Titelaufnahme

Titel
Der Einfluss der täglichen Änderung des Rektumvolumens auf die Dosisverteilung bei der radioonkologischen Behandlung des Prostatakarzinoms
Weitere Titel
The influence of the daily change of the rectum volume on the dose distribution in the radiooncological treatment of prostate cancer
AutorInnenKnotek, Sandra
GutachterSchmid, Petra
Erschienen2019
Datum der AbgabeJanuar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Prostatakarzinom / Rektumdosis / Rektumvolumen / Korrelation
Schlagwörter (EN)Prostate cancer / rectum dose / rectum volume / correlation
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und verzeichnet im Jahre 2015 laut Statistik Austria 1.128 Sterbefälle.(1) Die möglichen Therapien, die bei der Behandlung des Prostatakarzinoms zum Einsatz kommen können, sind die Resektion der Prostata (Prostatektomie), die teletherapeutische oder brachytherapeutische Bestrahlung der Prostata und die Chemotherapie.(2) Die Schonung der bei der Prostatabestrahlung umliegenden Risikoorgane (Organs at risk, OAR), in diesem Fall Rektum und Blase, hat bei der radioonkologischen Bestrahlung des Prostatakarzinoms einen hohen Stellenwert. Das Rektum ist täglichen Größenveränderungen durch Luft und Stuhl ausgesetzt und aufgrund dessen ändert sich auch die Dosisverteilung minimal, da die einhergehenden Veränderungen die Lage der OAR im Vergleich zur Planungs-CT beeinflussen. Sicherheitssäume, welche unter anderem die interfraktionäre Organbewegung miteinschließen und eine zusätzliche Bildgebung, die vor der Bestrahlung durchgeführt wird, gewähren zwar, dass das zu bestrahlende geplante Zielvolumen (planning target volume, PTV) die gewünschte Dosis erhält, jedoch kommt es zu täglichen Dosisveränderungen im Rektum, die unter anderem von der Rektumfüllung abhängig sind.

In dieser Bachelorarbeit wird diese Problematik evaluiert.

Diese Pilotstudie beschäftigt sich mit den CBCT-Datensätzen von zehn randomisierten Patienten, welche einer strahlentherapeutischen Behandlung des Prostatakarzinoms unterzogen wurden. Die Datensätze wurden anonymisiert bereitgestellt und manuell von der Verfasserin der Arbeit konturiert. Die Durchführung der Studie fand im Institut für Radioonkologie des Kaiser-Franz-Josef Spitals statt. Der Workflow bei der Bestrahlung des Prostatakarzinoms im Kaiser- Franz-Josef Spital beinhaltet die Durchführung einer Conebeam- Computertomographie (CBCT) vor jeder Bestrahlungsfraktion. Somit kann die Lage des PTV und der OAR kontrolliert werden. Nach dem Konturieren des Rektums in den CBCT-Datensätzen wurde ein Dosis-Volumen-Histogramm (DVH) erstellt. Wichtige Parameter, wie die Rektumfüllung in [cm3], V50Gy in [%], V60Gy in [%], V65Gy in [%], V70Gy in [%] und die mittlere Dosis Dmean in [Gy] wurden herangezogen, um die Forschungsfragen beantworten zu können. Das primäre Ziel

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dieser Pilotstudie ist es herauszufinden, inwiefern eine Veränderung des Rektumvolumens die Dosisbelastung des Rektums beeinflusst. Das sekundäre Ziel beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern sich das Rektumvolumen im Laufe der Therapie verändert.

Nach dem Berechnen der DVH und der Begutachtung der Korrelationsanalysen haben die Berechnungen ergeben, dass bei sieben von zehn Patienten die Dosis im Rektum mit steigendem Rektumvolumen steigt. In zwei Fällen wird die rektale Dosis nicht vom Rektumvolumen beeinflusst. Bei einem Patienten sinkt die Rektumdosis mit steigendem Rektumvolumen und bildet somit die Ausnahme. RadiologietechnologInnen dürfen das Ausmaß des Rektumvolumens von Patienten, die einer strahlentherapeutischen Behandlung des Prostatakarzinoms unterzogen werden, aus diesem Grund nicht außer Acht lassen.

Zusammenfassung (Englisch)

According to Statistics Austria, prostate cancer is the most common cancer among men, with 1,128 deaths in 2015. (1) The possible therapies that can be used to treat prostate cancer are the resection of the prostate (prostatectomy), the teletherapeutic or brachytherapeutic irradiation of the prostate and chemotherapy. (2) The preservation of organs at risk (OAR), in this case the rectum and the bladder, is very important. The rectum shows daily size changes and as a result, the dose distribution also changes minimally, as the associated changes affect the location of the OAR compared to the location of the rectum in the planning CT. Although margins, which includes movement and an additional imaging performed prior to irradiation, allow to reach the desired dose in the planning target volume (PTV). This problem will be evaluated in this bachelor thesis.

This pilot study deals with the CBCT datasets of ten randomized patients undergoing radiotherapy for prostate cancer. The records were provided anonymously and have been manually contoured by the author of the thesis. The study was conducted at the Institute for Radiooncology of the Kaiser-Franz-Josef hospital. The workflow for the irradiation of prostate cancer at the Kaiser-Franz- Josef Hospital involves performing a Conebeam computed tomography (CBCT), which is performed before each fraction. Thus, the location of the PTV and the OAR can be controlled. After contouring the rectum in the CBCT data sets, a dose-volume histogram (DVH) was created. Important parameters, such as the volume of the rectum in [cm3], V50Gy in [%], V60Gy in [%], V65Gy in [%], V70Gy in [%] and the mean dose Dmean in [Gy] were used to answer the research questions. The primary goal of this pilot study is to find out how altering the rectal volume affects the rectum dose. The secondary goal deals with the question of whether and to what extent the rectal volume changes in the course of therapy.

According to the DVH and the review of the correlation analyzes, the calculations have shown that in seven out of ten patients the dose in the rectum increases with increasing rectal volume. In two cases, the rectal dose is not affected by the rectal volume and in one case the rectal dose decreases with increasing rectal volume and thus forms the exception. For this reason, radiographer should keep the importance of the adjusted rectal volume in mind.