Titelaufnahme

Titel
Okklusionstraining – Definition und Anwendungs-möglichkeiten
Weitere Titel
Blood flow restriction training – Definition and how to use it
AutorInnenTüchler, Lukas
GutachterKlinger, Meike
Erschienen2018
Datum der AbgabeFebruar 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1.1 Problemaufriss

Damit Strukturen der unteren Extremität, beeinträchtigt durch Verletzung, Operation oder andere Pathologien heilen können, ist es meist notwendig, diese über einen gewissen Zeitraum weniger zu belasten. Dieser Umstand hat häufig Muskelatrophie und somit eine Verminderung der Muskelkraft zur Folge. Am Oberschenkel ist der Quadrizeps davon am meisten betroffen (Ohta et al., 2003; Akima & Furukawa, 2005), während die Adduktoren und die Hamstrings kaum an Querschnitt verlieren (Akima & Furukawa, 2005).

Das American College of Sports Medicine (2009) empfiehlt Gewichte von mindestens 60-70% des One-Repetition Maximum (1RM) für Kraftzuwachs und 70-85% des 1RM für Muskelwachstum. Hohe Trainingsbelastungen können jedoch ein Problem darstellen, wenn Schmerzen bestehen oder eine vorangegangene Verletzung oder Operation vorliegt (Messier et al., 2013).

In den letzten Jahren haben Studien gezeigt, dass niedrig dosiertes Okklusionstraining mit einer Belastung von 20-30% des 1RM, bei welchem eine Art Blutdruckmanschette am proximalen Oberschenkel angelegt wird, signifikanten Muskelwachstum und Kraftzuwachs hervorrufen kann (Ohta et al., 2003; Tennent et al., 2017).

1.2 Ziel der Arbeit

In dieser Bachelorarbeit soll durch eine systematische Literaturrecherche untersucht werden, welchen Einfluss niedrig dosiertes Okklusionstraining bei Pathologien der unteren Extremität bezüglich Kraft- und Muskelzuwachs hat. Weiters soll geprüft werden, ob diese neue Methode des Trainings ein geeignetes Tool in der Rehabilitation darstellt, oder ob es noch weiterer Forschung diesbezüglich bedarf. Dazu findet im Stile eines Systematic Review eine Gegenüberstellung verschiedener Studien statt, welche die unten genannten Kriterien erfüllen müssen um für diese Arbeit herangezogen zu werden. Um jedoch einen besseren Einblick in das bei uns noch nicht besonders aktuelle Thema zu bekommen, sollen zuerst zentrale Begriffe definiert, sowie verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gegenübergestellt und etwaige physiologische Mechanismen aufgezeigt werden. Außerdem soll sich ein Teil der Arbeit dem Thema „Sicherheit“ widmen.

1.3 Zentrale Fragestellung

Welchen Einfluss hat niedrig dosiertes Okklusionstraining bei Pathologien der unteren Extremität bezüglich Kraft- und Muskelzuwachs im Vergleich zum Training ohne Okklusion?

1.4 Physiotherapeutische Relevanz

Muskuläres Aufbautraining nach Verletzungen ist eine häufig gesetzte Maßnahme in der physiotherapeutischen Praxis. Oft ist es aufgrund einer reduzierten Toleranzgrenze in der frühen Wundheilungsphase aber nicht möglich, mit hohen Gewichten zu arbeiten. Da es jedoch ein Ziel in der Physiotherapie ist, dem Patienten oder der Patientin bestmöglich zum Zustand vor seiner oder ihrer Verletzung zu verhelfen und Folgeschäden zu vermeiden, könnte niedrig dosiertes Okklusionstraining eine Möglichkeit darstellen, direkt nach der Verletzung ähnliche Resultate bezüglich Kraft- und Muskelzuwachs wie mit herkömmlichen Krafttraining zu erzielen ohne die Struktur erneut zu überlasten und somit den Heilungsverlauf effizienter gestalten.