Titelaufnahme

Titel
Gadoliniumhältige Kontrastmittel und nephrogene systemische Fibrose in der MRT- eine Aktualisierung des Forschungsstandes
Weitere Titel
Gadolinium-based contrast agents and nephrogene systemic fibrosis- an uptade of research status
AutorInnenAbdel-Malak, Marina
GutachterWeinberger, Ulrike
Erschienen2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Gadoliniumhältiges Kontrastmittel / Toxizität von gadoliniumhältigen Kontrastmitteln / Nephrogene systemische Fibrose / Lineare gadoliniumhältige Kontrastmittel / Makrozyklische gadoliniumhältige Kontrastmittel
Schlagwörter (EN)Gadolinium-based contrast agents / Toxicity of gadolinium-based contrast agents / Nephrigenic systemic fibrosis / Linear gadolinium-based contrast agents / Macrocyclic gadolinium-based contrast agents
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die nephrogene systemische Fibrose (NSF) ist eine multisystemische fibrosierende Erkrankung, die zum Tode führen kann. Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen gadoliniumhältigen Kontrastmitteln und der Entwicklung einer NSF besteht. Die wichtigsten Risikofaktoren, NSF zu entwickeln, sind die Nierenfunktion, die verabreichte Menge an Gadolinium und die Art des MRT-Mittels.

Die Toxizität von gadoliniumhältigen Kontrastmittel wurde hauptsächlich der Dissoziation vom Gadoliniumion aus seinem Chelatkomplex zugeschrieben. Diese Freisetzung hängt mit Unterschieden in der Stabilität der Komplexe unter den verschiedenen Arten des Kontrastmittels, makrozyklisch oder linear und ionisch oder nichtionisch, zusammen. Da lineare Kontrastmittel eine niedrigere Stabilität als makrozyklische aufweisen, sind die häufigsten NSF-Fälle nach Gabe dieser Strukturen aufgetreten.

Jedoch sind nicht alle lineare Mittel betroffen, sondern nur die beiden nichtionischen, Gadodiamid sowie Gadoversetamid, und das ionische Kontrastmittel Gadopentetat Dimeglumin. Die restlichen linearen ionischen Strukturen, Gadobenat Dimeglumin, Gadoxeticsäure Disodium und Gadofosveset Trisodium, induzierten bei PatientInnen mit Nierenerkrankungen selten bis nie NSF. Grund dafür ist, dass diese Kontrastmittel nicht nur eine renale, sondern auch eine hepatobiläre Ausscheidung erfahren. Diese partielle Eliminierung über die Leber könnte ein zusätzlicher Schutzmechanismus sein. Generell gelten die makrozyklischen Kontrastmittel als ein sicheres Mittel und können in der Praxis für PatientInnen mit Nierenfunktionsstörungen angewendet werden. Gadodiamd, das am häufigsten einen Zusammenhang mit NSF zeigte, gilt als Kontraindikation für nierenerkrankte Personen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kontrastmittelgestützte MRT trotz des NSF-Risikos als ein sicheres diagnostisches Verfahren gilt, das auch bei PatientInnen mit schwerer Niereninsuffizienz zuverlässig und sicher eingesetzt werden kann und nicht unbedingt durch andere Methoden ersetzt werden muss.

Zusammenfassung (Englisch)

Nephrogenic systemic fibrosis (NSF) is a multisystemic fibrosing disorder that can lead to death. Findings from recent years have shown that there is a causal association between gadolinium-based contrast agents and the development of NSF. The most important risk factors for developing NSF are renal function, the quantity of gadolinium administered and the type of the media.

The toxicity of gadolinium-based contrast agents has been attributed to the dissociation of gadolinium ion from its chelate complex. This dissociation is related to differences in the stability of the complexes among the various types of contrast agent, macrocyclic or linear and ionic or nonionic. Since linear contrast agents have lower stability than macrocyclic ones, the most common NSF cases have occurred after administration of these structures.

However, not all linear agents are affected, but only the two nonionic, gadodiamide and gadoversetamide, and the ionic contrast agent gadopentetat dimeglumine. The remaining linear ionic structures, gadobenate dimeglumine, gadoxetic acid disodium, and gadofosveset trisodium, rarely or never induced NSF in patients with kidney disease. The reason for this is that the contrast agents experience not only renal but also hepatobiliary excretion. This partial elimination via the liver could be an additional protective mechanism. In general, macrocyclic contrast agents are considered safe and can be used in practice for patients with renal impairment. Gadodiamd, the most commonly associated with NSF, is considered as a contraindication for patients with kidney diseases.

In summary, contrast-enhanced MRI, despite the NSF risk, is a safe diagnostic procedure that can be used reliably and safely even in patients with severe renal impairment.