Bibliographic Metadata

Title
Anwendung des militärischen operativen Führungsverfahrens auf die Planung von Mega-Events.
Additional Titles
Application of military operational command procedures to the planning of mega-events.
AuthorHöller, Gerald
Thesis advisorLudescher, Aldric ; Preßl, Beatrice
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Militärische Führungsverfahren - Operative Führungsebene - Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) / Österreichischen Bundesheeres - St. Galler Management-Modells - Fredmund Malik
Keywords (EN)Operational level - Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) - St. Galler Management-Model - Fredmund Malik - Austrian Armed Forces - Military Decision Making Process
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Kontext und Fragestellung:

Mega-Events, wie Olympische Spiele, zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen langen Planungszeitraum aufweisen und mit unterschiedlichsten Interessenten, Akteuren und Rahmenbedingungen arbeiten müssen. Dabei kann man von Einflüssen sprechen, die auf verschiedensten Führungsebenen zu bearbeiten und beurteilen sind, wodurch eine komplexe Situation entsteht, die es zu lösen oder zu steuern gilt.

Ziele der Arbeit:

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, einen Beitrag zur Optimierung von Planungsprozessen bei Mega-Events zu leisten. Dabei wird untersucht, ob das militärische operative Führungsverfahren theoretisch auf die Planung von Olympischen Spielen angewendet werden kann und Ableitungen zur Sicherheitsplanung getroffen werden können. Als Grundlage dazu steht die Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) der NATO zur Verfügung. Dieser Prozess wird seit Jahren bei der Planung von internationalen Einsätzen verwendet. Neben der NATO verwenden auch die Europäische Union und das Österreichische Bundesheer diesen Planungsprozess.

Theorie:

Als Grundlage dazu werden die systemisch-evolutionäre Managementtheorie und das Komplexitätsverständnis nach Malik genutzt. Um ein gemeinsames Verständnis für die unterschiedlich benannten militärischen und unternehmerischen Führungsebenen zu schaffen, werden diese anhand des Österreichischen Bundesheeres und des St. Galler Management-Modells dargestellt.

Wissenschaftliche Methoden:

Die mögliche Anwendung des militärischen Führungsverfahrens auf den Planungsprozess von Mega-Events, wie z. B. Olympische Spiele es sind, wird durch eine Befragung von ausgewählten Expertinnen und Experten überprüft. Diese Interviews werden dann anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und dienen dazu, die zu Beginn gestellte Forschungsfrage sowie die forschungsleitenden Fragen und die Hypothese zu beantworten.

Ergebnisse:

Als zentrale Aussage kann hier festgehalten werden, dass der militärische und der zivile Planungsprozess grundsätzlich sehr ähnlich sind, aber im Detail doch spezifische Unterschiede vorhanden sind. Dies wurde auch durch die zivilen und militärischen Expertinnen und Experten bestätigt.

Mit Hilfe des militärischen Führungsverfahrens der operativen Ebene kann ein Mega-Event, wie es Olympische Spiele sind, geplant werden. Der militärische Prozess ist so aufgebaut, dass er insgesamt eher flexibel ist und daher leichter auf geänderte Rahmenbedingungen oder zusätzliche notwendige Planungen angepasst werden kann.

Methoden, von denen man annahm, dass sie entweder nur bei militärischen oder zivilen Planungen verwendet werden, sind bereits in einer ähnlichen Art und Weise gegenseitig in Verwendung, beziehungsweise könnten diese sinngemäß genutzt werden. Bei manchen Tools des militärischen Prozesses sind aber entsprechende Übersetzungsleistungen und ein Vorwissen notwendig, damit diese in der Anwendung den gewünschten Effekt erzielen.

Die Notwendigkeit der Messung von gesetzten Handlungen ist in beiden Prozessen von essentieller Bedeutung und Wichtigkeit. Ebenso darf die Ausrichtung am langfristigen Ziel nicht aufgrund von unmittelbaren wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen verloren gehen.

Abstract (English)

Context of the Thesis:

Mega-events are characterized by a long planning timeframe as well as a multitude of different actors, interests and operational environments. All these aspects have to be assessed at different levels during the planning process. This, in turn, leads to a complex situation that needs to be controlled or solved.

Goal of the Thesis:

This thesis contributes to the optimization of planning processes for Megaevents, focusing on security planning. The thesis provides a theoretical look into the possibility of applying the Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) to the planning of Olympic Games. The COPD is a NATO process to plan military operations at the operational level of war. The COPD has been used for years. Its usage is not limited to NATO but the COPD is also used by the European Union and by the Austrian Armed Forces.

Theory:

To this end, the systematic-evolutionary management theory, developed by Fredmund Malik is used as a basis. The command echelons of the Austrian Armed Forces and the St. Galler Management Modell are compared as a reference in order to foster a common understanding of the different leadership levels.

Methodology:

The theoretical applicability of the military COPD for planning Olympic Games is validated by interviewing subject matter experts. Furthermore a qualitative content analysis has been conducted.

Results:

The main conclusion of this thesis is that as a general rule the military and the civilian planning process share a lot of similarities. When going into detail, however, specific variations can be found. Both civilian and military experts have confirmed these findings.

A Mega-event, such as the Olympic Games, can be planned using the Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) at the operational level. The military process as a whole is rather flexible and as a result allows for necessary adjustments to consider specific circumstances or a change in underlying conditions.

Methods that were perceived as strictly military or civilian proved to be rather similar in nature. Furthermore they are already employed or might easily be employed in a similar manner. For some of the military tools, however, familiarity is a precondition for effective usage and desired effects.

The necessity to measure actions is of utmost importance to both processes. Long-term goals must not be lost sight of because of momentarily pressing economic or personal interests.