Titelaufnahme

Titel
Programmierte Hämolyse als Teil der Steady-State Clearance seneszenter Erythrozyten
Weitere Titel
Programmed Hemolysis as Part of the Steady State Clearance of Senescent Erythrocytes
AutorInnenSchnödl, Marianne
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheEnglisch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Erythrozyten / Abbau / Hämolyse / Milz / Lu/BCAM / Laminin-α5
Schlagwörter (EN)Erythrocytes / Clearance / Hemolysis / Spleen / Lu/BCAM / Laminin-α5
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Erythrozyten verbleiben etwa 120 Tage im Blutkreislauf und werden anschließend durch gewebespezifische Makrophagen der Milz abgebaut. Angesichts der Tatsache, dass jeden Tag enorme Mengen an überalterten Erythrozyten abgebaut werden, muss dieser Prozess äußerst effizient ablaufen. Dennoch ist bis heute unklar, welche Mechanismen zur Erkennung, zum Einfang und letztlich zum Abbau von gealterten Erythrozyten beitragen. Kürzlich wurde festgestellt, dass speziell alte Erythrozyten verschieden Adhäsionsmoleküle wie zum Beispiel Lu/BCAM aktivieren. Lu/BCAM interagiert mit dem Ligand Laminin-α5, einem extrazellulären Matrixprotein, welcher vor allem in der roten Milzpulpa exprimiert wird, wo Erythrozyten der Sequestration unterliegen. Mithilfe diverser Mikroskopie- und Durchflusszytometrie-basierter Assays versucht die vorliegende Bachelorarbeit darzulegen, dass Erythrozyten nach längerer Interaktion mit Laminin-α5, aber auch anderen Proteinen der extrazellulären Matrix, durchlässig werden und folglich Hämoglobin austritt. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass der Abbau von seneszenten Erythrozyten durch Phagozytose durch vorhergehende programmierte Hämolyse erleichtert wird. Diese Erkenntnisse könnten in Zukunft im Rahmen der Bluttransfusionspraxis sowie der Entwicklung neuer Therapiestrategien für genetisch bedingte Erkrankungen wie Sichelzellanämie oder Sphärozytose von großer klinischer Relevanz sein.

Zusammenfassung (Englisch)

Erythrocytes remain in circulation for approximately 120 days, after which they are phagocytosed by tissue resident macrophages of the spleen. Considering that every day enormous amounts of aged erythrocytes are broken down, this process has to be extremely efficient. Currently, it is still unclear which mechanisms contribute to recognition, trapping and ultimately breakdown of aged erythrocytes. Recently, it was found that specifically aged erythrocytes activate various adhesion molecules including Lu/BCAM. Lu/BCAM allows interactions with the ligand laminin-α5, an extracellular matrix protein that is found to be abundantly expressed in the splenic red pulp, where erythrocytes are subject to sequestration. By employing various microscopy and flow cytometry-based assays, this present study provides evidence that upon prolonged interactions with extracellular matrix proteins like laminin-α5 in the spleen, erythrocytes become permeable and start leaking hemoglobin. These findings suggest that exposure of extracellular matrix in the spleen may cause programmed hemolysis of senescent erythrocytes prior to phagocytosis. Further insights regarding the process of erythrocyte clearance may be of profound clinical relevance in the context of developing novel therapeutic strategies for erythrocyte-affecting genetic disorders like sickle-cell disease or spherocytosis but also in the context of blood transfusion practice.