Titelaufnahme

Titel
Muskelphysiologische Auswirkungen von Ischämie auf die Gehstrecke bei Patient_innen mit PAVK im Stadium II. Einfluss verschiedener Schmerzintensitäten.
Weitere Titel
Musculo-physiological effects of ischemia on the walking distance of patients with PAD classification II. Influence of different pain intensities.
AutorInnenKunit, Verena
GutachterAugesky-Stocker, Doris
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)PAVK / periphere arterielle Verschlusskrankheit / Gehstrecke / Gehintensität / Schmerzintensität / Ischämie / Ischämische Reperfusion / Muskelphysiologie / Mitochondrien
Schlagwörter (EN)PAD / peripheral arterial disease / claudication intermittens / walking distance / ambulation distance / walk intensity / pain intensity / pain scale / ischemia / insufficient oxygen supply / ischemia reperfusion / muscle wasting / mitochondrial damage
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext: Durch die veränderte Durchblutungssituation der peripheren arteriellen Ver-schlusskrankheit (PAVK) und den damit einhergehenden ischämischen Schmerz kommt es individuell zu einer Verminderung der Gehstrecke und damit zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Die muskelphysiologischen Auswirkungen von Ischämie sind noch nicht ausgiebig erforscht. In der physiotherapeutischen Behandlung von Patient_innen mit PAVK gibt es diverse Ansätze um die aktuelle Gehstrecke zu verbessern, vor allem die Schmerzintensitäten variieren.

Ziel: Die Auswirkungen von Ischämie auf zellulärer Ebene sollen mit der Erweiterung der schmerzfreien Gehstrecke bei PAVK-Patient_innen in Verbindung gebracht werden. Diese Arbeit soll weiters einen Einblick in die Diversität der gewählten Schmerzintensitäten in Studienliteratur und deren Einfluss auf die Gehstrecke geben. Es soll die physiotherapeuti-sche Entscheidung, ob und inwieweit in den ischämisch-verursachten Schmerz gegangen werden soll, unterstützt werden.

Fragestellung: Welche muskelphysiologischen Auswirkungen hat Ischämie auf die Geh-strecke bei Patient_innen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium II? Welchen Einfluss hat die gewählte Schmerzintensität?

Methodik: Diese Arbeit ist eine nicht-empirische Forschungsarbeit. Die Literaturrecherche wird mithilfe der Datenbanken PubMed und PEDro umgesetzt. Eingeschlossen werden randomisierte kontrollierte Studien (RCT), systematische Reviews und Metaanalysen in den Sprachen Deutsch und Englisch. In der Folge kommt es zu einer Analyse der ausge-wählten RCTs hinsichtlich der Schmerzintensität und der Erweiterung der Gehstrecke.

Ergebnisse: Ischämie hat einen direkten Einfluss auf die Muskelphysiologie. Der Ener-giemetabolismus der Mitochondrien wird gestört und es kommt zu schädlichen Auswirkun-gen auf die Muskelfasern. Durch den Zyklus der Ischämie und Reperfusion kommt es zu einer erhöhten Radikal-Produktion. Oxidativer Stress, Muskelzelltod und Entzündungen sind die Folge. Die Analyse der RCTs zeigt eine Erweiterung der schmerzfreien Gehstre-cke in allen betrachteten RCTs, unabhängig von der gewählten Schmerzintensität.

Schlussfolgerung: Die schmerzfreie Gehstrecke kann durch ein Gehtraining gesteigert werden. Im Zusammenhang mit ischämisch verursachten Schäden stellt sich die Frage, wieso bei PAVK in den Schmerz trainiert werden soll. Die derzeitige Studienlage erlaubt keine Aussage über die Langzeitfolgen von Ischämie während des Gehens auf den Verlauf der PAVK.

Zusammenfassung (Englisch)

Context: Due to the altered circulation situation of the peripheral arterial occlusive disease (PAD) and the associated ischemic pain, there is an individual reduction of the walking distance and thus a restriction of the quality of life. The musculo-physiological effects of ischaemia have not been extensively researched. In the physiotherapeutic treatment of patients with PAD, there are various approaches to improve the current walking distance, especially the pain intensities vary.

Aim: The effects of ischemia at the cellular level should be linked to the extension of the painless walking distance in PAD patients. This work should also give an insight into the diversity of selected pain intensities in study literature and their influence on the walking distance. It should support the physiotherapeutic decision as to whether and to what extent the patient should go into ischemic induced pain.

Question: What are the musculo-physiological effects of ischemia on the walking distance of patients with peripheral artery disease classification II? What influence does the selected pain intensity have?

Methodology: This work is a non-empirical research. The literature search is carried out using the databases PubMed and PEDro. It includes randomized controlled trials (RCTs), systematic reviews and meta-analyzes in German and English. This results in an analysis of the selected RCTs in terms of pain intensity and the extension of the walking distance.

Results: Ischemia has a direct impact on muscle physiology. The energy metabolism of the mitochondria is disturbed and there are detrimental effects on the muscle fibers. Through the cycle of ischemia and reperfusion there is an increased production of free radicals. Oxidative stress, muscle cell death and inflammation are the result. The analysis of RCTs shows an extension of the painless walking distance in all considered RCTs, in-dependent of the selected pain intensity.

Conclusion: The painless walking distance can be increased by a walking training. Relat-ing to the damage caused by ischemia, the question arises as to why patients with PAD should train in pain. The current study situation does not allow any statement about the long-term consequences of ischemia during walking on the course of PAD.