Bibliographic Metadata

Title
Unterschenkelamputationen – Körperliche Voraussetzungen zur Wiedererlangung eines physiologischen Gangbildes mit Prothese
Additional Titles
Transtibial amputation - physical requirements to regain a physiological gait using prothesis
AuthorTäuber, Nicole
Thesis advisorZajicek, Monika
Published2018
Date of SubmissionFebruary 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Unterschenkelamputationen können unter anderem Gefäßerkrankungen, Infektionen, Tumore, angeborene Fehlbildungen sowie Stoffwechselerkrankungen, oder auch schwerwiegende Traumata, zum Beispiel Verkehrsunfälle mit dem Motorrad, als Ursache haben (Baumgartner & Wilde, 2000).

Die Physiotherapie ist verantwortlich für die Maßnahmen, die bestmöglich vom Tag der Operation bis zum Ende der Rehabilitationsphase, durchgeführt werden. Ein auf den/die Patienten/in, seinen/ihren Stumpf und die jeweilige Phase, in der er/sie sich gerade befindet, angepasstes Training für Gleichgewicht, Stumpf und Prothese sind ausschlaggebend für ein schnelles Wiedererlangen der Mobilität und Selbstständigkeit des/der Patient/in (Baumgartner & Botta, 1995).

Anhand der Häufigkeit dieses Krankheitsbildes, ihrer verschiedenen Ursachen und der Wichtigkeit der Physiotherapie während der Rehabilitation der betroffenen PatientInnen, ergab sich eine Forschungsfrage, welche durch diese Arbeit beantwortet werden soll. „Welche körperlichen Voraussetzungen sind, im Hinblick auf die Range of Motion und die Muskelfunktion, für eine verbleibende untere Extremität nach einer Unterschenkelamputation erforderlich, um ein physiologisches Gangbild mit Prothese zu erreichen?“

Ein weiterer Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es mittels verschiedenster Fachliteratur einen Überblick über die Teilaspekte zu geben, die man für das Wiedererlangen eines physiologischen Gangbildes nach Unterschenkelamputation mit Prothesenversorgung braucht.

Amputationen werden als gesundheitliches Problem, mit weltweit variierender Inzidenzrate, beschrieben (Molina Rueda et al., 2013).

Für die PhysiotherapeutInnen ist es wichtig die Ursache einer durchgeführten Amputation zu kennen, um den Verlauf, sowie die Rehabilitation zu planen und bestmöglichst durchzuführen. Der/Die Betroffene ist somit, auf die Versorgung mit einer Prothese und das Erlernen des Umgangs mit dieser angewiesen. Es spielt nicht nur die Endbelastbarkeit des Stumpfes, sondern auch dessen Länge eine wichtige Rolle für die Rehabilitation und das Wiedererlangen eines physiologischen Gangbildes. (Baumgartner & Wilde, 2000).

Yoder et al. (2015) beschreiben den Unterschied des Ganges eines gesunden Menschen im Vergleich zu unterschenkelamputierten PatientInnen und nennen die veränderte Gelenkskinematik und Muskelfunktion der unteren betroffenen Extremität als wichtigen Faktor.

Durch das Erstellen dieser Arbeit konnte ein wissenschaftlicher Überblick über die verschiedenen körperlichen Faktoren wie Range of Motion und Muskelfunktion der betroffenen Extremität, sowie der Funktion des Rumpfes und ihre Wichtigkeit für den Gang mit einer Prothese, infolge einer Unterschenkelamputation, gegeben werden.

Kaphingst und Mensch (1998) sagen, dass beim normalen Gehen Agonisten und Antagonisten arbeiten, um Bewegungen und Kräfteeinwirkungen im Gleichgewicht zu halten, was auch beim Prothesengang eine große Bedeutung hat.

Durch die Amputation einer unteren Extremität kommt es weiterlaufend zu der Schwäche bzw. dem Verlust der umliegenden Muskulatur, was durch eine gute Rehabilitation und eine passende Prothese ausgeglichen werden kann (Molina Rueda et al., 2013).

Auch wenn durch eine massive Kürzung des Unterschenkels die Länge des Hebelarms verloren geht, sollte der Nutzen des bestehenden Gelenks nicht unterschätzt werden. Infolge der postoperativen Therapien spielen die Mobilisation von Patella und Kniegelenk eine große Rolle, um die ROM im Gelenk zu erhalten bzw. zu verbessern und ein einen möglichst guten Einfluss auf das Gangbild zu haben (Baumgartner & Wilde, 2000).

Yoder et al. (2015) schreiben in ihrer Studie über die Wichtigkeit des Rumpfes und seine Kontrolle über die umliegenden Muskulatur, um einen prothetischen Gang zu ermöglichen.

All diese Faktoren haben einen wesentlichen Einfluss auf die Rehabilitation und den Gang mit einer Prothese und werden, gemeinsam mit einem Überblick über die verschiedenen Ursachen für eine Unterschenkelamputation, in dieser wissenschaftlichen Arbeit näher beschrieben.