Bibliographic Metadata

Title
Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung am Beispiel der Landespolizeidirektion Burgenland
Additional Titles
Knowledge management in public administration using the example of the state police headquarters Burgenland
AuthorHahnekamp, Gerhard
Thesis advisorSedlacko, Michal ; Mayer, Stefanie
Published2018
Date of SubmissionOctober 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Macht / Wissensmanagement / Organisationskultur / Werte / Wissen / Motivation
Keywords (EN)Power / Knowledge management / Organization cultur / Values / Knowledge / Motivation
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Diese Bachelorarbeit II beschäftigt sich mit dem Mentoringprozess in der Landespolizeidirektion Burgenland. Die erfahrenen ExekutivbeamtInnen bilden in der Funktion als MentorInnen die neuen ExekutivbeamtInnen aus. Das Wissensmanagement hat im Bundesministerium für Inneres und in den neun Landespolizeidirkektionen einen hohen Stellenwert und wird über die Sicherheitsakademie betreut. Die Einschulungsverpflichtungen für die neuen KollegInnen sind den Verantwortlichen im Innenressort bewusst. Die dabei entstehende Beziehung und einhergehende Machtbeziehung bezogen auf die Organisationskultur und den gelebten Werten sollen anhand der Landespolizeidirektion Burgenland erhoben werden. Vom großen Interesse sind die Auswirkungen auf das Wissensmanagement bei dem Mentoringprozess. Welche Macht wird ausgeübt und wie wird das Wissen aufgenommen?

Die öffentlichen Organisationen stehen vor der Herausforderung, ihr angeeignetes Wissen in Zukunft weiter zu nutzen. Das Bundeskanzleramt, der Rechnungshof und die Verantwortlichen der jeweiligen Ministerien haben dieses Thema bereits aufgenommen. Es wurden daher Wissensmanagementwerkzeuge zur Verfügung gestellt, wie z.B. Mentoringprozesse, Wissensdatenbanken usw., die in der Organisationseinheit umgesetzt werden.

Es wurde versucht, durch Erhebungen eine Gegenstandsbeschreibung (Soll-Stand) über das Ausbildungskonzept für die Grundausbildung für den Exekutivdienst aus dem Innenressort und der Landespolizeidirektion Burgenland zu erhalten. Als Methode wurden 9 ExpertInneninterviews zur Erhebung der qualitativen Wissens- und Machtkultur durchgeführt. Es wurden offene Fragen an die ExpertInnen gestellt und dabei wurde hinterfragt, welche Werte und weiteren Einflussfaktoren die Machtverhältnisse bei der LPD Burgenland positiv oder negativ beeinflussen.

Die Interviewergebnisse ergaben, dass die Ausübung von Macht bei der Wissensweitergabe bzw. in der Einschulungsphase aktiv gelebt wird. Die direkt beteiligten Personen erkennen die Machtbeziehungen nicht, da zum einen die MentorInnen die Konflikte auf die Organisationskultur zurückführen und die gelebten Werte so stark verinnerlicht haben, dass sie die Machtausübung nicht wahrnehmen. Die einzuschulenden ExekutivbeamtInnen akzeptieren die Unterdrückung, da es eine Abhängigkeit von den MentorInnen gibt. Diese versuchen sich an die neue Umgebung anzupassen und streben ein harmonisches Arbeitsklima an. Die vorgelebten Werte und die damit bestehende Organisationskultur haben Auswirkungen auf die Machtbeziehungen. Die Wissensweitergabe und die Wissensabhängigkeit hat eine tragende und wichtige Rolle für die Machtbeziehungen. Die Werte wie Angst können sich negativ auswirken und die Werte wie Kooperationsbereitschaft, Toleranz und Vertrauen fördern diese wiederum. Die gelebte Organisationskultur hat also einen Einfluss auf die Wissensweitergabe und die Machtausübung. Die Organisationskultur kann diese Bereiche sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Abstract (English)

This bachelor thesis II deals with the mentoring process in the National Police Directorate Burgenland. The experienced law enforcement officers train the new executive officers as mentors. The knowledge management has a high priority in the Federal Ministry of the Interior and in the nine state police inspections and is supervised by the security academy. The enrollment obligations for the new colleagues are aware of those responsible in the Interior Department. The resulting relationship and the associated power relationship in relation to the organizational culture and the lived values are to be surveyed by the Provincial Police Directorate Burgenland. Of great interest is the impact on knowledge management in the mentoring process. What power is exercised and how is the knowledge received?

Public organizations face the challenge of using their acquired knowledge in the future. The Federal Chancellery, the Court of Auditors and the responsible ministers have already taken up this topic. Therefore, knowledge management tools have been provided, e.g. Mentoring processes, knowledge bases, etc., which are implemented in the organizational unit.

An attempt was made to use surveys to obtain a description of objects (target status) on the training concept for basic training for the Executive Service from the Ministry of the Interior and the National Police Directorate Burgenland. As a method, 9 expert interviews were carried out to survey the qualitative culture of knowledge and power. Open questions were asked to the experts and it was questioned which values and other influencing factors positively or negatively influence the power relations at LPD Burgenland.

The interview results showed that the exercise of power in the transfer of knowledge or in the school enrollment phase is actively practiced. The directly involved persons do not recognize the power relations, since on the one hand the mentors reduce the conflicts to the organizational culture and have internalized the lived values so strongly that they do not perceive the exercise of power. The law enforcement officers to be enrolled accept the oppression because there is a dependency on the mentors. These try to adapt to the new environment and strive for a harmonious working environment. The past values and the organizational culture that it has have an impact on the power relations. The knowledge transfer and the knowledge dependency has a supporting and important role for the power relations. The values such as fear can have a negative impact, and the values such as willingness to cooperate, tolerance and trust in turn promote them. The lived organizational culture thus has an influence on the transfer of knowledge and the exercise of power. The organizational culture can influence these areas both positively and negatively.