2009, p.35f; Lyu et al., 2016, p.366), bis zur Schmerzgrenze (Debray & Welling, 2012, p.714), mit milden, moderaten oder maximalen Schmerzen durchgeführt werden (Lyu et al., 2016, p.366).

Die Arbeit soll als eine Wissenserweiterung für die Physiotherapie dienen, um in Folge jede/jeden Patient_in mit PAVK individuell optimiert betreuen zu können.

Ziel dieser Arbeit war es zentrale Begriffe und den aktuellen Wissensstand im Hinblick auf die zentrale Forschungsfrage zu erläutern und darzustellen.

In den ersten Kapiteln wird ein Überblick über relevante Aspekte der Pathophysiologie der PAVK und der Muskelphysiologie gegeben. Es werden die Aufgaben von Mitochondrien und Muskelfasern erklärt. Im Hinblick auf die zentrale Fragestellung werden Ischämie-bedingte Änderungen im Muskel nähergebracht. Um die Veränderungen im Muskel besser nachvollziehen zu können, wird die Energiebereitstellung und der Energiestoffwechsel im Skelettmuskel passend aufbereitet. Begriffe wie Ischämie und ischämische Reperfusion werden erläutert und in Verbindung gebracht.

Da sich die Fragestellung neben den muskelphysiologischen Hintergründen auch auf die Auswirkungen der Gehstrecke bezieht, sind in einem eigenen Kapitel potentielle Adaptionen des Körpers angeführt, welche laut relevanter Literatur zu einer Verbesserung der Gehstrecke beitragen können.

Im Hinblick auf die Bachelorarbeit 2 sollen die sich unterstützenden, aber auch sich wiedersprechenden Aussagen und Feststellungen der Bachelorarbeit 1 in Verbindung gebracht werden. Der Titel der Arbeit wird in Hinblick auf die Bachelorarbeit 2 adaptiert. Im Zuge der Aufarbeitung des Inhalts der Bachelorarbeit 1 werden auch neue Ergebnisse erhoben und zusammengetragen. Ziel der Bachelorarbeit 2 wird mit unter sein, die physiotherapeutische Entscheidung, ob und inwieweit in den ischämisch-verursachten Schmerz gegangen werden soll, zu unterstützen. Im Vordergrund steht hierbei das Ziel der Erhaltung und der Erweiterung der schmerzfreien Gehstrecke. Es werden unterschiedlich gewählte Dosierungen der Schmerzintensität aus der Literatur gegenübergestellt. Den Hauptteil der Bachelorarbeit 2 nehmen die Beantwortung der zentralen Forschungsfrage und die Diskussion ein. Hier werden die gewonnenen Ergebnisse interpretiert und diskutiert. Am Ende werden Methodik und Inhalt reflektiert. Zusammenfassung und Ausblick geben Aussicht auf weitere Forschungsansätze.