Bibliographic Metadata

Title
Nachhaltigkeitsbewertung von Papierbechern mit Kunststoffbeschichtung im Vergleich zu Kunststoffbechern als Verpackung für Molkereiprodukte
Additional Titles
Sustainability assessment of paper cups with plastic coating compared to plastic cups as packaging for dairy products
AuthorGötsche, Henning
Thesis advisorTacker, Manfred
Published2018
Date of SubmissionJune 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Papierbecher / Nachhaltigkeit / Wirkungskategorien / Treibhauspotential / Wasserverbrauch / Energieverbrauch / Versauerung / Eutrophierung / Genutzte Landfläche / Erschöpfung abiotischer Ressourcen / Recyclingfähigkeit / Wirtschaftliche Aspekte
Keywords (EN)paper cups / sustainability / impact categories / Global Warming potential / water consumption / energy consumption / acidification / eutrophication / Land Use / Exhaustion of abiotic resources / recyclability / economic aspects
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Die Umweltverträglichkeit von Verpackungen ist in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Thema in der Verpackungsindustrie geworden. Die Nachhaltigkeit einer Verpackung fließt mittlerweile in die Kaufentscheidung von Endverbrauchern ein. Handel und Industrie haben bereits auf diesen Fakt reagiert und die Umweltverträglichkeit von Verpackungen als eines der zentralen Themen in ihren jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategien ausgewiesen. Jedoch ist stets durch genaue Analysen nachzuprüfen, inwieweit eine Verpackungslösung tatsächlich nachhaltig ist.

Ein Trend in diesem Zusammenhang ist die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen. Daher lassen Papierbecher, die zum größten Teil aus faserbasiertem Material aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, vermuten eine nachhaltige Verpackungslösung im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffbechern darzustellen. Betrachtet wurde in dieser Bachelorarbeit die Umweltverträglichkeit von zwei unterschiedlichen Papierbechern, die sich lediglich in ihrer Kunststoffbeschichtung unterscheiden (Papierbecher mit LDPE Beschichtung/ Papierbecher mit PLA Beschichtung) im Vergleich zu einem Kunststoffbecher aus PS. In unterschiedlichen Wirkungskategorien wurden zu den Verpackungsmaterialien Daten erhoben und anschließend miteinander abgeglichen.

Die Gegenüberstellung der Ergebnisse in den jeweiligen Wirkungskategorien ergab, dass die Becher mit Papieranteil in einigen Wirkungskategorien zum Teil deutlich bessere Werte aufwiesen. Hierzu zählen Treibhauspotential, Versauerung und Erschöpfung abiotischer Ressourcen. Allerdings stehen dem schlechtere Werte in den Kategorien Energie- und Wasserverbrauch, Versauerung sowie genutzte Landfläche gegenüber. Darüber hinaus wurde auch die Recyclingfähigkeit der unterschiedlichen Verpackungsmaterialien beurteilt. Auch hier befindet sich der Kunststoffbecher aus PS dem Papierbecher gegenüber deutlich im Vorteil, da dieser nur einer Materialschicht besteht.

Zusammenfassend lässt sich die Aussage treffen, dass die hier betrachteten Papierbecher nicht zwingend als die umweltverträglichere Verpackungslösung im Vergleich zu einem herkömmlichen Kunststoffbecher darstellen. Je nach Wirkungskategorie unterscheiden sich die Ergebnisse zum Teil deutlich. Dies macht eine Entscheidung welches Verpackungsmaterial genutzt werden soll schwierig, da klare Leitlinien fehlen auf welchen Wirkungskategorien der Fokus liegt. Nimmt man das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahre 2015 als Grundlage so wäre der Papierbecher aufgrund der geringeren CO2 Emission das Material der Wahl. Allerdings werden hierdurch viele weitere Faktoren und Wirkungskategorien nicht berücksichtigt. In zukünftigen Arbeiten könnte speziell die Bewertung der unterschiedlichen Wirkungskategorien hinsichtlich einer Priorisierung als Forschungsgegenstand dienen.

Abstract (English)

The environmental impact of packaging material has become a major issue in the packaging industry in recent years. The sustainability of a packaging material is now fused into the buying decision of end consumers. Trade and industry already responded to this fact and identified the environmental impact of packaging as one of the key issues in their respective sustainability strategies. In any case it schould to be verified what impact to the environment the packaging material has.

A trend in this context is the use of renewable resources. Therefore, paper cups, which for the most part consist of fiber-based material made from renewable resources, suggest a sustainable packaging solution compared to conventional plastic cups. In this bachelor thesis, the environmental compatibility of two different paper cups, which differ only in their plastic coating (paper cup with LDPE coating / paper cup with PLA coating) was considered in comparison to a plastic cup made of PS. Data were collected on packaging materials in different impact categories and compared with each other.

The comparison of the results in the respective impact categories showed that the cups with paper content in some impact categories had better values. These include global warming potential, acidification and exhaustion of abiotic resources. Worse values could be recognised in the categories energy and water consumption, acidification and land use. In addition, the recyclability of the different packaging materials was assessed. The plastic cup of PS is in this case clearly in the advantage, since it consists of only one layer of material.

In summary, it can be said that the paper cups considered here are not necessarily the environmentally friendly packaging solution compared to a conventional plastic cup. Depending on the impact category, the results differ. This makes a decision which packaging material has to be used difficult, since clear guidelines are missing on which impact categories should be focused. Taking the Paris Climate Agreement of 2015 as the basis, the paper cup would be the material of choice due to the lower CO2 emissions. However, this does not take into account many other factors and impact categories. In future work, the evaluation of the different impact categories with regard to prioritization could serve as a research topic.