Titelaufnahme

Titel
Blackout im Bankensektor : Banken ohne Strom – Aufrechterhaltung kritischer Versorgungsdienstleistungen unter den Bedingungen eines Blackouts
Weitere Titel
Blackout in the banking sector Banks cut off from power supply – Maintenance of critical services in case of a blackout
AutorInnenPohlmann, Christopher
GutachterPreßl, Beatrice ; Ruh, Josef
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Stromausfall / Bank / Kreditinstitut / Geschäftsfortführung / Kontinuitätsmanagement / Notfallplanung
Schlagwörter (EN)Blackout / Power outage / Bank / Business Continuity Management
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Moderne Gesellschaften sind hochgradig von einer zuverlässigen Funktionsweise Kritischer Infrastrukturen abhängig, die uns unverzichtbare Güter und Dienstleistungen wie Energie, Lebensmittel, Wasser, Mobilität und Kommunikation zur Verfügung stellen. Auch der Finanzsektor zählt zu den Kritischen Infrastrukturen. Bargeldversorgung, die Bereitstellung von Bezahlsystemen und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs stellen für entwickelte Volkswirtschaften elementare Funktionen dar. Aufgrund des hohen Zuverlässigkeitsgrades der KRITIS-Sektoren sind sich die Menschen der Verwundbarkeit unseres Gesellschaftsmodells oftmals nicht bewusst. Angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen bleiben jedoch auch Risikoparameter nicht statisch, sodass auch wenig wahrscheinliche Ereignisse zukünftig vermehrt eintreten könnten. Zu diesen Risiken gehören auch Zusammenbrüche des Stromnetzes, sogenannte Blackouts.

Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, wie lange Kreditinstitute im Fall eines langanhaltenden großflächigen Stromausfalls in der Lage sind, weiterhin wichtige Dienstleistungen für die Bevölkerung zu erbringen und welche Risikoindikatoren entlang des Zeitverlaufs identifiziert werden können.

Ziele der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es insbesondere herauszufinden wie das Blackout-Risiko in der Branche wahrgenommen und welche Dienstleistungen aus Sicht der Bevölkerung besonders kritisch sind. Darüber hinaus soll ermittelt werden, wie lange Kreditinstitute diese Dienstleistungen während eines Blackouts voraussichtlich bereitstellen können und welche Risikoindikatoren die Leistungsfähigkeit entscheidend beeinflussen.

Theorie

Als Theorien kommen das Vulnerabilitätskonzept für Kritische Infrastrukturen von Susanne Lenz sowie das Konzept zur Vulnerabilitätsbeurteilung kritischer Gebäudeinfrastrukturen von George H. Baker zur Anwendung.

Wissenschaftliche Methoden

Im Rahmen eines deduktiven Forschungsprozesses werden die zentralen Begriffe aus Theorie und Hypothesen operationalisiert und in Form eines Interviewleitfadens für die empirische Überprüfung anwendbar gemacht. Anhand problembezogener Expertinnen- und Experteninterviews werden Daten erhoben und anschließend mittels einer strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse systematisch ausgewertet.

Ergebnisse

Kreditinstitute sind durchaus in der Lage, sich gegen Stromausfälle effektiv zu schützen und können den elektronischen Zahlungsverkehr derweil aufrechterhalten. Blackouts hingegen bringen sie schnell an ihre Grenzen, da die lokale Verfügbarkeit von Ressourcen wie Personal, Dienstleister und Gebäude nach wenigen Tagen gefährdet ist. Die Bargeldversorgung steht von Beginn an nur in einem äußerst reduzierten Umfang zur Verfügung, während der deutlich robustere unbare Zahlungsverkehr zwar angeboten, aber durch die vom Ereignis betroffenen Bevölkerungsteile mangels funktionsfähiger End-geräte praktisch nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. In der Regel werden nur Institute mit geeigneten Ausweichstandorten die Zahlungsverkehrsgeschäfte auch über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen hinaus aufrechterhalten können.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

Modern societies depend to a high degree on the reliable functioning of vital infrastructures. They provide essential goods and services like energy, foodstuffs, water, mobility and means of communication. The sector of finances belongs to those vital infrastructures, too. The permanent availability of cash and systems of payment as well as the reliable functioning of payment transactions are vital necessities for highly developed economies. Owing to the high reliability of the KRITIS-sectors people are often unaware of the vulnerability of society. In view of changing basic conditions, however, risk parameters do not remain the same, so that in the future less probable incidents are more likely to occur. Collapses of the electric power supply, so called blackouts, belong to these risks.

This study focuses on the question how long banks are able to maintain vital financial services to the population in case of a long-lasting and large-scale power outage and what risk indicators can be identified along a timeline.

Goal of the Thesis

The main aim of this study is to find out to what extent the risk of a blackout is taken into consideration by financial service providers and what financial services are regarded as absolutely vital by customers. Besides this study wants to discover how long banks are likely to be able to provide these services during a blackout and what risk indicators wield a crucial influence on a bank’s ability to maintain these services.

Theory

Theories which are applied in this study are the concept of vulnerability of critical infrastructures as developed by Susanne Lenz as well as the vulnerability assessment methodology for critical infrastructure sites by George H. Baker.

Methodology

Based on a deductive research procedure central concepts from theory and hypothetical assumptions are operationalized and made applicable to an empirical verification by means of an interview guide. On the basis of interviews with experts on the issues in question, data are collected and then analyzed.

Results

Banks are definitely capable of protecting themselves effectively from power failures and meanwhile maintaining payment transactions. In case of a blackout, however, they are inevitably forced to discontinue their services very soon since they can after few days no longer rely on the necessary availability of local resources such as staff, service providers and the use of buildings. From the very beginning, the supply of cash can only be maintained to an extremely reduced extent whereas the far more robust electronic funds transfer can still be maintained; however, those customers affected by such an event as a blackout will find themselves widely unable to make use of the services offered because their private electronic devices will have ceased to work. Generally only banks with suitable alternative business locations will be able to maintain services beyond a period of two or three days.