Bibliographic Metadata

Title
Stand und Entwicklungsperspektiven von PPP (Public Private Partnership): Hochbauprojekte in Österreich
Additional Titles
State and development perspectives of PPP (Public Private Partnership): Building projects in Austria
AuthorStickler, Clemens
Thesis advisorMachytka, Hans-Heinz
Published2017
Date of SubmissionNovember 2017
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Architekten / Hochbau / Österreich / PPP / Public Private Partnership
Keywords (EN)Architects / Structural engineering / Austria / PPP / Public Private Partnership
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Stand und Entwicklungsperspektiven von PPP

(Public Private Partnership):

Hochbauprojekte in Österreich

Die Einbeziehung privatwirtschaftlicher Unternehmen in öffentliche Staatsaufgaben ist kein Phänomen der heutigen Zeit, sondern wurde bereits seit dem Altertum über die Jahrhunderte in vielen europäischen Ländern immer wieder praktiziert. Aufgrund der durch den Vertrag von Maastricht auferlegten Schuldenobergrenzen der Staatshaushalte erlangt das Thema Public Private Partnership (PPP) bei der Umsetzung staatlicher Infrastrukturprojekte in der heutigen Zeit immer größere Relevanz. Es handelt sich um eine vertraglich geregelte, langfristige Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Unternehmen über den gesamten Lebenszyklus einer öffentlichen Einrichtung. Der private Partner übernimmt neben der Finanzierung auch die Planung, den Bau und in vielen Fällen auch den Betrieb und die Instandhaltung des Objekts. Die öffentliche Hand leistet für die Nutzung vertraglich vereinbarte, langfristige Mietzahlungen.

Aufgrund der schwierigen Eingrenzung des Begriffs PPP gibt es keine EU-weiten Rechtsgrundlagen hinsichtlich des Vergabeprozesses solcher Projekte. Die Republik Österreich vertritt die Auffassung, dass die bestehenden vergaberechtlichen Vorschriften für die Umsetzung von PPP-Projekten ausreichend sind.

Um den Ausschreibung- und Vergabeprozess bestmöglich durchführen zu können, wurde jedoch das Verfahren des wettbewerblichen Dialogs eingeführt. Dieser erleichtert die Mitwirkung des privaten Partners bereits in einem frühen Stadium des Projekts. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichem und privatem Partner wird das unternehmerische Know-how bestmöglich in das öffentliche Infrastrukturprojekt einbezogen. Man erwartet sich davon eine raschere und effizientere Projektrealisierung.

In den letzten Jahren gewann PPP auch in Österreich an Popularität. So werden derzeit z.B. in Wien zahlreiche Schulprojekte mit PPP erfolgreich umgesetzt. Es mangelt hierbei aber auch nicht an Kritik, vor allem von Seiten der Architekten, die einerseits um ihre Aufträge bangen und andererseits um die architektonische Qualität der neu zu errichtenden Bauwerke besorgt sind. Da private Unternehmer kosteneffizient agieren, befürchten die Architekten, dass Planungsleistungen gekürzt werden.

Da in Zukunft ein zunehmender Bedarf an PPP-Projekten absehbar ist, wird die Rolle der Architekten innerhalb des PPP-Prozesses neu definiert.

Abstract (English)

State and development perspectives of PPP

(Public Private Partnership):

Building projects in Austria

The involvement of private companies in public-sector tasks is not a phenomenon of the present day, but has been practiced repeatedly since antiquity over the centuries in many European countries. Because of the debt ceilings imposed by the Maastricht Treaty, the issue of Public Private Partnership (PPP) is becoming increasingly relevant in the implementation of state infrastructure projects. It is about a long-term contractual cooperation between public authorities and private companies over the entire lifecycle of a public institution. In addition to financing, the private partner also handles the planning, construction and, in many cases, the operation and maintenance of the property. The public sector provides contractually agreed, long-term rental payments.

Due to the difficult definition of PPP, there is no EU-wide legal basis for the award process of such projects. The Republic of Austria considers that the existing legislation on the implementation of PPP projects is sufficient.

However, the procedure of competitive dialogue was introduced to be able to carry out the tendering and awarding process in an optimal way. This facilitates the involvement of the private partner at an early stage of the project. Due to the close cooperation between the state and the private partner entrepreneurial know-how is best integrated into the public infrastructure project. A more rapid and efficient project realization is therefore expected.

In recent years, PPP has also gained popularity in Austria. In Vienna numerous school projects are currently being successfully implemented with PPP. However, there is no lack of criticism, especially on the part of the architects, who, on the one hand, are worried about their jobs and, on the other hand, are concerned about the architectural quality of the newly erected buildings. Since private entrepreneurs are acting cost-efficiently, architects fear that planning services will be cut short. As an increasing demand for PPP projects can be foreseen in the future, the role of architects within the PPP process will be redefined.