Bibliographic Metadata

Title
Hintere Hinterhauptshaltung – Möglichkeiten zur Optimierung des Geburtsvorgangs
Additional Titles
Occiput Posterior Position – Ways to optimize the Birth Process
AuthorArtner, Theresa
Thesis advisorWokurek-Biebel, Vera
Published2018
Date of SubmissionJuly 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)hintere Hinterhauptshaltung / Fehleinstellung / verkehrt rotiert / dorsoposteriore Stellung
Keywords (EN)occiput posterior position / occiput posterior presentation / malposition / malpresentation
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der am häufigsten vorkommenden Fehleinstellung des kindlichen Schädels, der hinteren Hinterhauptshaltung (hiHHH). Hierbei handelt es sich um eine besondere Situation unter der Geburt, die fachlich fundiertes Wissen von Hebammen und GeburtshelferInnen voraussetzt, um das bestmögliche Outcome für Mutter und Kind zu erzielen.

Die hiHHH wird mit einer Vielzahl von Risiken assoziiert, die in der vorliegenden Arbeit genau beleuchtet werden. Mögliche Ursachen dieser Fehleinstellung sowie die genaue Geburtsmechanik bei hiHHH werden aufgezeigt. Damit adäquat gehandelt werden kann, muss die Einstellung des kindlichen Schädels in hinterer hiHHH exakt diagnostiziert werden. Um dies zu gewährleisten, gibt es verschiedene Instrumente zur Diagnosestellung. Die Effektivität der Leopold’schen Handgriffe, der vaginalen Untersuchung und des abdominellen Ultraschalls wurden mittels Studienrecherche analysiert und beschrieben. In der Arbeit wurden verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung des Geburtsvorgangs bei hiHHH aufgelistet.

Mittels systematischer Literaturrecherche wurde überprüft, ob die Wirksamkeit dieser Möglichkeiten auch wissenschaftlich fundiert ist.

Aufgrund der aufgezeigten Ursachen stellte sich eine Beratung, die bereits in der Schwangerschaft stattfindet, als sinnvoll heraus. Bestimmte Verhaltensmuster können gezielt vermieden und so das Risiko einer Einstellung in hiHHH vermindert werden. Der abdominelle Ultraschall kann eindeutig als Goldstandard zur Diagnosestellung empfohlen werden.

In einigen Studien werden Hinweise eines negativen Einflusses der Anwendung einer Periduralanästhesie (PDA) auf die Anzahl der Fehleinstellungen beschrieben. Die positive Auswirkung von diversen Positionen vor und unter der Geburt auf die Zahl der hiHHH konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Schwangere und Gebärende, die diese Positionen, wie etwa den Vierfüßlerstand einnahmen, gaben jedoch deutlich weniger Rückenschmerzen als Schwangere und Gebärende in liegenden Positionen an. Auch ein höherer Komfortlevel unter der Geburt wurde beschrieben.

Von geübtem, erfahrenem Personal kann mittels manueller/digitaler Wendung ein sehr hoher Anteil der hiHHH in die günstigere vordere Hinterhauptshaltung (vHHH) gedreht werden. Um evidenzbasierte Aussagen bezüglich des anschließenden geburtshilflichen Outcomes treffen zu können, ist weitere Forschung in Form von doppelt-verblindeten, randomisiert-kontrollierten Multicenterstudien notwendig. Eine solche Studie ist bereits in Arbeit.

Abstract (English)

This thesis deals with the most common malposition of the fetal occiput, the occiput posterior position. It is a special situation at birth in which special skills of midwives and obstetricians are required to achieve the best obstetric outcome for the mother and the child.

The occiput posterior position is associated with numerous risks which are delineated in this thesis. Possible causes of this malposition and the mechanism of birth out of this position are discussed.

The engagement of the fetal skull in occiput posterior position needs to be diagnosed precisely to have the opportunity to act in an appropriate manner. There are different methods of diagnosis.

The effectiveness of the Leopold’s maneuver, the vaginal examination and the abdominal ultrasound were analyzed and described by researching various studies.

Different opportunities to optimize the birth process out of occiput posterior position are mentioned.

The method of literature research was chosen to proove whether the effectiveness of the above stated topics is scientifically sound.

As a result of the described causes a consultation during pregnancy seems useful. Certain patterns can be avoided and the risk of occiput posterior position can be decreased. The abdominal ultrasound can be recommended as the “gold standard” of diagnostic methods.

In various studies there are signs of a negative influence of the use of epidurals on the number of malpresentations. The positive effect of various positions before and during birth on the number of occiput posterior positions could not be scientifically proven.

Pregnant and birthing women who got into certain positions, such as kneeling on all fours, recalled a significant decrease in back pain in contrast to what women said who were lying in supine positions. In addition, an increase in comfort during birth was reported by women in upright positions.

By manual/digital rotation of the fetal occiput done by practiced, experienced obstetricians a high number of babies in occiput posterior position can be turned into the better occiput anterior position. To make an evidence-based statement relating to the obstetric outcome followed by this intervention, more research in the form of double-blinded, randomized-controlled multicenter trials is needed. A trial which fits the described conditions is already in progress.