Bibliographic Metadata

Title
Hebammen und die Engelmacherei - Über die Wirklichkeit eines Berufsbildes vom Beginn seiner Entstehung bis zur Zeit der Installation der Straffreiheit
Additional Titles
Midwives and backstreet abortion - About the reality of an occupation from its beginnings until the installation of the immunity from criminal prosecu
AuthorGanauser, Tamara-Zoe
Thesis advisorKutalek-Mitschitczek, Brigitte
Published2018
Date of SubmissionJuly 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Arzt/Ärztin (Geburtshelfer/Gynäkologe) / „Engelmacher/in“ / Hebamme / Schwangerschaftsabbruch (Interruptio) / illegaler / strafloser / Wahlfreiheit
Keywords (EN)medical practitioner / backstreet abortionist / midwife / abortion / illegal / free from criminal prosecution / electoral freedom
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Hintergrund

Die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen fiel seit jeher in den Tätigkeitsbereich der Hebamme. Mit der Zunahme der Präsenz der Ärzteschaft in der Frauenheilkunde ging dieser Arbeitszweig nach und nach für die Hebamme verloren. Das Gespenst der „Engelmacherin“ tat dazu das Übrige.

In einer Zeit des Umbruchs in den 1970er Jahren wurden Ärzte dazu befugt den straflosen Abbruch durchzuführen; Hebammen sind in diesem Zusammenhang seitdem nicht mehr präsent.

Ziel

Eine historische Aufarbeitung der Hintergründe dafür, warum der Schwangerschaftsabbruch nach Einführung der Straflosigkeit in Österreich weder in Ausbildung noch Ausübung auch Hebammen zufiel, soll Ziel dieser Arbeit sein.

Außerdem soll ein Grundstein gelegt werden für die Überlegung einer Ausbildungsmodulation für Hebammenstudent/Innen in Österreich.

Methode

Anhand einer systematischen Literaturrecherche wurde historisch ein Blick auf Hebammen und Ärzte in Verbindung mit Schwangerschaftsabbrüchen geworfen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei das 20. Jahrhundert in Hinblick auf die Revolutionierung des Abbruches durch den §97 des österreichischen Strafgesetzbuches. Mithilfe der Schneeballmethode sowie durch Schriftverkehr mit einschlägigem Fachpersonal wurde entsprechende Literatur eruiert, exzerpiert und interpretiert.

Ergebnisse

Das Erreichen der Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich bedeutete für Ärzte wie für Familien und Frauen einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Zukunft der Familienplanung. Hebammen taten diesen Schritt nicht mit; offiziell ausgesprochen wurde ein Verbot oder eine Ablehnung durch eine betroffene Partei jedoch nie. Es muss von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu entsprechender Reglementierung ausgegangen werden.

Abstract (English)

Background

Abortion has always been part of a midwife`s occupation. With the growing presence of medical practitioners in women`s health care midwives officially lost that field of work step by step. The ghost of the so-called “backstreet abortionist” did the rest.

Objective

A historical reviewing of the backgrounds of the reasons for why legal abortion in Austria was not opened for midwives is the aim of this bachelor paper.

Furthermore, this paper aims to lay the foundations for considerations of the alteration of Austria´s curriculum for midwife students.

Method

A systematic literature review was used to cast an expert on the history of midwives and practitioners regarding abortion. With special attention to the 20th century, the reformation of the §97 of the Austrian penal code. By means of the snowball method and in addition to that, the correspondence with respective people qualified, literature was found, excerpted and interpreted.

Results

The immunity from criminal prosecution was a major step for families and women towards self-determination and the future of family planning. Midwives did not participate in that development; a prohibition or rejection by a party involved has never officially been expressed. An interaction of several factors to the present state must be assumed.