Bibliographic Metadata

Title
Aktuelle Evidenzlage zur Anwendung von Yoga bei COPD PatientInnen als Grundlage zur Integration in die Physiotherapie
Additional Titles
Current Evidence on Yoga Intervention for COPD Patients as a Base for Integration in Physical Therapy
AuthorFink, Benjamin
Thesis advisorBucher, Harriet
Published2018
Date of SubmissionFebruary 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Thema: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird sich Voraussagen zufolge bis zum Jahre 2020 zur dritthäufigsten Todesursache weltweit entwickeln (van Gestel & Teschler, 2010, pp. 4). Nach van Gestel & Teschler (2010, pp. 7-8) gehört zu den Hauptzielen der Rehabilitation Verbesserung der Belastungstoleranz, Abnahme der Atemnot und Steigerung der Lebensqualität. Dies erfolgt mitunter in Form von Atemphysiotherapie, welche Atemmusteroptimierung, Sekretförderung, Atemmuskeltraining, Thoraxmobilisation, Training der Muskulatur und kardiopulmonales Ausdauerkapazitätstraining beinhaltet. Dem körperlichen Training ist dabei nach neuester Evidenz die größte Bedeutung zuzuschreiben. Therapie von COPD muss, je nach Schweregrad, flexibel gestaltet sein, im angemessenen Kostenrahmen bleiben und auch gesellschaftlich verfügbar sein. Yoga in der pulmonalen Rehabilitation bietet sich als zusätzliche Maßnahme zur Verbesserung der Lungenfunktion, Reduktion der Dyspnoe und Steigerung der Lebensqualität an (Ranjita et al., 2015). Zahlreiche Studien belegen die positiven physischen wie auch psychischen Auswirkungen von (Stephens, 2016). Positive Aspekte des Yoga Trainings sind die Kosteneffizienz, es ist Non-Invasiv, es birgt ein minimales Risiko an Nebenwirkungen, es benötigt kaum medizinische Übungsbetreuung und es hat zusätzlich den Effekt der gesteigerten globalen Fitness (Govindaraj et al., 2016; Stephens 2016). PhysiotherapeutInnen sind heutzutage nicht nur privat, sondern auch im professionellen Bereich immer mehr mit komplementärmedizinischen Praktiken wie Yoga konfrontiert (Cannon et al., 2016). Als Teil eines ganzheitlichen Systems reichen Yoga Techniken und Praktiken von Atem- und Reinigungstechniken, zu Aufmerksamkeitsschulung und Kraftausdauertraining, bis hin zur Meditation & Geisteskontrolle. Dabei wird auf das Bewusstsein, Atemkontrolle und einen gesunden sowie positiven Lebensstil ein besonders hoher Stellenwert gesetzt (Stephens, 2016).

Fragestellung: Wie ist die aktuelle Evidenzlage zur Anwendung von Yoga Techniken und Prinzipien bei COPD PatientInnen als Grundlage zur Integration in die Physiotherapie und welche Veränderungen erfahren die PatientInnen bezüglich FEV1, Dyspnoe, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität?

Ziele & Methode: Ziel dieser Arbeit ist es, Yoga Interventionen bei COPD aufzuzeigen und deren Effektivität anhand von diagnostischen Parametern zu bestätigen. Weiters soll diese Arbeit einen Überblick über alle themenrelevanten Begriffe geben. Für die Beantwortung der Zentralen Fragestellung sowie der Unterfrage wurde diese nicht empirische Forschungsarbeit in Form einer Literaturrecherche gewählt.

Conclusio: Die eingesetzten Therapie- und Trainingskonzepte in der COPD Rehabilitation sind sehr unterschiedlich und gehen weit über rein medikamentöse Therapie hinaus. (van Geste & Teschler, 2010, pp. 8-10). Techniken und Übungen aus dem Yoga als zusätzliche therapeutische Maßnahme sind heute oft Bestandteile der konventionellen pulmonalen COPD Rehabilitation (Ranjita et al., 2015). Yogaintervention in Form von Asana, Pranayama, Meditation & Entspannung verringert das Gefühl der Dyspnoe, stärkt die Lungenfunktion und verbessert die funktionelle Leistungsfähigkeit, gemessen an FEV1 und 6MWT. (Liu et al., 2014; Ranjita et al., 2015). PatientInnen mit chronischen Erkrankungen wie COPD zeigten bei begleitender Yogatherapie ebenfalls eine Verbesserung der QOL (Desveaux et al., 2015). Regelmäßige Yogapraxis belebt das kardiovaskuläre System, stärkt bzw. dehnt die Atemmuskulatur, stimuliert die internen Organe und verbessert die mentale Kontrolle und Entspannungsfähigkeit. Ebenso zeigt sich eine Regulierung des parasympathischen Systems sowie der Chemorezeptoren im Atemzentrum (Liu et al., 2014; Gupta et al., 2014; Ranjita et al., 2015; Stephens, 2016). Speziell Yoga Atem- und Entspannungstechniken beeinflussen die Körper-Geist Koordination und zeigen Verbesserungen der Lungenkapazität, der FEV1, der Diffusionskapazität und der Regulierung des Blutdruckes, wodurch eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Verbesserung der QOL erreicht wird (Gupta et al., 2014; Ranjita et al., 2015). Yogapraxis ist im Allgemeinen, unter adäquater Supervision durch einen Therapeuten oder Lehrer, sehr sicher und birgt ein minimales Risiko an Nebenwirkungen (Govindaraj et al., 2016; Stephens, 2016). Yogaintervention alleine sollte allerdings nicht als direkter Ersatz zur konventionellen Therapie verwendet werden. Eine große Stärke von Yoga zeigt sich darin dem PatientInnen dabei zu helfen sich auf längere Sicht vom reaktiven zum selbstaktiven Menschen zu verändern (Stephens, 2016).

Stats
The PDF-Document has been downloaded 0 times.