Titelaufnahme

Titel
Sabotage in der Pharmaindustrie
Weitere Titel
Sabotage in the Pharmaceutical Industry
AutorInnenHaager, Günther
GutachterKob, Timo ; Dorfner, Anna
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Sabotage / Pharmaindustrie
Schlagwörter (EN)sabotage / pharmaceutical industry
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Weltweit sind Pharmaunternehmen mit einer Vielzahl von stetig wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Die zunehmend hohen Kosten für die Forschung und Entwicklung, der Druck, neue Innovationen zu liefern, der Ablauf von Patenten und die damit einhergehende Generikaproduktion durch Konkurrenzunternehmen sowie der Sparzwang der staatlichen Gesundheitssysteme bilden den Rahmen, in dem sich die pharmazeutische Industrie heute bewegt.

Um unter diesen Bedingungen Gewinne zu lukrieren und damit die Entwicklung von neuen Medikamenten voranzutreiben, sind immense Anstrengungen vonnöten. Der hohe Leistungsdruck induziert Vulnerabilitäten in der Branche. Fallen neue Medikamente aufgrund von Studienergebnissen aus, brechen Umsätze nach dem Patentverlust von Arzneien weg oder wird ein Konkurrenzmedikament von Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen als geeigneter betrachtet, kommt es zu massiven finanziellen Rückschlägen.

Diese Situation in Kombination mit der latenten Gefahr von Wirtschaftskriminalität erklärt Auswirkungen möglicher Sabotageakte. Die Gefahr von kriminellen Handlungen erhöht sich mit dem steigenden Druck auf die international agierende Branche. Studien zu Wirtschaftskriminalität lassen den Trend zu unorthodoxen Methoden wie Sabotage erkennen.

Die Menschheit erwartet Mittel gegen neu auftretende Krankheiten oder bisher schwer bis nicht kurierbare Erkrankungen. Die Medizin, sowohl kurativ als auch präventiv, ist auf neue Medikamente angewiesen. Letzten Endes trägt damit die Allgemeinheit den Schaden aus den Folgen der wirtschaftlichen Kriminalität.

Ziele der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, mögliche Angriffspunkte für Sabotageakte zu ermitteln. Entlang der Wertschöpfungskette der Pharmaindustrie werden systematisch die neuralgischen Punkte ermittelt. Das Ergebnis der Analyse wird mit der Expertise von Spezialisten und Spezialistinnen aus der Pharmabranche abgeglichen.

Am Ende der vorliegenden Arbeit soll eine allgemeine Aufstellung der neuralgischen Punkte in der pharmazeutischen Industrie erfolgen, auf deren Grundlage individuelle Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können.

Theorie

Die vorliegende Arbeit stützt sich auf die Theorie des ressourcenbasierenden Ansatzes mit dem Ziel, über die Kernkompetenzen die vulnerablen Punkte in einer generischen Wertschöpfungskette zu ermitteln.

Wissenschaftliche Methode

Die gewählte Erhebungsmethode ist die qualitative Befragung in Form von teilstrukturierten Experteninterviews.

In der qualitativen Befragung wird eine überschaubare Anzahl von Probanden und Probandinnen gewählt, deren Expertise sehr detailliert erfasst wird (Ebster & Stalzer, 2013, S. 141). Eigenschaften der qualitativen Forschung sind unter anderem der offene Zugang, das flexible Vorgehen und der Erhalt von interessanten, subjektiven Sichtweisen. Diese Methode strebt Tiefgründigkeit an. Trotz der Individualität der Befragung steht im Vordergrund der Generalisierungsversuch durch behutsame Verallgemeinerungen. Qualitative Forschung strebt oft Bewertung an, nicht bloß Beschreibung (Hug & Poscheschnik, 2015, S. 86–90).

Ergebnisse

Die in der Theorie ermittelten neuralgischen Punkte wurden durch die Interviews mit den Experten und Expertinnen mit Einschränkungen bestätigt.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

Pharmaceutical enterprises are confronted by numerous challenges. Increasing costs for research and development and the pressure to deliver innovative products, as well as expiring patents and the resulting competition by means of the increased production of generic pharmaceuticals and cost-cutting measures in health care are setting up the framework for pharmaceutical production conditions.

Generating revenues under this conditions as a substantial foundation for development is of critical importance. This pressure to perform may induce vulnerabilities in the industry. New products failing in clinical trials, patent issues or the better performance of concurring products in clinical decision making can cause massive financial losses.

This in combination with white collar crime explains the consequences of sabotage acts. The aforementioned pressure to perform in a worldwide economy can lead to criminal acts. Unorthodox methods used in those criminal acts are indicated in latest studies concerning white collar crime.

Medicine (curative, preventive) is depending on new pharmaceutical products and humanity, in general, is awaiting cures for new or up to this point incurable illnesses. Therefore damages due to criminal acts in the pharmaceutic industry are widespread.

Goal of the Thesis

This study tries to identify critical hitting points for sabotage acts in pharmaceutical enterprises.

Theoretical considerations following the value chain are supplemented by expert interviews. This paper should provide a foundation for pharmaceutical production facilities to evaluate specific safety measures.

Theory

The theory of the resource-based approach is the underpinning for the present work. The goal is, by applying the core competencies, to determine the vulnerable points in a generic value chain.

Methodology

The chosen data-gathering method is expert-interviews following a structured design.

A predefined small number of participants is being questioned in the before mentioned form of an interview. The expertise of the participants has been evaluated in detail before the interview.

The benefits of a qualitative research in the form of a face-to-face interview are flexibility, the open access to interesting points of view of the participants of the survey and a certain amount of profundity. Despite the individuality of the survey the main goal has to be a cautious attempt to generalize and categorize the obtained information. Qualitative research aims not only for a descriptive interpretation but for a detailed assessment of gathered data.

Results

The theoretically determined neuralgic points have been - within certain limitations - confirmed by the expert-interviews.