Titelaufnahme

Titel
Psyche geht durch den Magen
Weitere Titel
The way to the mind is through the stomach
AutorInnenWiener, Seda
GutachterKolland, Franz
Erschienen2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Essen und Psyche / Ernährung und psychische Erkrankungen / Wechselwirkung von Essen und Psyche / Auswirkungen von Inhaltsstoffe auf die Psyche / Essen mehr als reine Nahrungsmittelaufnahme / Essen und Geld / Soziale Arbeit und psychisch Kranke / Soziale Arbeit und Ernährung / Methode Essen und Kochen in der Sozialen Arbeit / Bewusstseinsstärkung von psychisch Kranken für den Zusammenhang von Essen und Psyche / SozialarbeiterInnen als KochgruppenleiterInnen / Veränderungen für psychisch Kranke durch das Teilnehmen an einer Kochgruppe / Zusammenarbeit von SozialarbeiterInnen und ErnährungsexpertInnen
Schlagwörter (EN)The way to the psyche is through the stomach / From the effect of diet on the psyche to the creation of awareness in the psychosocial field of social work / food and psyche / diet and mental diseases / interdependency of food and mental diseases / effect of substances on psyche / eating / more than just food intake / food and money / social work and people with mental illness / social work and diet / methods of eating and cooking in social work / raising awareness of the connection between food and psyche for mentally ill people / social workers as leader for the cooking class / transformation of people with mental illness by the participation in a cooking class / cooperation between social workers and nutrition experts
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Psyche geht durch den Magen

Essen und Psyche, zwei sich gegenseitig beeinflussbare Materien – Ziel der Gruppen-Bachelor-Arbeit ist es auf den Kontext, also auf die Auswirkungen einzelner Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auf Stimmungen, aufmerksam zu machen und vor allem das Bewusstsein von psychisch Kranken für diese Thematik zu stärken, wo die Soziale Arbeit eine sehr entscheidende Position einnimmt. Einige psychische Erkrankungen, wie Depression, AD(H)S und Demenz können möglicherweise ernährungsphysiologisch begründet sein. Das Essverhalten beziehungsweise die Zusammensetzung der Nahrungsmittel können die emotionale Befindlichkeit verändern.

Die vielfältigen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit, wie mit Kindern, Jugendlichen und SeniorInnen oder im klinischen Bereich, ermöglichen dieser Berufsgruppe mit ihrem direkten Zugang zu der Zielgruppe psychisch Kranke auf den Zusammenhang von Ernährung und Psyche hinzuweisen. Ernährung spielt in der Sozialarbeit, seit Ende des 2.Weltkrieges, meist eine untergeordnete Rolle, dennoch kommt es im Berufsalltag sehr häufig zu Berührungspunkten zu dieser Thematik, da besonders soziale Ungleichheit und das Ernährungsverhalten in einem engen Zusammenhang stehen und ihre KlientInnen meist in irgendeiner Form sozialen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Die vielfältigen Methoden und Settings der Sozialen Arbeit könnten theoretisch Ernährungsprobleme lösen oder sogar verhindern, da diese ideale Voraussetzungen für eine wirkungsvolle und nachhaltige Wissensvermittlung über gesunde Ernährung bieten. Die Realität zeigt jedoch, dass in Ernährungsangelegenheiten überwiegend DiätologInnen konsolidiert werden, da SozialarbeiterInnen nicht über ausreichend Wissen in Ernährung verfügen – eine Zusammenarbeit beider Berufsgruppen wären daher geradezu ideal, wie auch die Empirie der Forschungsgruppe bestätigt hat.

Eine Methode der Sozialen Arbeit spielt in der Betreuung von psychisch Erkrankten eine besondere Bedeutung, wie das gemeinsame Kochen und Essen - dies belegt die Aktivität in einem Tageszentrum des PSDs, wo diese täglich gelebt wird. Der PSD Wien bietet psychisch kranken Menschen mit seinem breiten Netzwerk an ambulanten Einrichtungen eine umfassende sozialpsychiatrische Versorgung. Von der Forschungsgruppe wurde daher ein Sozialarbeiter eines Ambulatoriums und des PSI befragt, sowie ein Go-Along in einem Tageszentrum durchgeführt und eine Leiterin und eine Teilnehmerin einer Kochgruppe interviewt. Weiters wurde auch ein Gespräch mit einer Diätologin eines Gesundheitszentrums in Wien geführt.

Die gewonnenen Forschungsergebnisse lassen sich auszugsweise zusammenfassen:

Essen und psychische Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig

es besteht im Allgemeinen ein mangelndes Bewusstsein über die Auswirkungen von Lebensmitteln auf die Psyche

der Wissenstransfer für eine gesunde Ernährung stellt eine berechtigte Aufgabe für SozialarbeiterInnen dar, sie benötigen dafür jedoch den Background von ErnährungsexpertInnen

SozialarbeiterInnen eignen sich als KochgruppenleiterInnen

die Teilnahme an einer Kochgruppe bietet psychisch kranken Personen die Chance sich unter anderem mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen und ihre eigene Stimmungslage zu verbessern

Aus diesen Erkenntnissen entwickelte sich die Projektidee der Forschungsgruppe:

Das Projekt zielt auf eine Bewusstseinsstärkung der TeilnehmerInnen der Kochgruppen in einem Tageszentrum im PSD ab, indem sie über den Zusammenhang von Essen und Psyche informiert werden, unter anderem mit Hilfe einer Fülle von Stimmungskärtchen, wo eine Seite der Karte eine Stimmungslage aufweist und die andere die dementsprechenden Lebensmitteln dazu, die sich auf die individuellen Gefühle auswirken sollen. Die Angaben auf den Kärtchen werden gemeinsam von SozialarbeiterInnen und ErnährungsexpertInnen erstellt. Weiters geht es darum, die LeiterInnen der Kochgruppen zu diesem komplexen Thema professionell zu schulen, damit sie ihr Wissen an ihre KlientInnen weitergeben können.

Zusammenfassung (Englisch)

Nutrition and the psychological health/fitness are two things that cannot be separated. Many people who need help from social workers also have problems with their nutrition. The organisation „PSD Wien“ offers cooking groups for people who have a psychological illness. The clients learn cooking and eating in a way that their bodies become or stay healthier than before. At the moment, the focus of those leading people of the cooking groups is not to eat sensibly. Other intentions, for example the dynamic in groups, are more important to the current situation. With our project, we would like to focus more on cooking things that are healthy. Cooking healthy has a positive impact on the physical and psychological health. In the future, we are looking forward to having social workers as leaders of the cooking groups at the „PSD”, because social workers have the capability that is needed to empower many of the necessary clients´ life skills.