Bibliographic Metadata

Title
Risikoorientiertes Prozessmanagement im Vergabewesen
Additional Titles
Risk-oriented process management in public procurement
AuthorMandl, Richard
Thesis advisorSchubiger, Ines ; Dorfner, Anna
Published2019
Date of SubmissionJanuary 2019
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Risikomanagement / Prozessmanagement / Bauwesen / Bundevergabegesetz / Vergabe / PDCA / COSO
Keywords (EN)risk management / process management / construction / Federal Procurement Act / public procurement / PDCA / COSO
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Kontext und Fragestellung

Das Interne Kontrollsystem wird sowohl auf internationaler Ebene als auch vom österreichischen Gesetzgeber für unterschiedliche Branchen gesetzlich gefordert (BGBl. I Nr. 114, 1997, §22). „Das Interne Kontrollsystem ist die Gesamtheit aller prozessbezogenen Überwachungsmaßnahmen einer Organisation“ (Institut für Interne Revision Österreich, 2009, S. 23). Das wesentliche Ziel dieser Regelungen ist es, Unternehmen vor wirtschaftlichen Schäden zu bewahren. Einen sehr komplexen und kapitalintensiven Prozess stellt im Sinne der Beschaffung, der Vergabeprozess dar. Das sind die Erbringung von Dienstleistung sowie die Beschaffung von Gütern im Bauwesen. Aufgrund des komplexen Ablaufes stellt sich hier die Frage der Effektivität und der Kontrolle der Risiken. Daher ergibt sich die nachfolgende Fragestellung der Forschungsarbeit.

Inwiefern erhöht ein risikoorientiertes Prozessmanagementsystem die Effekti-vität des Internen Kontrollsystems im Vergabewesen?

Ziel der Arbeit

Im Zuge der Forschungsarbeit wird untersucht, ob mit Hilfe des angewendeten weiterentwickelten Vergabeprozesses im Bauwesen unter der Berücksichtigung des Internen Kontrollwesens und der notwendigen Steuerungs- und Verbesserungsmaßnahmen wirtschaftliche Schäden tatsächlich abgewendet werden können. Dies erfolgt unter Anwendung des entwickelten Idealmodells, das einen risikoorientierten Prozessmanagementansatz verfolgt.

Theorie

Diese Forschungsarbeit basiert auf den theoretischen Grundlagen des Pro-zess- und Risikomanagements und des PDCA-Kreislaufs. Die Kombination dieser Grundlagen wurde mit dem theoretischen Ansatz des risikoorientierten Prozessmanagements auf den Vergabeprozess angewendet und weiterentwi-ckelt. Hierbei ist das Ziel die Effektivität unter Zuhilfenahme des Internen Kon-trollsystems zu verbessern.

Wissenschaftliche Methoden

In der wissenschaftlichen Arbeit erfolgt die Untersuchung des Models anhand des deduktiven Forschungsprozesses. Zu diesem Zweck werden Interviews mit Experten und Expertinnen durchgeführt und anschließend ausgewertet. Die Auswertung der einzelnen Interviews erfolgt nach der qualitativen Inhalts-analyse. Zu diesem Zweck wird ein Analyseraster erstellt und einer Daten-auswertung der Reduktion und Paraphrasierung unterzogen (Hug & Posche-schnik, 2015, S. 160–161). Für die Datenauswertung wird eine Extraktionsta-belle nach Mayring (2010) verwendet. Im Anschluss erfolgt die Interpretation anhand des zuvor erstellten Analyserasters. Damit wird der Hauptgehalt d.h. der Inhalt der unterschiedlichen Interviews herausgefiltert und somit in Konnex gebracht. Im Anschluss erfolgt die Überprüfung auf die Praxistauglichkeit mit dem Forschungsgegenstand (Mayring, 2010, S. 1–144).

Ergebnisse

Als Ergebnis der wissenschaftlichen Studie kann zusammenfassend festge-halten werden, dass Teile der Risiko-Kontrollmatrix von den Experten und Ex-pertinnen angewendet werden. Im Zuge der durchgeführten empirischen Stu-die stellte sich heraus, dass die Experten und Expertinnen als wesentliche und wirksame Kontrolle hinsichtlich der Effektivität, das Vier-Augen-Prinzip anga-ben. Ebenso wurde von den Experten und Expertinnen eine bedeutende Zahl der Risiken bestätigt. Bei der vollständigen Umsetzung der Implementierung aller Kontrollen wird der wirtschaftliche Faktor zur Risikominimierung in Frage gestellt. Aus Sicht des Autors und durch die Bestätigung der Experten und Expertinnen ist es gelungen, die zuvor aufgestellte Forschungsfrage zu verifi-zieren. Auch können die in der Problemstellung aufgezeigten wirtschaftlichen Schäden durch die Anwendung eines verbesserten, d.h. effektiveren, risikoor-ientierteren Prozessmanagements abgewendet, verhindert oder vermieden werden.

Abstract (English)

Context of the thesis

The internal control system is required both by law at international level and by Austrian law for various sectors (BGBl. I No. 114, 1997, §22). "The internal control system is the total of all process-related monitoring measures of an organization" (Institut für Interne Revision Österreich, 2009, p. 23). The main objective of these regulations is to protect companies from economic damage. The procurement and award process are very complex and cost intensive pro-cesses. The process involves the provsision of services and the procurement of goods in the building industry. The complexity of the process, raises the question of effectiveness and risk control. Therefore, this research paper tack-les the following question.

To what extent does a risk-oriented process management system increase the effectiveness of the internal control system in procurement?

Goal of the thesis

In the course of the research work, it will be investigated whether economic damage can be averted with the help of the applied advanced award process in the building industry, taking into account the internal control system and the necessary control and improvement measures. This is done using the ideal model developed, which follows a risk-oriented process management ap-proach.

Theory

This research work is based on the theoretical principles of process and risk management and the PDCA-cycle. The combination of these principles was applied to the award process with the theoretical approach of risk-oriented process management and further developed. The aim here is to improve ef-fectiveness with the aid of the internal control system.

Methodology

In the scientific work, the model is examined using the deductive research process. For this purpose, interviews with experts are conducted and subse-quently evaluated. The evaluation of the individual interviews takes place after the qualitative content analysis. For this purpose, an analysis grid is created and subject to data evaluation of reduction and paraphrasing (Hug & Po-scheschnik, 2015, pp. 160-161). An extraction table according to Mayring (2010) is used for data evaluation. Subsequently, the interpretation is based on the previously created analysis grid. The main content, i.e. the content of the different interviews, is filtered out and thus brought into connection. This is followed by an examination of the suitability for practical use of the research object (Mayring, 2010, pp. 1-144).

Results

As a result of the scientific study, it can be summarised that parts of the risk-control matrix are applied by the experts. The empirical study showed, that the experts experience the dual control principle as an essential and effective. A significant number of risks were also confirmed by the experts. When all controls are fully implemented, the economic factor for risk minimisation is put into question. From the author's point of view, and confirmed by experts, it was possible to verify the research question previously posed. The economic losses identified in this research paper can also be averted, prevented or avoided by applying an improved, i.e. more effective, risk-oriented process management.