Titelaufnahme

Titel
Diagnose Multiple Sklerose: offene und geschlossene MRT-Geräte im Vergleich
Weitere Titel
Diagnosis Multiple Sclerosis: Comparison of open and closed MRI devices
AutorInnenGerhartl, Julia
GutachterHimmler, Thomas
Erschienen2018
Datum der AbgabeOktober 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Multiple Sklerose / Platzangst / Klaustrophobie / Magnetresonanztomographie / Multiple Sklerose und MRT / Protokolle bei MS
Schlagwörter (EN)open MRI and MS / low field MRI / closed MRI and MS / high field MRI and MS / 1.5 T MRI / Multiple Sclerosis and MRI / MRI and Claustrophobia / Diagnosis of MS
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich offener und geschlossener MRT-Geräte für die Diagnose der neurodegenerativen Erkrankung Multiple Sklerose (MS) in Bezug auf die Sensitivität sowie ob Sequenzen und Untersuchungszeit soweit angepasst werden können, dass die Untersuchung für PatientInnen mit Klaustrophobie ohne Probleme durchgeführt werden kann.

Zuerst werden offene und geschlossene MRT-Geräte in Bezug auf die Sensitivität untersucht. Es ist ermittelt worden, dass bei der Verwendung von Geräten mit höheren Feldstärken die Sensitivität besser ist. Dadurch können mehr Läsionen erkannt und deutlicher differenziert werden. Im Gegensatz dazu wird von Geräten mit niedrigen Feldstärken eher abgeraten, da die Bildqualität und die diagnostische Aussagekraft sinken.

Die zweite Forschungsfrage beschäftigt sich mit der Optimierung der zu verwendeten Sequenzen. Für MS-Untersuchungen werden Standardprotokolle mit mindestens vier Sequenzen empfohlen. Primär beinhalten MS-Protokolle T2- sowie auch T1-gewichtete Sequenzen. Eine axiale T2-gewichtete, flüssigkeitsunterdrückte Sequenz als erste Übersichtssequenz (FLAIR oder TIRM dark fluid) lässt MS-Herde deutlich hyperintens erscheinen, da liquorähnliche flüssige Anteile unterdrückt sind und nur ursächlich entzündliche Flüssigkeiten zur Signalgebung beitragen. Dieser Sequenztyp wird auch, neben einer reinen T2-TSE Sequenz, in sagittaler Schnittführung eingesetzt – hier oftmals in dünner Schichtung über die Mittellinie. T2/PD Dual Echo Sequenzen können zusätzlich zum Einsatz kommen. Eine axiale, native T1-gewichtete Sequenz dient als Referenz für eine folgende Kontrastmittel-sensitive Sequenz in gleicher Schnittführung, um die Aktivität von MS-Herden abklären zu können.

Um kleinste MS-Herde frühzeitig diagnostizieren zu können, ist eine Bildakquisition mit hoher Auflösung zwingend. Hohe Auflösungen können mit der Datenaufnahme mit hohen Bildmatrizen erreicht werden, was sich allerdings negativ auf Untersuchungszeit und die Entstehung von Artefakten auswirkt. MR-Tomographen mit hohen Feldstärken werden bevorzugt eingesetzt. Durch die höhere Ausbeute an MR-aktiven Nuklei und dem damit einhergehenden höheren Signal-Rausch-Verhältnis kann die potentiell erreichbare Zeitersparnis in eine höhere Auflösung investiert werden.

Hohe Feldstärken und maximal homogene Magnetfelder können jedoch ausschließlich mit geschlossenen MR-Systemen erreicht werden, da die röhrenförmige Konfiguration eines Magneten technisch die besten Voraussetzungen bieten. PatientInnen, die zu Klaustrophobie neigen, sind jedoch weniger bis nicht tolerant gegenüber geschlossenen MR-Systemen. Einerseits besteht die Möglichkeit, die Untersuchung unter medikamentöser Ruhigstellung durchzuführen, was jedoch ebenso eine Belastung für PatientInnen darstellt – v.a. im Rahmen engmaschiger Kontrolluntersuchungen. Das Ausweichen auf offene MR-Systeme ist jedoch kritisch abzuwägen und zu hinterfragen.

Zusammenfassung (Englisch)

In this thesis the suitablility of open and closed MRI-devices for the diagnosis of multiple slcerosis of patients suffering from claustrophobia will be compared. The focus will be put on the comparison of sensitivity, examination sequences and examination times.

Firstly, a closer look is taken on the sensitivity of open and closed MRI-devices. It can be said that devices with higher field strength also offer higher sensitivity. Therefore, a higher number of lesions can be detected and is more easily differentiated. It should be noted that the image quality and the diagnostic value decrease when using devices with lower field strength.

Secondly, the optimal sequence for MS examinations is determined. In state of the art protocols at least four sequences are recommended. In these protocols T2- as well as T1-sequences are used. With T2- sequences an overview of lesions is created, whereby an examination with T1-sequences is needed to determine the active state of these lesions.

For an early diagnosis of lesions, image acquisitions with a high resolution are needed. High resolutions are achieved by taking images with high image matrices which in turn impairs the examination time and can lead to formation of image artefacts. Thus, MRI-devices with high field strength are prefered. Due to the increase in MR-active nuclei and the therefore higher signal to noise ratio, the achieved time safing can be used to increase the image resolution. A high field strength and maximal homogene magnetic fields can only be achieved with closed MRI-devices due to the favourable tube-like configuration of the magnets within the closed MRI-devices. Unfortunately, patients suffering from claustrophobia are less tolerable to not tolerable towards examinations with closed MRI-devices. These patients often need sedation during examination which might also put the patients in a stressful situation. Summarized, though examinations with an open MRI-device reduce the induced stress of patients suffering from claustrophobia, open MRI-devices have several disadvantages in sensitivity and sequences over closed MRI-devices, thus the usage of open MRI-devices should be assessed carefully.