Titelaufnahme

Titel
Hallux Valgus und die Lebensqualität - Eine Analyse des aktuellen Wissensstandes
Weitere Titel
Hallux Valgus and Quality of Life - An Analysis of the current State of Knowledge
AutorInnenUllrich, Laura
GutachterHöhne, Franziska
Erschienen2018
Datum der AbgabeFebruar 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss:

Der Hallux Valgus (HV), eine dreidimensionale Fehlstellung des Großzehengrundgelenks, ist die häufigste Deformität des Fußes (Dohle, 2010). Anatomisch kommt es dabei zu ei-ner lateralen und dorsalen oder plantaren Abweichung, sowie Innenrotation der ersten Zehe (Niethard et al., 2009).

Zahlreiche Ursachen dafür werden in der Literatur diskutiert, letztlich kann als ursächlich ein multifaktorielles Geschehen gesehen werden, welches ganzheitliche Auswirkungen auf die untere Extremität und das Gangbild haben kann (Yamamoto et al., 2016).

Nicht nur kosmetisch zeigt sich der HV auffällig, sondern vor allem auch klinisch mit leich-ten bis starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, wodurch die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil stark beeinflusst ist (Menz et al., 2011).

Die Lebensqualität ist subjektiv, als Indikator bei der Entscheidung für oder gegen den Beginn einer Behandlung spielt sie jedoch eine tragende Rolle (Bullinger, 2002). In der Praxis existieren verschiede Assessments, mit welchen eine Veränderung der gesund-heitsbezogenen Lebensqualität abgebildet werden kann. Werden diese Assessments als Wiederbefundungsparameter herangezogen, tragen sie einen großen Teil zum Therapie-erfolg bei (Bullinger, 2014).

Die Therapie des HV kann sowohl operativ als auch konservativ erfolgen. Bei einem symptomatischen HV wird laut Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2014) jedoch eine operative Therapie empfohlen.

Dabei beziehen sich die zahlreichen Operationstechniken allein auf den Fuß, ohne Einbe-zug der Beinachse (AWMF, 2014). Zusätzlich bergen Operationen eine Vielfalt an Risiken und zeigen im Bereich des HV eine Rezidivrate von fast 15% (Okuda et al., 2011).

Das Konzept der Spiraldynamik, als mögliche konservative Therapie, bezieht sich auf die 3D-Beweglichkeit und Verschraubung des menschlichen Bewegungsapparats. Damit er-möglicht das Konzept eine ganzheitliche Therapie des HV, mit Einbezug der gesamten betroffenen Extremität (Larsen, 2007).

Zentrale Forschungsfrage:

Auf der Basis des beschriebenen Problemaufrisses resultiert folgende zentrale For-schungsfrage: Welchen Effekt hat die Spiraldynamik im Vergleich zur operativen Therapie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von PatientInnen mit Hallux Valgus?

Physiotherapeutische Relevanz:

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität gilt als bedeutendstes und alltagsrelevantestes Kriterium für PatientInnen und bestimmt somit das Outcome sämtlicher kurativer Maß-nahmen in der Medizin (Klinkhammer-Schalke et al., 2012). Sie gibt Aussage über den Nutzen der Therapie im gesamtgesellschaftlichen Kontext und ist damit auch für die Kran-kenkassen maßgeblich (Fayers & Machin, 2007).

Operative Behandlungen des HV bergen, neben hohen Rezidivraten, diverse Risiken wie die Bildung einer Pseudarthrose, Gefäßverletzungen, Infektionen oder ein erhöhtes Thromboserisiko postoperativ (Thomsen et al., 2010). Zudem ist eine umfassende Nach-behandlung empfohlen um das Risiko eines Fehlstellungsrezidivs zu mindern (Wippert & Walther, 2014).

Während sich die Operationstechniken allein auf die Korrektur des Vorfußes beschrän-ken, bezieht sich das Konzept der Spiraldynamik auf die gesamte untere Extremität (Lar-sen & Hende, 2014).

Aufgrund des Mangels an Evidenz ist es für PhysiotherapeutInnen nun wichtig zu wissen welche nachweislichen Effekte die Spiraldynamik, als konservativer Therapieansatz, im Vergleich zur operativen Therapie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Pati-entInnen mit HV hat. Dies vor allem vor dem Hintergrund um PatientInnen über ver-schiedenste Möglichkeiten der Behandlung informieren zu können und einen Überblick zu erhalten wie diese zwei Behandlungsansätze (konservativ/operativ) die gesundheitsbezo-gene Lebensqualität bei PatientInnen beeinflussen. Nicht zuletzt um deutliche Argumente für eine konservative Behandlung des HV zu erhalten.

Zielsetzung:

Ziel dieser Arbeit ist die Gegenüberstellung des Outcomes einer Hallux-valgus-Deformität nach der Behandlung mittels Spiraldynamik-Konzept, im Vergleich zu einer Behandlung mittels operativer Therapie. Dieser Vergleich wird anhand des Parameters der gesund-heitsbezogenen Lebensqualität, als wichtiges Bewertungs- und Entscheidungskriterium in der Medizin, gezogen. Der literarische Überblick über die Auswirkungen und die Proble-midentifizierung des Hallux Valgus auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität soll eine Grundlage für Zielsetzungen auf den Ebenen des ICF-Models darstellen und zur Messung und Evaluierung der gesetzten Maßnahmen anregen. Weiters könnten Schlüsse bezüg-lich der Prognose, auch hinsichtlich der Ziele von PatientInnen, gezogen werden.