Titelaufnahme

Titel
Deinstitutionalisierungsprozesse in der Wiener Wohnungslosenhilfe am Beispiel von Housing First.
Weitere Titel
Institutionalization processes in the Vienna homelessness assistance using the example of Housing First.
AutorInnenAhmad, Bilal
GutachterJelenko, Margit
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuli 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Deinstitutionalisierung / Housing First / Wohnungslosenhilfe / Totale Institution
Schlagwörter (EN)Deinstitutionalization / Housing First / Homelessness assistance / Total institution
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Umsetzung von Housing First bewirkt u.a. dass sich die Vorstellung einer angemessenen Unterstützung in Phasen von Wohnungslosigkeit verändert: Lange Zeit herrschte die Vorstellung vor, dass betroffene Personen wohnen wieder erlernen müssten und es dafür ein umfangreiches institutionelles Angebot an z.T. aufeinander folgenden Unterbringungsformen (Notquartier, Übergangswohnen, Betruetes Wohnen) brauche. Mittlerweile liegen umfangreiche Evaluierungsergebniss vor, welche die negativen Auswirkungen von einer Unterbringung in Institutionen besprechen bzw. die positiven Ergebnisse eines unmittelbaren Zugangs zu selbstständigem Wohnen ergänzt durch flexible, sozialarbeiterische Unterstützung zeigen. In der Wiener Wohnungslosenhilfe wurde Housing First spätestens seit 2011 verstärkt diskutiert. Mit dem Konzept von Housing First wurde eine Kritik an Institutionen in die Wiener Wohnungslosenhilfe gefördert, die auch in anderen Bereichen (Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche) eine lange Tradition hat und zur Veränderung der Angebotsstruktur führte.

In der vorliegenden Arbeit wird die Einführung von Housing First daraufhin untersucht, als sie eine Kritik an institutioneller Unterbringung beinhaltet und in diesem Sinne zu einer De-Institutionalisierung des Hilfesystems führt. Dabei kann u.a. an die Institutionenkritik von Goffman angeschlossen werden. Darüber hinaus kann durch eine europäische Leitlinien gezeigt werden, dass De-Institutionalisierung eine breite gesellschaftspolitische Zielvorstellung darstellt.

Zusammenfassung (Englisch)

The implementation of Housing First causes i.a. that the notion of adequate support changed in phases of homelessness: For a long time there was a notion that affected persons would have to relearn and that there would be an extensive institutional supply of successive types of accommodation (emergency accommodation, temporary housing, deprived living). In the meantime extensive evaluation results of Housing First projects are available, which discuss the negative effects of housing in institutions or show the positive results of direct access to independent living supplemented by flexible social worker support. Housing First has been the subject of much discussion in the Vienna homelessness aid since 2011 at the latest. With the concept of Housing First, a criticism of institutions in the Vienna homeless assistance was promoted, which also has a long tradition in other areas (people with disabilities, children and young people) and led to a change in the supply structure.

In the present work, the introduction of Housing First is examined as it contains a critique of institutional housing and in this sense leads to a de-institutionalization of the help system. It can be connected to the institutional criticism of Goffman. European guidelines show that de-institutionalization represents a broad socio-political goal.