Bibliographic Metadata

Title
Welche Vor- und Nachteile bietet das Konzept Sonnenhaus?
Additional Titles
Pros and cons of the sunhouse
AuthorHornyik, Florian
Thesis advisorKordina, Hans
Published2017
Date of SubmissionNovember 2017
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Architektur / Energieeffizienz / Nachhaltigkeit / Solares bauen / Solarthermie / Sonnenhaus
Keywords (EN)architecture / energy efficiency / sustainability / solar building / solarthermics
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Vor dem Hintergrund stetig steigender Energiepreise und den drohenden Auswirkungen des Klimawandels, müssen auch im Hausbau neue, energieeffiziente Konzepte umgesetzt werden. Eines davon ist das Sonnenhaus, welches mindestens 50% seines Energiebedarfs über die Sonne abdeckt. Um dies zu ermöglichen muss das Gebäude in allen Facetten auf die Sonne ausgerichtet sein. Eine verschattungsfreie Lage mit Süd Orientierung ist die Grundvoraussetzung. Im Gebäude sind die Aufenthaltsräume ebenfalls Richtung Süden orientiert, während die Nebenräume mit geringerem Lichtbedarf eher nördlich positioniert werden. Diese Öffnung des Hauses zur Sonne, gepaart mit einer hochdämmenden Gebäudehülle erwirtschaftet passive solare Erträge und reduziert den Heizwärmebedarf substantiell. Die dennoch benötigte Heizwärme wird zu einem Großteil über Sonnenkollektoren gewonnen und in einem mehrere tausend Liter fassenden Pufferspeicher über Wochen und Monate gespeichert. Ergänzend wird oft mit einem Pelletheizkessel geheizt. Dieses auf die Sonne optimierte Konzept bietet einen großen ökologischen Mehrwert und im Idealfall sogar Energieautarkie. Auch ökonomisch dürfte es sich, unter der Voraussetzung von Förderungen und steigenden Preisentwicklungen im Energiesektor, langfristig gesehen auszahlen.

Die Spezialisierung des Gebäudes kann gleichzeitig auch als nachteilig angesehen werden. Wenn keine günstige Lage und Orientierung möglich sind, können zumindest beim heutigen Stand der Technik nicht genug solare Erträge erwirtschaftet werden. Bei einer durchgeplanten Zonierung der Räume im Haus bleibt die Flexibilität für zukünftige Umbauten und Umnutzungen auf der Strecke und der riesige Pufferspeicher verbraucht, sofern er innerhalb des Wohnverbandes situiert ist, einiges an Platz. Auch vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung, die eine dichte Bebauung mit kurzen Wegen fordert, ist es fraglich wie die Anforderungen an ein Sonnenhaus erfüllt werden können.

Im Gegensatz zum schon sehr weit verbreiteten Passivhaus gibt es in Österreich erst 24 realisierte Sonnenhäuser, und diese wurden in den letzten 10 Jahren gebaut. Diese Beispiele beweisen, dass das Konzept funktioniert, auch wenn es vielleicht noch nicht ganz zu Ende gedacht ist.

Abstract (English)

Against the background of steadily rising energy prices and the impending effects of climate change, new, energy-efficient concepts must be implemented in architecture and house construction. One of them is the sunhouse, which covers at least 50% of its energy needs through the sun. In order to achieve this, the building must be oriented towards the sun in all facets. A shading-free location with south orientation is the basic requirement. Inside the building, the main rooms are oriented towards the south, while the secondary rooms with low light requirements are positioned rather north. This opening of the house towards the sun, coupled with a high-insulation building envelope, generates passive solar yields, and substantially reduces heating requirements. The energy required for the heating is collected to a large extent via sun collectors and stored in a buffer container of several thousand liters over weeks and months. In addition, heating is often generated with a pellet boiler. This optimized concept, offers a great ecological value and, ideally, energy self-sufficiency. It is also likely to pay off in the long term, provided that subsidies and rising price developments in the energy sector are taken into account.

The specialization of the building can at the same time also be regarded as disadvantageous. If no favorable location and orientation are possible, at least at the current state of the technology, not enough solar yields can be generated. Also, the flexibility for future conversions of a house, which is highly customized, remains in question. The huge buffer store, if it is located within the housing space needs a lot of room. Against the background of a sustainable settlement development, which calls for a dense development with short distances, it is questionable how the requirements for a sunhouse can be met.

In contrast to the already very widespread passive house, there are only 24 built sunhouses in Austria, and these have been built over the last 10 years. These examples prove that the concept works, even if there is perhaps room for improvements.