Bibliographic Metadata

Title
Alternative Methoden zur Unterstützung von Lösung und Gewinnung der Plazenta
Additional Titles
Alternative Methods to Support Separation and Delivery of the Placenta
AuthorKalmar, Alicia
Thesis advisorWallner, Roswitha
Published2018
Date of SubmissionJuly 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Plazentarperiode / Plazentalösung / Plazentagewinnung / Alternative Methoden
Keywords (EN)placental period / separation of the placenta / extraction of the placenta / alternative methods
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung alternativer Maßnahmen zur Unterstüt-zung von Lösung und Gewinnung der Plazenta. Die Zeit von der Geburt des Kindes bis zur Geburt der Plazenta ist eine sehr vulnerable Phase, welcher daher spezielle Auf-merksamkeit gewidmet werden muss. Von internationalen Leitlinien wird ein aktives Ma-nagement der Nachgeburtsperiode empfohlen, alternative Anwendungen werden dabei kaum erwähnt. Bei fehlender Blutung und gutem Zustand der Mutter besteht die Möglich-keit, die Lösung und Gewinnung der Plazenta auch durch alternative Maßnahmen zu unterstützen. Die Anwendungen basieren dabei meist auf Erfahrungswissen, da in Fach-büchern und Leitlinien keine Evidenzen zu finden sind, welche Methoden tatsächlich un-terstützend wirken. Die Forschungsfrage, die es daher zu beantworten gilt, lautet: „Wie kann durch das Setzen alternativer Maßnahmen die Nachgeburtsperiode hinsichtlich Lö-sung und Geburt der Plazenta unterstützt werden?“. Um einen größtmöglichen Praxisbe-zug herzustellen, wird eine zweite Forschungsfrage beantwortet: „Welche alternativen Maßnahmen werden von Hebammen zur Unterstützung von Lösung und Geburt der Pla-zenta in der Praxis angewandt?“. Die Erarbeitung der Ergebnisse findet im Zuge einer Literaturrecherche, sowie durch die Befragung erfahrener Hebammen statt.

Laut der aktuellen Studienlage kann bei aktiver Leitung der Plazentarperiode durch das Ausbluten lassen der Nabelschnur die Zeit bis zur Geburt der Plazenta verkürzt werden. Durch Akupunktur konnte teilweise eine Verkürzung der Plazentarperiode festgestellt werden, abhängig von der Form der Anwendung und der Art des restlichen Plazentama-nagements. Die Stimulation der Brust durch das Neugeborene oder durch die Frau selber, führt nachweislich zu einem Anstieg von Oxytocin und zu Kontraktionen der Gebärmutter. Eine Verkürzung der Plazentarperiode konnte jedoch nicht festgestellt werden. Weitere Anwendungen wie Kryotherapie, Visualisierung und Nabelschnurveneninjektion sind sehr wenig erforscht. Bisher konnte bei diesen Maßnahmen kein unterstützender Effekt in Bezug auf Lösung und Gewinnung der Plazenta nachgewiesen werden. Akupunktur und Stillen, bzw. die Stimulation der Mamillen, sind Methoden welche auch von den Expertinnen angewandt werden. Ebenfalls zu den gängigen Methoden im Kreißsaal zählen das Mobilisieren der Frau, das Entleeren der Harnblase und das Auflegen einer Eisblase.

Für die Praxis gilt es, bei der Anwendung alternativer Maßnahmen in der Plazentarperio-de, die krankenhauseigenen Richtlinien als auch die Evidenzlage der gesetzten Maß-nahmen zu beachten. Außerdem ist das Empfinden und der Wunsch der Frau von Rele-vanz, um zielbringend zu arbeiten und um überflüssige Interventionen zu unterlassen.

Abstract (English)

This thesis deals with the use of alternative methods to support separation and delivery of the placenta. The time between the birth of the baby and the delivery of the placenta is vulnerable and requires special attention. International guidelines recommend performing an active management of the placental period without mentioning alternative methods for support. With the absence of vaginal bleeding and a mother in good condition, alternative methods can be used to support separation and delivery of the placenta. This is mostly based on practical knowledge, no evidence is shown in reference books to prove which alternative methods are useful. The research question is therefore “How can separation and delivery of the placenta be supported by the use of alternative methods?” To ensure practical relevance a second question will be answered: “Which alternative methods are used by midwives to support separation and delivery of the placenta?”

The questions will be answered by conduction of literary research and by carrying out expert interviews.

According to current study data, drainage of the umbilical cord leads to a shorter duration of the placental period if used in combination with active management. If acupuncture is used, it depends on the type of application and the additional management, if it leads to a shorter placental period. Contractions of the uterus and a higher level of oxytocin in the maternal blood can be noticed, if the breast is stimulated by the newborn or by the mother herself. In this case a shorter duration of the placental period is not evident. There are some little studied alternative methods such as cryotherapy, visualization or umbilical vein injection. None of these methods are scientifically proven to shorten or support the sepa-ration or delivery of the placenta. Breastfeeding or stimulation of the breast such as acu-puncture are common methods used by the interviewed midwives. In addition mobilisation of the women, voiding and cryotherapy are methods carried out by the experts.

In the delivery room the use of alternative methods, to support placental separation and delivery, should be based on internal guidelines and evidence based practice. Attention should also be paid to requests and feelings of the women.