Titelaufnahme

Titel
Freiheitsbeschränkende Maßnahmen - die Anwendung der mechanischen Fixierung in psychiatrischen Einrichtungen
Weitere Titel
Coercive Measures - the utilization of mechanical restraints on psychiatric wards
AutorInnenCastillo, Joana
GutachterZemann, Claudia
Erschienen2018
Datum der AbgabeAugust 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)freiheitsbeschränkende Maßnahmen / mechanische Fixierung / psychiatrische Einrichtungen
Schlagwörter (EN)Coercive Measures / mechanical restraints / psychiatric wards
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung: Freiheitsbeschränkende Maßnahmen wie die mechanische Fixierung sind Interventionen, die schon seit den Anfängen der Psychiatrie existierten. Damals wie heute stellt diese Praxis eine höchst menschenunwürdige und dem Prinzip des Nicht-Schaden konträre Methode zur Kontrolle von aggressiven oder agitiertem Verhalten bei psychiatrischen Patientinnen und Patienten dar. Anhand aktueller Studien im internationalen Raum sollen die Auswirkungen der mechanischen Fixierung auf das Erleben der betroffenen Personen erfasst und Maßnahmen aufgedeckt werden, welche die möglichen negativen Folgen reduzieren könnten. Hierbei wird den Pflegepersonen als professionelle Begleiter eine besondere Rolle beigemessen.

Methodik: Für diese Literaturarbeit wurden die Datenbanken CINAHL, PubMed, Google Scholar, Thieme E-Book und Science Direct verwendet. Es wurden englisch- und deutschsprachige Studien im Zeitraum von 2013 bis 2018 herangezogen und nach kritischen Gesichtspunkten bewertet. Um die Suche einzugrenzen wurden Ein- und Ausschlusskriterien formuliert.

Ergebnisse: Die aktuellen Studien aus dem internationalen Raum belegen, dass die mechanische Fixierung vor allem negative Konsequenzen sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für das Pflegepersonal selbst zur Folge haben. Während die fixierten Personen sich vor allem ungerecht und unmenschlich behandelt gefühlt haben und sich bei manchen sogar Angst oder ein vergangenes Trauma manifestierten, sah sich der gehobene Dienst in einem ethischen Dilemma gefangen, weil sie einerseits wegen ihres Berufsethos sich verpflichtet fühlten der betroffene Person zu helfen aber andererseits auch die Ordnung und Sicherheit auf der Station gewährleisten mussten. International versuchen vorrangig die angelsächsischen und skandinavischen Länder Konzepte wie das Trauma-informed care oder mildere Maßnahmen wie die Sensory Rooms in psychiatrische Einrichtungen zu integrieren, um eine heilsamere Umgebung für die Patientinnen und Patienten zu schaffen.

Diskussion: Es besteht Aufholbedarf in der Erforschung milderer Maßnahmen, die herangezogen werden sollten bevor die mechanische Fixierung als „Ultima Ratio“ angeordnet wird. Ein Mangel an alternativen Maßnahmen kann nämlich dazu führen, dass psychiatrische Einrichtungen sich öfter befugt fühlen die freiheitsbeschränkende Maßnahme anzuwenden.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: Freedom-limiting measures such as mechanical restraints are interventions that have existed since the beginning of psychiatry. Until now this practice continues to be a highly inhumane and damaging method of controlling aggressive and agitated behaviour in psychiatric patients. Recent studies aim to assess the effects of mechanical restraint on those affected and to identify measures that could reduce the potential negative consequences. Nurses are given a special role as professional guides.

Methods: For this literature work following databases were used: CINAHL, PubMed, Google Scholar, Thieme E-Book and Science Direct. Studies written in English or German language published between 2013 and 2018 were included. In order to limit the search, inclusion and exclusion criteria were formulated.

Results: Recent studies have shown that mechanical restraints have negative consequences for both patients and nurses. While restrained persons felt being treated unjustified and inhumane and in some cases even expressed fear or a past trauma, nurses are caught in an ethical dilemma, as they felt obliged to help the affected person but on the other hand also had to ensure the order and safety on psychiatric wards. Anglo-Saxon and scandinavian countries try to integrate concepts such as trauma-informed care or milder measures such as sensory rooms into mental health facilities in order to create a healthier environment for patients.

Discussion: More research is needed into alternatives to restraint. Milder measures should be used before mechanical restraint is considered as the last resort. A lack of knowledge about alternative methods could lead to a climate, where psychiatric institutions feel empowered to use freedom-limiting measures more often.